Den Abschluss der Prinzeninterviews macht traditionell das Eupener Gespann. Am Rosenmontag besuchte Prinz Samuel I. mit den Pagen Lara und Kim das Funkhaus - sozusagen als Aufwärm-Übung für den Rosenmontagszug.
Den Auftakt machten am Freitagmorgen Myron der Erste aus Kelmis mit seinen Pagen Rebecca und Vinciane und Hofnarr Pascal. Das Gespann der Grünen Dragoner aus Moresnet ist schon seit dem letzten November an der Macht. In der Runde der ostbelgischen Prinzengespanne haben sie damit wohl bisher am meisten erlebt.
Im Prinzeninterview erinnert sich Page Rebecca an die Proklamation zurück. "Es war einfach sehr viel auf einmal. Man marschiert ein und auf einmal sind da überall Dragoner und die ganzen Menschen. Als ich auf der Bühne stand, wusste ich gar nicht, wie mir geschehen war."
BRF-Programmchef Olivier Krickel hat den Prinzengruppen aus dem Norden auf den Zahn gefühlt. Bei den Prinzeninterviews lernt man die Tollitäten noch einmal auf eine neue Art und Weise kennen, findet er. "Wenn man die Prinzen normalerweise in den Sälen sieht, wenn sie tanzen und ihre Reden halten, dann hat man schon ein Bild von ihnen. Unsere Interviews geben dann aber die Möglichkeit, nochmal hinter die Kulissen zu schauen und auch Anekdoten herauszukitzeln, die man sonst so nicht unbedingt gehört hätte."
Ein gutes Beispiel für solche Anekdoten liefert dann direkt Prinzessin Dorina aus Raeren - wer die Narrenherrschaft übernimmt, ist in dem Töpferdorf immer ein gut gehütetes Geheimnis. Bei dem Gespann aus Raeren habe das in dieser Session besonders gut funktioniert.
Nicht einmal ihr eigener Vater habe gewusst, dass Dorina in diesem Jahr das Zepter schwingen würde. "Wir hatten großes Glück, dass viele Gerüchte in Umlauf waren. Vor allem Männernamen kamen da auf den Tisch. Es hatte dadurch wirklich niemand geahnt, dass wir es sein würden. Vor allem auch in der Konstellation mit einer Hofnärrin."
Der Nachmittag war dann für die Tollitäten aus der Eifel bestimmt. Los ging es hier mit Prinzessin Laura aus dem Ourgrund. "Ich habe eine tolle Truppe hinter mir. Ich kann mich immer auf sie verlassen und immer toll mit ihnen feiern!"
Aber auch die anderen Prinzengespanne aus dem Süden ließen sich nicht zweimal bitten. Neben Büllingen, Mürringen, Bütgenbach oder Oudler gab sich auch St. Vith die Ehre. Prinz Lucas II. blickte in seinem Prinzeninterview auf die lange Tradition des St. Vither Karnevals zurück. "Ich bin der 90. Prinz in St. Vith und darauf bin ich auch sehr stolz. Mein Vater war 1990 schon Prinz und ich finde es toll, diese Tradition weiterzuführen."
Spätestens nach dem Einmarsch von Büllingen war das Funkhaus rappelvoll. Ein spontanes Klavierkonzert im Foyer brachte die Karnevalisten ordentlich in Stimmung. Das freute vor allem Chefredakteur Stephan Pesch. "Manchmal kommen hier Gespanne mit ganzen Reisebussen an, da geht es dann schon ganz schön rund."
Ob nun im Norden oder im Süden der DG, die Prinzeninterviews sind inzwischen ein fester Bestandteil des ostbelgischen Karnevals. "Wir investieren immer sehr viel in unser Karnevalsprogramm. Das ist uns wirklich wichtig und wir sehen auch an der Reaktion des Publikums, dass das gut ankommt. Den Ostbelgiern ist ihr Karneval wichtig und dem wollen wir gerecht werden", so Pesch.
Lindsay Ahn