Einer der letzten Taubenzüchter in der DG

Dieter Ballmann aus Deidenberg ist seit vielen Jahren als Taubenzüchter aktiv. Mit seinen Tauben nimmt der Ostbelgier auch an internationalen Wettbewerben teil.

Taubenzüchter Dieter Ballmann in Deidenberg (Bild: Dogan Malicki/BRF)

Taubenzüchter Dieter Ballmann in Deidenberg (Bild: Dogan Malicki)

Im Taubenschlag von Dieter Ballmann ist einiges los. In großen Volieren gurren seine Tauben um die Wette. Dieter Ballmann erklärt, wie er zu seinem Hobby gekommen ist. „Es gab im Dorf einen älteren Herren, der Taubenzüchter war. Den habe ich in meiner Kindheit oft besucht und da ist eine gewisse Verbindung entstanden. Nach langem Drängeln habe ich dann von meinen Eltern die Erlaubnis bekommen. Mein neues Hobby sollte einen gewissen Rahmen nicht sprengen – ist aber trotzdem immer größer geworden.“

Seit 40 Jahren ist Dieter Ballmann aktiver Taubenzüchter. Momentan gehören ihm rund 300 Tauben. Regelmäßig nimmt er an lokalen und internationalen Brieftauben-Wettkämpfen teil.

„Bei den Wettkämpfen werden die Tauben zu entfernten Auflassorten gebracht. Diese befinden sich meistens in Frankreich. Die Tauben müssen dann Distanzen zwischen 200 und 1.200 Kilometer fliegen, um zum Taubenschlag zurückzukehren. Dabei wird die Zeit mit modernster Technik gemessen.“ Die Taube, die am schnellsten zurück fliegt, gewinnt das Rennen.

Bei internationalen Wettkämpfen werden mehrere tausend Tauben gleichzeitig aufgelassen. In Barcelona waren es Anfang Juli rund 17.000 Tauben.

Vor allem diese langen Strecken halten viele Gefahren bereit. Bei Gewitter, Regen oder Nebel können die Tauben ihre Orientierung verlieren. Auch Oberleitungen und Greifvögel stellen eine Gefahr für sie dar.

Doch wieso kommen die Tauben immer wieder zurück? „Brieftauben sind bekannt für ihren ausgeprägten Orientierungssinn. Dort, wo eine Brieftaube ihre ersten Flugversuche unternimmt, dort kehrt sie auch immer wieder zurück“, erklärt der Taubenzüchter.

„Bekannt ist, dass die Tauben die Sonne, den Erdmagnetismus, die Sicht und den Geruch als Orientierungshilfe nutzen. Ein Phänomen, das aber noch immer viele Fragen offen lässt.“

Der ausgeprägte Orientierungssinn ist den Tauben angeboren. Dieser muss aber ständig trainiert werden. Dafür lässt Dieter Ballmann seine Tauben täglich für einige Stunden frei. Sie fliegen dann in der näheren Umgebung des Taubenschlags.

Bei Wettkämpfen werden die Fähigkeiten der Tauben dann gefestigt. Sie werden an immer entfernteren Orten aufgelassen.

Bis eine Taube jedoch in 1.200 Kilometern Entfernung aufgelassen werden kann, muss sie mindestens zwei Jahre trainiert haben. Nur so ist sie auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereitet.

Übrigens: Belgien gilt als Mutterland des Brieftaubensports. Landesweit verzeichnet der Königliche Belgische Taubenzüchterverband rund 20.000 aktive Mitglieder. Vier bis fünf dieser Mitglieder leben in der DG. Ein Hobby, dem Jahr für Jahr immer weniger Menschen nachgehen.

„Das Taubenzüchten ist ein Hobby, das einen das ganze Jahr über beschäftigt. Man ist an die Tiere gebunden. Das ist vermutlich mit dem Lebensstil vieler Menschen heutzutage nicht mehr vereinbar“, glaubt Dieter Ballman.

Dieter Ballmanns Kinder sind jedenfalls begeistert von dem Hobby. Ihnen gehören auch bereits zwei ganz besondere Tauben. Moritz und Luisa. Von den 300 Tauben sind sie die einzigen, die schneeweiß sind und einen Namen haben. Für Dieter Ballmann ist jedenfalls klar, dass seine Kinder selbst entscheiden werden, welchem Hobby sie in Zukunft nachgehen werden.

Dogan Malicki

4 Kommentare
  1. Eddy D'Heedene

    Ja , Dieter is een groot duivenmelker en een groot mens….super Champ net als zijn super duif “ de Champ“…..beiden zijn van grote kwaliteit…man en duif…

    Eddy van ex “ Casa Barca „.

  2. Josef georgi

    Absolut Top /ist der zuechter zu erreichen?

  3. Katrin Müller

    Ich frage mich als Tierschützerin und Initiatorin eines Stadttaubenprojektes (Stadttaubenprojekt Dortmund-Körne West) immer wieder, wie Journalismus einerseits die Brieftaubenzucht immer wieder so glorifiziert und dann fast im gleichen Atemzug Negativberichte über Stadttaubenpopulationen bringt. Massenweise Brieftauben finden eben NICHT in den heimischen Taubenschlag zurück. Zudem wollen sie – gezwungenermaßen von der Partnerin getrennt – bei der sogenannten Witwermethode zu dieser zurück. Das ist der Antrieb. In der Taubenzucht wird selektiert. Tiere, die nicht die „erforderlichen Kriterien“ erfüllen, werden entweder vom Züchter eigenhändig getötet durch Halsumdrehen und Kopf abreissen, oder der „Überschuss“, wie die Züchter das nennen, wird in Zoos und zu Falknern gebracht und sie werden dort getötet. Schaut lieber mal bei uns vorbei.

  4. Alessandro Vega

    „In der Taubenzucht wird selektiert. Tiere, die nicht die „erforderlichen Kriterien“ erfüllen, werden entweder vom Züchter eigenhändig getötet durch Halsumdrehen und Kopf abreissen, oder der „Überschuss“, wie die Züchter das nennen, wird in Zoos und zu Falknern gebracht und sie werden dort getötet. Schaut lieber mal bei uns vorbei.“

    War ja klar, dass sich eine Möchtegern Tierschützerin sich hier verirrt und Leute die sie nicht kennt denunziert. Gleichzeitig aber für eine Plage stark macht…

    Ich kann Ihnen versichern, dass Herr Ballmann seine Tauben gut behandelt was man von den Einsätzen der Tierschützer die ich bis jetzt erleben durfte nicht behaupten kann.

    Es fehlt bei euch möchtegern Tierschützern in der regel an Kompetenz und damit einhergehend kommt es nicht selten zu mehr Tierleid durch die „Tierschützer“ als ohne.