Energeticon Alsdorf: Von der fossilen zur regenerativen Energie

Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die europäische Energiepolitik und die allgemeine Energieversorgung haben das Thema Energieunabhängigkeit in den Vordergrund gerückt. Und damit drängt sich die Frage nach der Energiewende geradezu auf. Im Energeticon in Alsdorf wird der Weg von der fossilen zur regenerativen Energie auf faszinierende Weise aufgezeigt.

Maschinen und Gerätschaften aus der Bergbauzeit verdeutlichen den harten Alltag unter Tage (Bild: Chantal Delhez/BRF)

Maschinen und Gerätschaften aus der Bergbauzeit verdeutlichen den harten Alltag unter Tage (Bild: Chantal Delhez/BRF)

Im Energeticon in Alsdorf begeben sich Besucher auf eine Reise von der Sonne zur Sonne, von den Ursprüngen des Aachener Kohlereviers bis in die Zukunft der Energieversorgung. Die Geschichte der Energie und der Weg der Menschheit zur Energiewende führt zunächst untertage.

In der dunklen Welt des fossilen industriellen Zeitalters erlebt der Besucher, wie die Kumpels ihr Leben in der Kohle verbrachten. Maschinen, Gerätschaften und Gegenstände aus der Bergbauzeit verdeutlichen den harten Alltag untertage. Der Parcours führt zurück an die Oberfläche und offenbart das Gelände der ehemaligen Grube Anna II.

Dabei wird deutlich, wie die fossile Energie die Entwicklung der Menschen beeinflusst hat. „Der Mensch hat schon immer Energie genutzt. In der Frühzeit regenerativ, erst mit der Industrialisierung sind wir eigentlich dahin gekommen, fossile Energien zu nutzen und jetzt ist uns so langsam in den Sinn gekommen, dass das vielleicht nicht die beste Idee war“, erklärt Museumspädagoge Jan Sabri Cetincaya.

„Wenn wir jetzt sagen, dass wir wieder regenerative Energien nutzen müssen, müssen wir uns eigentlich wieder ein Stück weiter in Richtung unserer Wurzeln bewegen, nachhaltig wirtschaften und nachhaltige Energien verwenden.“

Ein weiterer Untertageparcours beleuchtet die Sozialgeschichte der Bergarbeiter, zeigt die Enge des alten Stollens, die Lebensbedingungen der Kumpels in der Dunkelheit. In den Waschkauen wurde die verschwitzte Arbeitskleidung an Ketten zur Decke hochgezogen, bevor es zur Dusche ging.

In den Waschkauen wurde die verschwitzte Arbeitskleidung an Ketten zur Decke hochgezogen (Bild: Chantal Delhez/BRF)

In den Waschkauen wurde die verschwitzte Arbeitskleidung an Ketten zur Decke hochgezogen (Bild: Chantal Delhez/BRF)

Ende der 60er Jahre dann die Kohlekrise, gefolgt von schweren Ölkrisen in den 70er Jahren, dann kam der Ausbau der Atomenergie – das Ergebnis politischer Entscheidungen im Bestreben nach Energieversorgung.

Aktuell sind durch den Ukraine-Krieg die Fundamente der europäischen Energiepolitik ins Wanken geraten. „Wir sehen schon, dass wir einiges versäumt haben, hätten wir schon zu diesem Zeitpunkt regenerative Energien viel stärker ausgebaut, wären wir jetzt weniger abhängig von Energielieferungen aus autokratischen Staaten und würden uns weniger erpressbar machen nicht nur als Deutschland, sondern als ganz Europa.“

Im Energeticon wird deutlich, wie die moderne Versorgung über Wind- und Solarenergie den Weg in die Zukunft gestalten kann. „Es geht nicht nur darum, zu zeigen, wie wir in der Vergangenheit Energie genutzt haben, sondern wir arbeiten auch daran, unseren Besuchern zu vermitteln, inwieweit jeder persönlich einen Beitrag dazu leisten kann, Energie einzusparen, umweltfreundlicher und nachhaltiger zu leben.“

Von der Sonne zur Sonne – der Weg zurück zu den Wurzeln.

Die moderne Versorgung über Wind- und Solarenergie gestaltet den Weg in die Zukunft (Bild: Chantal Delhez/BRF)

Die moderne Versorgung über Wind- und Solarenergie gestaltet den Weg in die Zukunft (Bild: Chantal Delhez/BRF)

Chantal Delhez

4 Kommentare
  1. Bernd Keller

    Danke für das Andenken an die paar Toten (300+X).
    Die Reste von Anna verrotten übrigens gleich ein paar Meter weiter auf dem Schrott.
    Danke auch dafür, dass die Sprengung des letzten Förderturms erwähnt wurde – das hat den letzten Kumpels den Rest gegeben .
    Danke auch für die Info daß die ganze alten Abraumhalden noch ein paar Jahrzehnte vor sich hin brannten – die HJ wurde zur Luftabwehr auf die Hügel geprügelt und diese wurden beschossen und brannten…
    Danke auch für die Einblicke in das Leben der Menschen damals!
    Danke für nichts!

  2. Gerald Pesch

    Ach ja das Märchen von den „regenerativen Energien“ Wird im Bergbaumuseum erzählt, derweil werden die Kohlekraftwerke wieder hoch gefahren. Mit Steinkohle aus Kolumbien bzw. über Umwegen aus Russland. Wie lange wollen wir uns weiter selbst belügen mit dem Märchen vom „Weg in die Energiewende“. Es ist ein langer Marsch in die Energiekrise, wer das noch nicht verstanden hat, der nächste Winter könnte es eindrücklich vor Augen führen. Die Wahrheit ist, ohne Kohle, Gas und/oder KKW geht das Licht aus.

  3. Guido Scholzen

    das letzte Foto dieses Berichtes zeigt die potemkinschen Dörfer der Energiewende auf.
    Alles Quatsch. Alles Energiewende-Quatsch

  4. Norbert Schleck

    Stillgelegte Kohlekraftwerke einfach per Knopfdruck wieder anwerfen?
    Wird anscheinend gar nicht so einfach:
    „Systeme entleert, Ersatzteile verkauft. Stillgelegtes Kohlekraftwerk in Hamburg wieder hochfahren? Vattenfall winkt ab. (Focus 28.06.2022)

    „Letzte Rettung: Kohlekraftwerke einfach wieder hochfahren? Geht nicht“ (ntv 21.06.2022)
    Das dort erwähnte Werk Jänischburg wird übrigens mit Braunkohle aus den Niederlausitzer Tagebauen betrieben und nicht mit Steinkohle aus Kolumbien.

    Aber bitte, wenn man den Stromkonzernen genügend Entschädigung in den Rachen stopft, wird vieles möglich…

    „Wir sehen schon, dass wir einiges versäumt haben, hätten wir schon zu diesem Zeitpunkt regenerative Energien viel stärker ausgebaut, wären wir jetzt weniger abhängig von Energielieferungen aus autokratischen Staaten und würden uns weniger erpressbar machen nicht nur als Deutschland, sondern als ganz Europa.“

    Wahre Worte, nur leider kommt die Einsicht etwas spät. Wie so oft will man den Brunnen erst zudecken, nachdem das Kind schon hineingefallen ist.

    Oder wäre es besser, zu 100% von Putin abhängig zu sein?