Wenn sich alles ums Singen dreht: Die Singwoche in St. Vith

Wer in den letzten Tagen am Königlichen Athenäum St. Vith vorbei spaziert ist, der hat sie bestimmt gehört - die rund 50 Kinder und Jugendlichen, die momentan an der diesjährigen Singwoche teilnehmen. Seit Sonntag wird dort fleißig gesungen. Dabei steht der gemeinsame Spaß jedoch an erster Stelle.

Singwoche in St. Vith (Bild: Dogan Malicki/BRF)

Spontane Sing- und Tanzeinlage beim Frühstück (Bild: Dogan Malicki/BRF)

„Bei der Singwoche kommen Kinder und Jugendliche zusammen, die Freude und Interesse an der Musik haben. Dazu kommt unser Team von Leitern, die auch alle Musik lieben und von ihr fasziniert sind. Wir als komplettes Team haben uns als Aufgabe gesetzt, den Kindern und Jugendlichen Spaß und Freude am Singen zu vermitteln“, erklärt Katrin Greven vom Organisationsteam.

Es ist die 28. Singwoche, die vom ostbelgischen Musikverband Födekam organisiert wird. Die Kinder und Jugendlichen kommen aus ganz Ostbelgien und darüber hinaus, unter anderem aus Ouren, Lüttich, Malmedy und Eynatten. Ganze sechs Tage verbringen die Kinder in St. Vith. Unter der Leitung von Guido Niessen und Annick Hermann wird täglich rund dreieinhalb Stunden fleißig geprobt.

Darüber hinaus stehen aber auch andere Aktivitäten auf dem Programm, wie z. B. Sport, Kochen oder Basteln. Oft werden die Aktivitäten vom Gesang der Kinder und Jugendlichen untermalt.

Der 15-jährige Lukas ist mittlerweile das vierte Mal bei der Singwoche dabei. Er ist froh, nach zwei Jahren Corona-Pause wieder teilnehmen zu können. „Wenn wir in der Gruppe singen und es dann langsam zum Ende der Woche auf das Konzert zugeht, dann kommt es oft vor, dass ich bei den einstudierten Liedern Gänsehaut bekomme. Es klingt einfach so schön und in der Gruppe macht es einfach nur Spaß.“

Seitdem Emily sieben Jahr alt ist, nimmt sie an der Singwoche teil. Früher hat sie auch in einem Chor gesungen. Da sie für die Schule aber immer mehr zu tun hatte, war das nicht mehr möglich.

Daher ist ihr die Singwoche sehr wichtig, um mindestens ein Mal im Jahr in einer Gruppe alles aus ihrer Stimme herauszuholen. „Ich freue mich wirklich jeden Sommer, bei der Singwoche mitzumachen. Ich fand es auch sehr schade, als die Singwochen in den letzten beiden Jahren wegen Corona ausgefallen sind. Für diesen Sommer habe ich mich direkt angemeldet.“

„Man trifft viele Leute, die man schon kennt und viele lernt man auch neu kennen. Man singt immer wieder schöne Lieder, hat viele Aktivitäten und ich finde das einfach mega“, erzählt Emily.

Da die Singwochen in den vergangenen beiden Jahren nicht stattgefunden haben, gab es in diesem Jahr wesentlich weniger Anmeldungen: rund 50, sonst waren es doppelt so viele. Die kleinere Gruppe habe aber auch einen Vorteil, erklärt Emily. In diesem Jahr sei der Kontakt zu den anderen wesentlich enger.

Oft kommt es auch vor, dass die Jugendlichen den Leitern unter die Arme greifen und sich um die Jüngsten kümmern. In den wenigen Tagen sind Groß und Klein schon richtig zusammengewachsen.

Es hat sich also eine Dynamik entwickelt. „Was auch sehr schön ist, das beobachten wir immer so ab dem Mittwoch, dann fangen die Gruppen an, selbst aktiv zu werden. Ohne die Anstimmung von uns Leitern fangen sie dann an zu singen. Wenn das eintritt, dann sind wir Leiter sehr glücklich und können sagen, dass wir unser Ziel erreicht haben“, so Katrin Greven.

Der Höhepunkt der diesjährigen Singwoche findet am Freitag auf dem Innenhof des Königlichen Athenäums St. Vith statt. Dort werden die Kinder und Jugendlichen ihre geprobten Musikstücke präsentieren. Los geht es um 18:30 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Dogan Malicki