Unterwegs auf dem Eupener Wasserlehrpfad

Sich mehr mit dem Thema Wasser und Wasserversorgung auseinander setzen - wo kann man das besser als an einer Talsperre? In Eupen lernt man dort auf dem ausgebauten Wasserlehrpfad sogar etwas über die Wasserqualität, den Bau der Staumauer, die Biberpopulation oder den Wasserkreislauf.

Bild: Lena Orban/BRF

Wasserlehrpfad an der Wesertalsperre Eupen (Bild: Lena Orban/BRF)

Wie wird das Wasser der Talsperre zu Trinkwasser? Bis es keimfrei durch die Eupener Wasserhähne fließen kann, sind in der Aufbereitungsstation an der Eupener Talsperre einige Schritte nötig.

„Da kommt eine ungefährliche chemische Substanz hinzu. Und dann folgen mehrere Filtrationsschritte, um die letzten Reste aus dem Wasser raus zu bekommen, damit es dann der EU-Norm entspricht“, erklärt die Biologin Ingrid Rosenstein vom Haus Ternell. „Wasser, das in der EU als Trinkwasser verkauft wird, muss klar sein, einen basischen PH-Wert haben und duftlos sein – und dazu braucht man eben ein bisschen Technik.“

Auf dem Wasserlehrpfad erfährt man mehr zum Thema. Im Rahmen des Projektes ‚Wallonie nature‘ wurden in Zusammenarbeit mit dem Rat für Stadtmarketing, dem Haus Ternell, der SWDE, der SPW und der Provinz Lüttich fünf neue Infotafeln aufgestellt sowie vier alte ersetzt.

Die neuen Tafeln sind auf der rechten Seite der Staumauer angebracht worden. „Man sieht auf dem Schild den anthropogenen Wasserkreislauf. Man entnimmt Wasser aus der Natur, sammelt es, bereitet es auf. Dann kommt es in manchen Gegenden in einen Wasserturm. Das ist in Eupen nicht nötig, weil die Talsperre hoch genug liegt. Dann geht es in die Haushalte, die Industrie oder öffentliche Brunnen. Danach geht das verschmutzte Wasser in die Kläranlage. Dort wird es gereinigt und danach darf man es dann wieder in die Natur zurückführen.“

Teilweise sind die Tafeln interaktiv gestaltet. Es gibt etwas zum Drehen, Schieben oder Mitraten. „Da gibt es zum Beispiel verschiedene Aussagen in mehreren Sprachen. Da kann der Besucher dann überlegen: Stimmt das oder stimmt das nicht? Zum Beispiel: ‚Das Wasser, das in die Kläranlage fließt, nennt man Abwasser‘. Und das ist richtig.“

Die aufgearbeiteten Infotafeln befinden sich dann auf der Staumauer der linken Seite der Talsperre und in der Nähe des Restaurants mit Blick über das Wasser. Auch sie haben jeweils einen Themenschwerpunkt.

Wann wurde die Talsperre eigentlich erbaut? Welche Flüsse speisen die Talsperre? Welche Kleintiere findet man im Wasser und was sagt eigentlich der PH-Wert über das Wasser aus? Fragen, die die alten und neuen Infotafeln des Wasserlehrpfades beantworten. Einen Besuch ist er wert, findet auch Ingrid Rosenstein.

„Für uns ist das so selbstverständlich geworden, dass sauberes keimfreies Trinkwasser aus der Leitung kommt. Das ist nicht überall auf der Welt selbstverständlich. Ich finde es gut, mal zu überlegen, welche Schritte dafür notwendig sind. Und ganz nebenbei ist es ja auch eine schöne Region, die man dabei erkunden kann. Man muss ja nicht immer in die Ferne schweifen.“

Lena Orban

Ein Kommentar
  1. Frank Mandel

    Bitte im Restaurant an der Talsperre einkehren- das Personal ist die Interpretation von Freundlichkeit und Service Leistung schlecht hin.
    Belgien 🇧🇪 Freundlichkeit pur!
    Ein Traum!