Zeichen für Toleranz: Erster Christopher Street Day in St. Vith

Knapp 150 Teilnehmer sind am Samstag beim ersten Christopher Street Day in St. Vith dabei gewesen. Sie zogen durch das Stadtzentrum, um gegen die Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität oder Orientierung zu demonstrieren.

Erster Christopher Street Day in St. Vith (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Erster Christopher Street Day in St. Vith (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

„Komm wie du bist“: Dieser Einladung waren rund 150 Menschen nachgekommen. Der Christopher Street Day ist nicht nur ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag für Schwule und Lesben, sondern für alle Menschen – ungeachtet ihrer sexuellen Identität und Orientierung.

„Der Christopher Street Day ist nicht nur für Leute aus unserer Szene. Er ist für alle, die für Toleranz und für Gleichheit sind. Dafür stehen wir auch. Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagte Veranstalter Philippe Thomas.

Der CSD ist vor allem aus Großstädten bekannt. Aber das muss im kleinen Ostbelgien kein Hindernis sein. „Auf jeden Fall haben sich eine Menge an Leuten hier versammelt, auch aus Luxemburg, Deutschland und Frankreich. Es ist wundervoll, dass so viele Menschen kommen und das unterstützen wollen.“

Spaß soll es natürlich auch machen. Dabei kann auch das Publikum helfen. Einfach nur Zuschauen geht auch. „Es war wunderschön. Es haben so viele Leute zugeschaut. Und dann sind auch so viele mitgelaufen. Mein Herz ging da auf.“

„Voll geil. Cool, dass es das jetzt gibt“, sagte Teilnehmerin Sanne van Gastel. Michèle Noel: „Ich finde es auch super. Und bei der ersten Auflage hier dabei gewesen zu sein, ist voll cool.“

Eine gelungene Premiere ist natürlich ein Grund zum Feiern. Und ein Versprechen für die Zukunft gab es auch: „Das wird jetzt jedes Jahr gemacht“, so Veranstalter Philippe Thomas.

Erster Christopher Street Day in St. Vith (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Bild: Manuel Zimmermann/BRF

Manuel Zimmermann

8 Kommentare
  1. Hendrik Baacke

    Wir waren dabei, beim 1. CSD in St.Vith. Einfach genial, was da auf die Beine gestellt wurde. Danke an Philippe… wir kommen gerne wieder!

  2. Guido Scholzen

    Erinnert sehr an die Love-Parade in den ’90ern.
    „Friede-Freude-Eierkuchen“ in der Eifel. 😉

  3. Guido Scholzen

    Nach dem Anschauen einiger CSD-Bilder in verschiedenen Medien, muss ich feststellen, dass doch sehr wenig Moslems (keine) an diesen Umzügen mitmachen und zuschauen.
    Wir haben hier vor allem ein kulturelles Defizit (Toleranzproblem) bei manchen Zuwanderern, nicht nur bei Einheimischen.
    Dies sollte auch von den Veranstaltern thematisiert werden. Da Minister Antoniadis anwesend war, könnt er ja mal ein Statement dazu abgeben.

  4. Alexander Hezel

    Ach so, „echte“ Eifeler dürfen der Veranstaltung also fernbleiben oder sie nicht anschauen, aber „Moslems“ müssen verpflichtet den CSD ansehen, um nicht der Brandmarkung durch die Scholzensche Inquisition ausgesetzt zu sein?

    Noch plumper kann man seinen Rassismus wohl kaum zur Schau tragen. Glanzeigentor.

  5. Guido Scholzen

    Nein, Herr Hezel, genau anders herum ist die Situation.

    Wenn ein Einheimischer das nicht gut findet, so wird dieser Europäer an den Pranger gestellt. Sie und andere Kommentatoren der Gutmenschen-Gesinnung tuen das andauernd.
    Wenn aber ein Moslem das nicht gut findet (kann man als Normal-Mensch nachvollziehen), dann wird das unter den Tisch gekehrt.

    Wenn die ihren CSD-Karneval machen wollen, dann ist das ok.
    Und wenn jemand das geschmacklos und unangebracht findet, dann ist das auch ok.
    Die Geschmäcker sind verschieden. Die Veranstalter haben recht: wir sind alle ‚different‘.

  6. Alexander Hezel

    Herr Scholzen, wenn Sie von „kulturellem Defizit “ sprechen, sind Sie dann nicht genau in der triefend braunen Ecke, von der Sie sich distanzieren möchten? Sind bestimmte Kulturen defizitär/minderwertig? Was NICHT heißt, dass ich religiöse Kulturen gutheiße – im Gegenteil!

    Natürlich kann jeder denken oder „gut finden“, was er möchte, aber pauschal einer bestimmten Gruppe vorzuwerfen, sie müssten doch daran teilnehmen oder sich zumindest dafür interessieren, um dazu zu gehören, halte ich doch für sehr weit hergeholt.

  7. Peter Schallenberg

    Die hier verwendeten Schwarz- Weiß- Schablonen passen nicht bzw. sind wenig hilfreich und gehen am eigentlichen Problem vorbei. Thema verfehlt!

    Für die meisten schwulen Muslime ist es immer noch ein unvorstellbarer Balanceakt zwischen der eigenen Sexualität und Familie, Religion oder Tradition. Da spielen sich menschliche Dramen ab! Wenn im Jahre 2022 jemand seine Sexualität noch heimlich und mit schlechtem Gewissen ausleben muss, dann hat das nicht mit Rassimus, Rechts, Links oder wie die ollen Kamellen heißen, zu tun. Dahin sollte das Augenmerk gehen und nicht zu ermüdenden Schlagwort- Diskussionen.

    Insoweit ist das Organisieren eines CSD in einer kleinen Stadt wie St. Vith schon ein mutiger Akt- und macht den Betroffenen Mut.

  8. Marcel Scholzen eimerscheid

    Der Christopher Street Day ist eine sehr sinnvolle Veranstaltung. Für ein ernstes Anliegen wird geworben, wobei der Spass auch nicht zu kurz kommt.

    Daran sollte sich „Friday for future“ ein Beispiel nehmen. Speziell die Akzeptanz und Toleranz von Andersdenkenden ist doch ein Problem bei diesen elitären Kindergarten. Zusätzlich ist die fehlende Humorlosigkeit sehr bemerkenswert. Lachen wird als reaktionär angesehen.