Sprachlernklasse an der BS St. Vith

118 Kinder aus der Ukraine sind derzeit in ostbelgischen Schulen als "Erstankommende Schüler" eingeschrieben. Damit sie dem Unterricht auf Deutsch folgen können, gibt es für sie "Sprachlernklassen". In den Grundschulen können diese in jeder Niederlassung organisiert werden. Für Sekundarschüler bieten vier Schulen Sprachlernklassen an: die Bischöfliche Schule in Büllingen und St. Vith sowie die PDS und das RSI in Eupen.

Sprachlernklasse an der BS St. Vith (Bild: Michaela Brück/BRF)

Sprachlernklasse an der BS St. Vith (Bild: Michaela Brück/BRF)

Bogdan gehört zu den Jüngeren in der Klasse. Er ist seit zwei Monaten in Belgien und lernt eifrig Deutsch. „Ich bin zwölf Jahre alt, wohne in Bütgenbach und komme aus der Ukraine. Meine Hobbys sind Tennis, Fußball, Basketball.“

Zusammen mit 18 Mitschülern sitzt Bogdan in der „Sprachlernklasse“ der BS St. Vith. Sie alle sind hochmotiviert, Deutsch zu lernen, so wie auch Darina, Kornii und Diana.

Angélique Henrard ist eine der vier Lehrkräfte. Sie beherrscht als Übersetzerin die russische Sprache und kann sich so auch mit den ukrainischen Schülern verständigen. Neben Deutsch stehen auch Mathe und Sport auf dem vollen Stundenplan. „Wir sind sehr flexibel. Wir haben ein Buch, aber machen auch Aktivitäten draußen, machen Spaziergänge und so weiter.“

Ziel ist es, dass die Schüler so schnell wie möglich Grundkenntnisse in Deutsch erwerben, um in den Regelunterricht integriert werden zu können. Der Krieg und ihre Fluchtgeschichten werden nicht thematisiert. „Wir konzentrieren uns ganz auf die Sprache. Wir sprechen nicht über Politik. Die Schüler sprechen auch nicht so viel über den Krieg. Sie sind normale Schüler. Das ist wie in einer anderen Klasse.“

Zweite Sprachlernklasse

Es ist bereits die zweite Sprachlernklasse an der BS mit ukrainischen Flüchtlingskindern. Für Direktor Benjamin Fuhrt war die Organisation des Unterrichts eine Herausforderung. „Um Lehrer zu finden. Es gab Unterstützung. Jetzt läuft es. Mit engagierten Lehrern läuft es. Ich habe nur Positives gehört bis jetzt.“

Die Klassen sind sehr gemischt: Alter, Herkunft und Bildungsstand der Kinder sind unterschiedlich. Darauf müssen sich die Lehrkräfte einstellen. „Von unseren vier Lehrpersonen in der neuen Klasse ist eine ausgebildet in Zweitsprache. Wir sind bemüht, weiterzubilden.“

Wie lange Bogdan und seine Mitschüler in Ostbelgien bleiben, ob und wann neue Flüchtlingskinder hinzukommen – das ist völlig offen. Die Schule wird sich nach den Sommerferien darauf einstellen.

Michaela Brück

3 Kommentare
  1. Ronny Ramscheidt

    Für Inklusion in Schulen fehlt es an allen Ecken, aber für UkrainerInnen sind SOFORT Klassen und Personal da!!!!

  2. Yvonne Lubbe

    Ich findest es toll das es diese Möglichkeit gibt… ALLERDINGS FINDE ICH ES BEDAUERLICH, DAS ES FÜR DEUTSCHE NEUANKÖMMLINGE KEINE FRANZÖSISCH Sprachklassen oder die Möglichkeit der kostenlosen Förderung gibt. Das wäre eine gute Investition in die Zukunft, wenn mann Kinder und Jugendliche die es mit FRANZÖSISCH SCHWER hABEN zu unterstützen und somit das spätere ARBEITEN IN BELGIEN SICHERT.

  3. Peters Sonja

    Ich habe noch nie einen Kommentar hier geschrieben aber jetzt muss ich . Ich finde es ja gut dass Integration stattfindet. Leider immer nur wenn es nicht um unsere Kinder handelt. Wir müssen um 2 Stunden Hilfe pro Woche kämpfen wie die Verrückten. Plötzlich gibt es überall Personal. Komisch dass ansonsten niemand da ist.