Rotes Kreuz: Kleidercontainer immer öfter als Mülleimer missbraucht

Es war der Aufreger im Gemeinderat von Burg-Reuland. In den Kleidercontainern des Roten Kreuzes wurden Tierkadaver entsorgt. Das ist allerdings nicht das einzige Ärgernis, dem die ehrenamtlichen Helfer des Roten Kreuzes begegnen.

Rot-Kreuz-Kleidercontainer in der Gemeinde Burg-Reuland (Bild: Stephan Pesch)

Rot-Kreuz-Kleidercontainer in der Gemeinde Burg-Reuland (Bild: Stephan Pesch)

Verunreinigte Kleiderspenden sind kein neues Phänomen. Nach Angaben der Lokalsektion St. Vith und Burg-Reuland hat das Problem aber zugenommen. Sie betreut mit ihren Mitarbeitern 16 Kleidercontainer. 45 Tonnen Kleidung kommen dabei zusammen, aber „über ein Drittel ist regelrechter Müll. Man benutzt diese Kleidercontainer als Müllcontainer“, ärgert sich Präsidentin Marie-Hélène Düsseldorf.

Und das ist noch ziemlich zurückhaltend formuliert. Ein Drittel der abgegebenen Kleidung kann weiter als Kleidung verwendet werden. Von den zwei weiteren Dritteln wird circa ein Viertel an Handwerker als Lappen abgegeben. Der Rest ist in einem zu schlechten Zustand oder verunreinigt.

Dabei gibt es verschiedene Formen der Verunreinigung. „Es gibt sogar Leute, die machen sich die Mühe und packen einen Sack mit Kleidern, in der Mitte verschimmeltem Brot und Haushaltsabfällen und obendrauf wieder Kleidern. Jetzt können sie sich vorstellen: Meine ehrenamtlichen Mitarbeiter kippen diese Sachen auf ihren Sortiertisch und anstatt Kleider zu sortieren haben sie dann da diesen Müll vor sich.“

Dazu dann noch die besagten Tierkadaver, bei denen es sich meistens um Katzen handelt. Dann gibt es Säcke, aus denen den Ehrenamtlern Mäusekot entgegenkommt. Und auch Säcke mit alten Stallklamotten. Dem Gestank, den das verursacht, sind dann die Mitarbeiter ausgesetzt. „Ich nenne das einfach verantwortungslos. Man soll nachdenken, dass jedes Teil, das man abgibt, ein anderer Mensch noch anziehen soll. Und dass meine ehrenamtlichen Helfer das in die Hände nehmen und sortieren.“

Seit der Coronapandemie hat das Problem noch einmal zugelegt. „Ich glaube, dass die Leute, weil sie zu Hause waren, alles zusammengepackt haben, um sich zu beschäftigen. Da waren dann Sachen bei, die jahrelang in der Ecke rumgeschimmelt sind, die gibt man dann auch mit. Der Trend verstärkt sich.“

Die Vorfälle häufen sich dabei an gewissen Containern. „In Burg-Reuland am Standort Thommen, in St. Vith am Standort Delhaize ist es häufiger schlimm. Es gibt so einzelne Standorte, ich denke auch weil sie an Durchgangsstraßen liegen. Aber es gibt auch Orte, wo es ganz toll ist. Schönberg ist immer tiptop oder Emmels auch meistens.“

Und dabei sind die Kleiderspenden sehr wichtig. „Wir sind im Grunde genommen als Rotes Kreuz auf diese Kleiderspenden angewiesen. Wir brauchen diese Kleiderspenden, um unseren Second-Hand-Laden, der unsere einzige Einnahmequelle ist, bestücken zu können.“

Wichtig ist es die Kleider sachgerecht abzugeben. Lose Kleidung kann sehr schnell verunreinigt werden. Und auch neben die Container sollte nichts gelegt werden. „Wenn man diese Kleider ordentlich in Mülltüten packt, sie gut verschließt und in die Container wirft, dann kommen die auch wieder tiptop bei uns an. Sie sollen verpackt und sauber sein. Schuhe sollen gewaschen sein und per Paar aneinander gebunden, in einen Sack gepackt und in den Container. Die Leute, die lieber Kartons bringen, sollen es bitte nicht einfach in den Hof setzen, sondern zu uns reinkommen und abgeben.“

Die Öffnungszeiten der Kleiderbörsen in der DG findet man online auf der Webseite vom Roten Kreuz. In St. Vith ist beispielsweise von montags bis freitags geöffnet.

Christoph Heeren