Skulpturenweg in Walhorn: Europas Vielfalt in Stein gemeißelt

Letztes Jahr im September haben sich in Walhorn sieben internationale Bildhauer und Bildhauerinnen versammelt und sich Gedanken über Europa gemacht. Jeder hat seine Vision für den Kontinent in Stein gemeißelt. Die Endergebnisse schmücken nun den Walhorner Skulpturenweg, der am Sonntag eröffnet wurde.

Bild: Andreas Lejeune/BRF

Bild: Andreas Lejeune/BRF

„Wir waren 14 Tage praktisch nur auf diesem Gelände zusammen. Wir haben in Wohnmobilen übernachtet, wurden bestens mit Essen versorgt. Und haben dann aus diesen Steinen – aus Carnol kommen die letztendlich – diese Skulpturen gemacht, in Klausur sozusagen“, erinnert sich der Steinmetzmeister und Bildhauer Sandro Dudenhausen.

Auf seinem Gelände, am ehemaligen Steinbruch „In der Rotsch“, fand das damalige Symposium statt. Dort wurde die Idee des Walhorner Skulpturenweges in Stein gemeißelt. Doch sie bestand schon länger.

„Die Grundidee war, dass dieses alte Steinbruchgelände nahezu nach so einem Skulpturenweg verlangt. Es ist ideal dazu geeignet“, findet Dudenhausen. „Ich hatte diesen Grundgedanken schon lange, weil ich andere Skulpturenwege kennengelernt habe, wie zum Beispiel die Straße der Freiheit im Saarland. Und die Idee fand ich grundsätzlich schon mal schön.“

Unweit des Steinmetzbetriebs von Sandro Dudenhausen betreibt José Grommes seine Praxis. Er half, die Idee umzusetzen. „Da immer falsche Post bei mir ankam von Sandro Dudenhausen, habe ich die Post zu ihm getragen und dann haben wir uns über diesen Skulpturenweg unterhalten. Ich fand das sehr spannend“, erzählt Grommes. „Wir haben ja drei Steinbrüche hier in der Nähe: Marzelheide, Carnol und Rotsch. Wir haben aus dieser Steinader dann Steine raus genommen, die dann in Skulpturen umgewandelt worden sind.“

Der Wanderweg „Auf den Spuren der Steine“ ist gut drei Kilometer lang. Die naturnahe Route startet in Walhorns Dorfmitte und bietet einen Ausblick auf die Ortschaft sowie auf den Steinbruch Rotsch, der inzwischen mit Wasser gefüllt ist.

Insgesamt sieben Skulpturen aus Blaustein stehen dort entlang verteilt. Alle repräsentieren eine Vision von oder für Europa. So auch die letzte Skulptur des Wanderwegs. Sie trägt den Titel „Babylon – Chancen der Vielfalt“ und wurde von Sandro Dudenhausen geschaffen. Seine Idee war es, „diesen negativen Ansatz, den Babylon in der Geschichte hat, über die Sprachen und wie sich die Menschen zerstritten haben, als positiven Gedanken zu nehmen. Dass wir in Europa eben die Vielfalt haben und damit die Lösungsansätze und viele verschiedene Möglichkeiten“.

Damit ist Walhorn eine von 39 Stationen im europäischen Skulpturenweg. Der zieht sich über 17 Länder, hinter der Initiative steht der Verein „Art moves Europe“. Dazu noch einmal José Grommes. „Wir nutzen einfach solche Projekte, um den Mehrwert von Europa zu zeigen, um diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit noch zu fördern. Denn die Krisen, die wir heutzutage erleben, zeigen ganz deutlich, dass Europa heutzutage wichtig ist“, sagt Grommes.

Europäische Ideen, kombiniert mit der lokalen Geschichte des Steinabbaus – zwei Wege, die man in Walhorn auf einem Weg nachgehen kann.

Andreas Lejeune