Wartezeit vorbei: Theaterverein „Einigkeit“ Medell tritt wieder auf

Ein grantelnder Alter, der gerne in verschiedene Rollen schlüpft und die Verwandtschaft tyrannisiert: Der Stoff ist wie gemacht für die Theaterbühne. Das hat sich auch der Theaterverein Medell gedacht, der das Lustspiel "Testament mit Wartezeit" schon längst aufführen wollte. Corona machte den Theaterleuten aber einen Strich durch die Rechnung. Insofern galt das mit der Wartezeit auch für sie und ihre Zuschauer. Doch jetzt finden die Aufführungen endlich im Schützenhaus von Medell statt.

Theaterverein Medell

Bild: Theaterverein Einigkeit Medell

Der Theaterverein „Einigkeit“ Medell hatte eigentlich schon vergangenen September mit den Proben begonnen. „Dann kam der Stopp. Man durfte nicht mehr proben. Man hätte eventuell Aufführungen machen können für Dezember, aber man durfte nicht mehr proben. Ja, und da haben wir natürlich alles absagen müssen“, erklärt  Ferdi Jacobs, Schauspieler und Regisseur der Truppe.

Erst ab Februar durften die Proben wieder aufgenommen werden. Damit war aber immer noch nicht klar, ob Zuschauer zugelassen sein würden oder nicht und falls ja, wie viele und unter welchen Corona-Auflagen. „Da stand alles so ein bisschen im Raum. Aber wir haben wirklich Glück gehabt. Man kann ja frei spielen, wie man will und auch unbegrenzte Zuschauerzahlen“, freut sich der Theatermacher.

Allerdings waren nicht alle Vereinsmitglieder davon überzeugt, dass es klappt mit der Aufführung. „Da waren einige, die sagten ‚Nein, es hat keinen Zweck, wir hören auf.‘ Und andere, die waren wieder motiviert. Vor allem, wir hatten zwei Neue dabei, die waren eigentlich sehr, sehr motiviert.“ Und als dann noch die Ersten sagten, das wäre doch schade, nicht spielen zu können, da sagte Ferdi Jacobs „Okay, dann versuchen wir, das so durchzuziehen, gerade auch für euch.“

Als wäre die Corona-Pandemie noch nicht schlimm genug, kam im Vorfeld noch ein Schicksalsschlag hinzu: Das langjähriges Theatermitglied Marcel Reuter starb Anfang Oktober ganz plötzlich und unerwartet. „Das war natürlich ein herber Schlag für uns“, bekennt Ferdi Jacobs. „Wir wussten ja auch nicht, wie es weitergeht. Die Motivation war natürlich nicht da.“ Aber nach einer zweiwöchigen Pause kam man zu dem Schluss: „Es wäre im Sinne von Marcel gewesen, weiter zu spielen und weiter zu machen. Und dann fiel die Entscheidung, zu versuchen das durchzuziehen.“

Theaterfreunde Medell (Bild: Privat)

Theaterfreunde Medell (Bild: Privat)

Die Rolle von Marcel Reuter musste neu besetzt werden. Eine Herausforderung für die Gruppe, aber auch für Ferdi Jaccobs persönlich, der diesen Part dann auch noch übernahm zusätzlich zu seiner neuen Rolle als Regisseur. „Wir konnten auf die Kürze keinen Ersatz für Marcel finden.“ Zunächst wollte Jacobs das nicht. „Ich habe gesagt, wenn ich Regisseur bin, vor allem das erste Mal, dann kann ich keine Rolle spielen. Da haben die anderen gesagt ‚Ja, dann versuchen wir eben, dass wir das zusammen hinkriegen.'“

Schließlich habe er dann nachgegeben, so Ferdi Jacobs. „Aber ich brauchte unbedingt Hilfe bei der Regiearbeit, denn wenn man lange Zeit auf der Bühne steht, dann müssen schon andere Spieler gucken, wie das abläuft.“ Und so entstand praktisch eine Teamarbeit. Und zuletzt gab es noch unerwartete Unterstützung von einem ehemaligen Mitspieler: „Letzte Woche ist der Engelbert Cremer noch dazu gestoßen. Der hat immer gesagt, wenn ihr mal Hilfe braucht, dann komme ich wieder gerne zurück und probe dann auch mit euch und schaue mir das Ganze ein bisschen an!“

Infos und Karten

Der Theaterverein „Einigkeit Medell“ präsentiert sein neues Stück „Testament mit Wartezeit“ im Schützenhaus „Zur Heide“ in Medell. Die Vorstellungen sind am Samstag, dem 26. März, um 20:00 sowie an den Sonntagen, 27. März und 2. April, jeweils um 15:00 Uhr. Einlass ist eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Telefonischer Kartenvorverkauf unter 0471 514 503.

sp/sh