Zum ersten Mal: Literaturfestival „Auserlesen“ im Alten Schlachthof

Am Samstagabend hat im Alten Schlachthof in Eupen zum ersten Mal das Literaturfestival "Auserlesen" stattgefunden. Dazu gab es sechs Lesungen in unterschiedlichen Räumen. Vorgelesen wurden die Texte von den Autoren selber, Schülern oder Poetry Slammern aus der Region.

Robert Sukrow beim Literaturfestival "auserLESEN" (Bild: Lena Orban/BRF)

Robert Sukrow beim Literaturfestival "auserLESEN" (Bild: Lena Orban/BRF)

Das Publikum wurde zu den Lesungen in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Mit dabei war unter anderem der Chaos Lese Club aus Aachen und der Pop-Lyriker Robert Sukrow.

Robert Sukrow war froh, endlich wieder vor Publikum zu stehen: „Auf jeden Fall. Das ist schön, wenn etwas zurück kommt und man nicht nur vor dem Bildschirm sitzt. Der Mensch braucht auch den Applaus und nicht nur frische Luft. Die Hauptsache ist, dass es eine Möglichkeit gibt, dass Menschen mal wieder andere Menschen sehen können im kulturellen Bereich.“

Seine Texte sind mal lustig, mal nachdenklich. Ideen dazu kommen ihm in ganz alltäglichen Situationen, zum Beispiel im Taxi: „Man sammelt, man notiert. Das ist ja auch oft nur ein Satz, den der Taxifahrer oder der Busfahrer sagt und dann geht es so weiter, man schnappt etwas auf und dann läuft der Film im Kopf. Dann ist man Regisseur und Drehbuchautor in einem“, so Pop-Lyriker Robert Sukrow.

Neben erfahrenen Autoren und Vorlesern haben sich am Samstagabend auch Schülerinnen aus Eupen auf die Bühne im Schlachthof getraut. Zum Beispiel Christine, sie hat eigene Gedichte präsentiert. „Mädchen im Regen“ hat sie geschrieben, nachdem sie selber im Regen an einer Bushaltestelle gestanden hat und die vorbeifahrenden Autos beobachtet hat.

Hungrig auf Bühne und Kultur

Auch der „Chaos Lese Club“ durfte im Programm nicht fehlen. Zwei der sechsköpfigen Poetry Slammer-Gruppe aus Aachen haben ebenfalls eigene Texte präsentiert, die beim Publikum gut ankamen. Auch Lukas Knoben und Florian Schreiber lassen sich da von ganz alltäglichen Situationen inspirieren, zum Beispiel vom Berufsalltag.

Auch die Poetry Slammer sind froh, dass solche Festivals wie „Auserlesen“ wieder stattfinden können: „Man hat das sehr stark gemerkt in der Pandemie, dass das fehlt, vor Publikum zu spielen. Diese Streamauftritte können das nicht ersetzen. Das Feedback, dass die Leute lachen, das fehlt einfach“, sagt Lukas Knoben. „Umso toller ist es jetzt zu merken, wie hungrig die Leute auf Bühne und Kultur sind und dass das auch angenommen wird“, ergänzt Florian Schreiber.

Florian Schreiber (links) und Lukas Knoben (rechts) vom Chaos Lese Club (Bild: Lena Orban/BRF)

Florian Schreiber (links) und Lukas Knoben (rechts) vom Chaos Lese Club (Bild: Lena Orban/BRF)

Alternative zur „Seitenstraße“

Da die Literaturveranstaltung „Seitenstraße“ bereits zweimal ausgefallen war, hatte Chudoscnik Sunergia sich „Auserlesen“ als Alternative einfallen lassen. „Wir hatten viele Anfragen bekommen von Zuschauern und Lesern, ob wir ‚Seitenstraße‘ machen würden“, so Projektleiterin Cécile Peters.

Mit der ersten Ausgabe „Auserlesen“ seien die Veranstalter sehr zufrieden. „Ich würde mich freuen, wenn wir das nochmal wiederholen könnten“, sagt Projektleiterin Cécile Peters. Sie wünscht sich für die Zukunft, dass beide Veranstaltungen – „Auserlesen“ und „Seitenstraße“ – stattfinden können.

lo/rasch