Neue Zukunft für Pflegezentrum in Moresnet

Das St. Joseph-Pflegezentrum in Moresnet geht neue Wege. Der Träger, die Interkommunale INAGO, ist eine Partnerschaft mit dem Krankenhausnetzwerk MOVE eingegangen. Sie soll ein breiteres medizinisches Angebot in Moresnet ermöglichen.

Klinik St. Joseph in Moresnet

Klinik St. Joseph in Moresnet

Ein umfassendes medizinisches Kompetenzzentrum soll in Moresnet entstehen – so die Vorstellung der Interkommunalen INAGO. Sie führt das Pflegezentrum St. Joseph mit Pflegeheim, Palliativstation und Polyklinik. Die Überlegungen begannen 2016, als die Bewohner des Alten- und Pflegeheims sowie die Betten der Palliativstation in den neuen Anbau umzogen. Seitdem steht das alte Gebäude praktisch leer.

Vor zwei Jahren hat INAGO begonnen, Kontakt mit anderen Krankenhäusern in der Region zu suchen. Schließlich habe sich der Verwaltungsrat entschieden, mit dem St.-Nikolaus-Hospital und dem Netzwerk MOVE zusammenzuarbeiten, erklärt Jean-Marie Kohnen, Generaldirektor bei INAGO. „Wir wollten eine Bestimmung für das Gebäude finden, die unseren Werten entspricht, aber auch den Bedürfnissen unserer Bewohner und der Bevölkerung. Darum haben wir vor zwei Jahren mehrere Krankenhäuser in der Region kontaktiert. Nach gründlicher Analyse der verschiedenen Möglichkeiten hat der Verwaltungsrat dann entschieden, mit dem St.-Nikolaus-Hospital in Eupen und dem Netzwerk MOVE zusammenzuarbeiten, weil dieses Projekt uns am passendsten schien und die besten Antworten auf unsere Fragen hatte.“

Zum Netzwerk MOVE gehören auch die CHC-Gruppe und die Klinik St. Joseph in St.Vith. Das St.-Nikolaus-Hospital betreibt die Polyklinik. Deren ambulantes Angebot soll jetzt erweitert werden: Mehr medizinische Dienstleistungen mit Fachärzten vor Ort, eine modernere Radiologieabteilung und längere Öffnungszeiten gehören dazu, so Xavier Drion, Präsident des Netzwerks MOVE. „Wir wollen vor allem neuen Schwung in die Polyklinik bringen. So werden wir zunächst das ambulante medizinische Angebot erweitern, sodass die Bevölkerung mehr Anlaufstellen hat. Auch die Öffnungszeiten werden erweitert. Außerdem soll die Radiologieabteilung neu strukturiert und modernisiert werden mit einem Facharzt vor Ort.“

Mittelfristig sollen zwei neue Referenzzentren in dem alten Flügel eingerichtet werden mit Rehabilitationszentren für Onkologie- und Kardiologie-Patienten, in denen die Patienten sowohl körperlich als auch seelisch wieder Kraft finden sollen. Nähe und Schnelligkeit – das sollen die Trümpfe des neuen Angebots sein, bei dem der Patient im Mittelpunkt stehen soll, bekräftigt Tom Van Leenput, Medizinischer Direktor des St.-Nikolaus-Hospitals in Eupen. „Der Patient soll im Mittelpunkt stehen – darum geht es in dieser Zusammenarbeit. Alles soll sich um das Wohl des Patienten drehen.“

INAGO-Generaldirektor Jean-Marie Kohnen schwebt ein ganzheitliches Konzept vor, bei dem nicht die Krankheit, sondern das körperliche und seelische Wohlbefinden des Patienten im Mittelpunkt stehe. Die ambulanten Dienste würden neben der stationären Aufnahme ein großes Plus für diese Medizin der Zukunft sein. Die Polyklinik soll bereits in den nächsten Wochen in Angriff genommen werden. Für die anderen Angebote muss die Renovierung des Altbaus abgewartet werden. Diese soll in zwei bis drei Jahren erfolgen.

Michaela Brück