Marion Dhur zieht eine Halbzeitbilanz … und tritt 2024 wieder an

Sie ist vor fast fünf Jahren als erste Bürgermeisterin in der Deutschsprachigen Gemeinschaft vereidigt worden: Marion Dhur leitet seitdem die politischen Geschicke in der Gemeinde Burg-Reuland. Und sie wird auch bei den nächsten Wahlen im Herbst 2024 wieder antreten. Bis dahin bleibt noch viel zu tun, wie etwa der Investitionshaushalt zeigt.

Marion Dhur, Bürgermeisterin von Burg-Reuland (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Marion Dhur, Bürgermeisterin von Burg-Reuland (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Ungewohnte Töne waren Mitte Dezember bei der Vorstellung des neuen Haushalts in Burg-Reuland zu hören: Hatte die Gemeinde bislang und auch noch in der ersten Hälfte der laufenden Legislaturperiode eher spärliche Budgets aufgelegt, gab es mit rund 2,5 Millionen Euro für 2022 mal wieder einen Investitionshaushalt, der diesen Namen verdient.

So drückte es Reulands Finanzschöffe Serge Dollendorf aus und Bürgermeisterin Marion Dhur pflichtet ihm bei: „Wir sind im Moment in der Phase der Realisierung von verschiedenen Projekten, die wir auf den Weg gebracht haben oder die auch schon in der vorigen Legislatur angestoßen wurden und die in diesem Jahr teilweise, hoffe ich zumindest, verwirklicht werden.“

Das wären im Einzelnen die seit langem im Zuge der Ländlichen Entwicklung geplanten Straßenarbeiten am Kreuzberg zwischen Thommen und Grüfflingen, die energetische Sanierung der Schule Aldringen, ein Seniorendorfhaus in Grüfflingen oder die Wasseraufbereitungsanlage mit Pumpstation in Commanster, die sich Burg-Reuland mit der Nachbargemeinde Gouvy teilt.

Andere Langzeitprojekte könnten noch im laufenden Jahr hinzukommen, sagt Marion Dhur, wie die Erweiterung der gemischten Handwerkszone oder die dringend benötigte Feuerwehrhalle, die zumindest einen weiteren Schritt vorankommen soll. Finanziert werden soll das angesichts der günstigen Zinssätze zumindest teilweise aus Anleihen.

„Wir haben nicht wie andere Gemeinden große Holzverkäufe. Wir müssen schauen, wie wir mit unserem Geld haushalten. Auf der anderen Seite sind dann eben Projekte schon etwas länger in der Planung, weil wir nicht jedes Jahr Großprojekte machen können. Wenn man das ein bisschen klug anstellt, dann kann das dann auch funktionieren.“

Problem N62

In weite Ferne gerückt scheint die Umgehung der vielbefahrenen und unfallträchtigen N62 nach Luxemburg. „Ich hoffe nicht, dass es zu weit weg gerückt ist, aber wir müssen auf jeden Fall immer darauf aufmerksam machen, dass das Problem da ist. Wir haben in verschiedenen anderen Ortschaften jetzt wieder verkehrsberuhigende Maßnahmen vorgesehen. Wir haben ein Riesenproblem und da muss man uns helfen. Und wir müssen eben immer laut schreien, dass da was geschieht.“

So könne es jedenfalls nicht weitergehen, sagt Marion Dhur. Und das gelte auch für den Beitrag der Gemeinde zu gemeindeübergreifenden Aufgaben und Dienstleistungen, insbesondere an die Hilfeleistungszone, in der die neun deutschsprachigen Gemeinden zusammengefasst sind.

„Da wird es jetzt zu Beginn des Jahres größere Diskussionen geben, wer denn jetzt was wie zu zahlen hat. Also wir sind auf jeden Fall alle neun Bürgermeister der Deutschsprachigen Gemeinschaft der Meinung, dass das in eine Höhe geht, die für uns nicht mehr verkraftbar ist. Und wenn was nicht geht, dann muss man das sagen. Und das werden wir jetzt im Frühjahr auf jeden Fall dann auch kundtun.“

Auf den ersten Blick scheinen die sechs Jahre einer Legislaturperiode in den Gemeinden eine lange Zeit. Als Bürgermeisterin weiß Marion Dhur allerdings, wie lange es dauert, ehe Projekte vorbereitet, ausgearbeitet und umgesetzt sind. Und wie schnell dann die Zeit vergeht. Mit Blick auf die kommenden Wahlen hat sie nach reiflicher Überlegung eine Entscheidung getroffen. „Da kann ich jetzt nur für mich reden. Ich werde 2024 ein zweites Mal als Bürgermeisterin antreten.“ Und wer Marion Dhur kennt, weiß: Soviel steht fest!

Stephan Pesch