Mini Markt: Neuer Dorfladen in Raeren

Kleine Tante-Emma-Läden mit gemischtem Warenangebot für den alltäglichen Gebrauch gab es früher an jeder Ecke. Auch in Raeren waren sie früher zahlreich vertreten, zuletzt gab es jedoch keinen einzigen mehr. Jetzt aber gibt es im Dorf endlich wieder eine Anlaufstelle.

Mini Markt in Raeren (Bild: Melanie Ganser/BRF)

Christina Chaineux vor ihrem "Mini Markt" in Raeren (Bild: Melanie Ganser/BRF)

Große und kleine Kunden wissen ihn zu schätzen: den neuen „Mini Markt“ in der ehemaligen Linden-Apotheke. Seit dem 18. November ist er eröffnet. Und das Geschäft läuft gut. „Die Leute sind sehr froh. Besonders die älteren Leute kommen regelmäßig. Und ich bin auch sehr froh, es läuft besser als ich dachte“, sagt Inhaberin Christina Chaineux.

Christina Chaineux kommt ursprünglich nicht aus Raeren, sondern aus Welkenraedt. „Als meine Familie und ich vor sieben Jahren nach Raeren gezogen sind, habe ich festgestellt, dass es keinen kleinen Laden gibt. Ich fand das sehr schade, denn Raeren ist sehr groß. Es gibt Metzgereien, Bäckereien, es gab zwei Apotheken, aber leider keinen kleinen Laden.“

Und so kam sie auf die Idee, selbst einen zu eröffnen – auch weil sie beruflich eine Veränderung brauchte. „Ich habe 15 Jahre als Kundendienstmitarbeiterin gearbeitet und ich liebte den Kontakt mit Menschen. Nach 20 Jahren Büroarbeit wollte ich etwas ganz anderes machen – und das war die beste Lösung.“

In ihrem neuen Laden bietet Christina Chaineux ein bisschen von allem an: Geschenkartikel, Obst und Gemüse, Backwaren, Konserven, Fleisch und Eier. Aber auch Bier und Wein gehören zum Sortiment – das Warenangebot ist vielfältig, ein richtiger Dorfladen eben. „Ich habe darauf geachtet, viele lokale Anbieter zu nehmen.“

„Ich habe die Produkte aus der Moutarderie, die Bio-Eier aus Raeren, Honig von einem Imker aus Moresnet, Marmeladen und Käse vom Ziegenhof in Kettenis und ich möchte mit der Zeit mehr und mehr lokale Anbieter ins Sortiment nehmen.“ Produzenten aus der Region können sich deshalb auch gerne bei ihr melden.

Wichtig ist Christina Chaineux aber auch noch etwas anderes: die soziale Komponente ihres Dorfladens. „Die Leute brauchen – ganz besonders seit Corona – Kontakt mit Menschen. Es gibt viele einsame ältere Leute. Sie kommen zum Laden, kaufen ein paar Teile und sind froh, mal fünf Minuten mit mir zu reden und Kontakt zu haben. Ich merke, dass die Leute das wirklich brauchen. Im Supermarkt ist es unpersönlicher, hier haben sie die Möglichkeit, mit mir zu reden oder um Hilfe zu fragen, falls sie welche benötigen.“

Geöffnet ist der Mini-Markt täglich von 9 bis 16 Uhr, freitags und samstags bis 18 Uhr. Mittwochs ist Ruhetag. „Das sind die Öffnungszeiten für den Start. Ich habe den Plan, das Geschäft vielleicht zu vergrößern. Und sobald ich auch Personal nehmen kann, werde ich die Öffnungszeiten erweitern.“

Mit dem Start ist Christina Chaineux jedenfalls schonmal zufrieden – und die Raerener sind es auch und nehmen das Angebot gerne an.

Melanie Ganser

Ein Kommentar
  1. Peter Schallenberg

    Einfach Toll! Ich bin begeistert von dem Mut und dem Einsatz von Frau Chaineux und wünsche ihr bestes Gelingen für den Mini Markt!