Windpark Amel-Büllingen lässt weiter auf sich warten

Schon lange werden erneuerbare Energien als wichtiger Beitrag zur Klimawende gesehen. Angesichts des Klimawandels gilt: Desto schneller Windkraft und Co genutzt werden, desto besser. Ein gemeinsames Projekt der Gemeinden Büllingen und Amel ist jedoch das genaue Gegenteil. Seit mehr als zehn Jahren besteht die Idee zu einem Windpark mit Bürger- und Gemeindebeteiligung. Doch ein Windrad wurde bisher noch nicht gebaut.

Hier soll der neue Windpark entstehen (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Hier soll der neue Windpark entstehen (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Die Höhenlage ist da, der Wind auch – nur die Windräder fehlen. Sechs Stück sollen zwischen Hepscheid und Honsfeld gebaut werden. So sieht es das gemeinsame Projekt der Gemeinden Amel und Büllingen vor. Doch die Akte schreitet einfach nicht voran.

„Es ist nicht sehr motivierend zu sehen, dass man nach über zehn Jahren noch nicht viel weiter gekommen ist. Es gibt ein schönes Projekt, aber es liegt in der Schublade, es ist auf Eis gelegt, wir müssen die Entscheidung des Staatsrates abwarten“, sagt Amels Bürgermeister Erik Wiesemes. Und das dauert.

2018 wurde dem Park die Genehmigung erteilt. Kurz darauf reichte eine Initiative einen Antrag auf Aussetzung und Annullierung der Genehmigung beim Staatsrat ein. Doch die Entscheidung steht immer noch aus.

„Wir wünschten uns ganz einfach, dass man es uns irgendwann kommuniziert, damit wir – wenn genehmigt würde – das Projekt umsetzen könnten. Oder wenn es nicht genehmigt würde, dass wir uns neu sortieren könnten, neu aufstellen und gucken, ob wir das Projekt eventuell – den rechtlichen Rahmen einhaltend – neu gestalten können“, so Büllingens Bürgermeister Friedhelm Wirtz.

Mit dem Windpark möchten die beiden Gemeinden ihren Anteil zur Klimawende leisten. Auch finanzielle Planungssicherheit spielt eine Rolle. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass der Holzverkauf alleine diese Planungssicherheit nicht bieten kann.

Doch auch Infrastrukturprojekte hängen von der Entscheidung ab. In Amel soll der zukünftige Windpark an das Umspannwerk angeschlossen werden – andere Projekte müssen somit bis zum Bau des Windparks aufgeschoben werden.

„Zum Beispiel in Heppenbach entlang des Friedhofes, da werde ich regelmäßig darauf angesprochen ‚Wieso macht ihr da keine neue Asphaltschicht?'“, berichtet Erik Wiesemes. „Aber wir müssen dort abwarten, weil genau dort das Kabel verlegt werden wird.“

Dies führt dazu, dass es am Ende für die Bürgermeister aus mehreren Gründen ärgerlich ist, dass der Windpark noch immer nicht steht. Doch der politische Wille zu dem Projekt – und auch zur Wahl des Standortes – bleibt ungebrochen. Dies gilt sowohl für Büllingen, als auch für Amel.

Büllingens Bürgermeister Friedhelm Wirtz und Amels Bürgermeister Erik Wiesemes (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Büllingens Bürgermeister Friedhelm Wirtz und Amels Bürgermeister Erik Wiesemes (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

„Ich denke auch im Namen meiner 17 Ratskollegen von Amel zu sprechen. Also wir stehen nach wie vor hinter diesem Projekt und wollen auf jeden Fall, dass dieses Projekt – der gemeinsame Windpark mit Büllingen – möglichst zeitnah umgesetzt werden wird“, so Friedhelm Wirtz.

Der Windpark kommt also. Unter welchen Bestimmungen und vor allem wann? Die Antwort darauf liegt – immer noch – in den Händen des Staatsrates.

Andreas Lejeune

2 Kommentare
  1. Barth Marcel

    Erst gegen Atomstrom, jetzt gegen Windräder. Wo wollen die da oben denn ihren Strom herbekommen? Arme Welt, in der wir leben, hauptsache wir sind gegen alles.

  2. Marcel Boreas

    „Schon lange werden erneuerbare Energien als wichtiger Beitrag zur Klimawende gesehen. Angesichts des Klimawandels gilt: Desto schneller Windkraft und Co genutzt werden, desto besser.“

    Sehr seltsam, dass Ihr Redakteur eine so persönliche Haltung zur Windenergie einnimmt. Als Redakteur tun Sie dies durch einen separaten Kommentar, nicht in einem Artikel selbst und schon gar nicht in den ersten Zeilen.

    Klimaneutral zu werden kann auch auf andere Weise erfolgen als mit Windenergie, etwa durch Kernenergie, über die wir in Niederländisch-Limburg gerade nachdenken, um wertvolle offene Landschaften zu schützen.