Gewalt gegen Frauen: Plakatkampagne lässt Männer zu Männern sprechen

Der 25. November ist der "Internationale Gedenktag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen". Auch in den Augen der Frauenliga ist Gewalt gegen Frauen ein wichtiges Thema. Deshalb hat sie zusammen mit anderen Vereinigungen eine Fotokampagne gestartet. Sie zeigt ausschließlich Männer und räumt auf mit dem gängigen Männlichkeitsbild.

Gewalt gegen Frauen: Plakatkampagne der Frauenliga (Plakat: Frauenliga)

Letztes Jahr hat in Belgien jede dritte Frau ab dem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren. Häufig wird diese Gewalt durch den Partner ausgeübt. Die Corona-Krise mit all ihren Auswirkungen verschlimmert die Lage vieler Frauen noch zusätzlich.

Das ist natürlich für das 21. Jahrhundert erschreckend und beschämend zugleich„, kommentiert Hanan El-Khouri von der Frauenliga diese Zahl. Daher findet sie es wichtig, „dass wir gemeinsam aufstehen, die Stimme erheben und die Missstände in unserer Gesellschaft anprangern.“

Plakataktion: „Männlichkeit entscheidest Du!“

Deshalb hat die Frauenliga eine Sensibilisierungskampagne gestartet, eigentlich müsste es heißen, nach Ostbelgien geholt, denn ursprünglich stammte sie aus Schleswig-Holstein. Das Ziel der Aktion ist es, das vorherrschende Männlichkeitsbild in Frage zu stellen. Bereits im November 2020 hingen die Plakate in der Eupener Innenstadt aus.

Dieses Jahr nun wurde eine eigene Fotostrecke mit Männern aus Ostbelgien und deren Statements zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ entwickelt und damit eine neue Version von „Männlichkeit entscheidest Du!“. Die Plakate hängen seit dem 22. November an zwölf Standorten in der Eupener Innenstadt.

Vor allen Dingen hat unsere Kampagne eine andere Herangehensweise. Das heißt, wir haben hier Männer, die zu den Männern sprechen. Wir zeigen keine Frauen auf den Plakaten, die geschlagen wurden„, so Hanan El-Khouri.

Prisma hilft Betroffenen

Anlaufstelle für Betroffene in Ostbelgien ist das Frauenzentrum Prisma. Während der Pandemie hat sich die Lage der Opfer von häuslicher Gewalt deutlich zugespitzt, weiß Anita Bastings, Sozialassistentin bei Prisma. „Durch die Corona-Auflagen und die permanente Nähe zu dem Gewalttäter ist die Kontaktaufnahme nach außen extrem erschwert.“

Der Gedenktag am 25. November ist auch als Appell an die Zivilcourage der Bevölkerung gemeint. Denn häusliche Gewalt sei schließlich keine Privatangelegenheit, so die Sozialassistentin. „Wenn man häusliche Gewalt sieht, Angst oder Hilfeschreie wahrnimmt, soll man sich auch an die Polizei wenden und den Notruf wählen.“

Die Fotoaktion in der DG „Männlichkeit entscheidest du!“ ist eine Initiative der Frauenliga/vie féminine VoG in Kooperation mit Prisma VoG, 108 Hilfe, Landfrauenverband, Info Integration und mit der Unterstützung des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und der Stadt Eupen.

js/sh

Ein Kommentar
  1. Anja Wotschke

    Und wer unternimmt was gegen Gewalt gegen Männer ? Es gibt ebenso viele Männer und Jungens die der häuslichen Gewalt so auch sexuellen Gewalt begangen durch Frauen ausgesetzt sind doch das wird tot geschwiegen weil DAS ja nicht sein kann.
    Warum ist dieses Thema denn ein Tabu ? Nur weil die Männer und Jungen mehr darüber schweigen bis es hin und wieder mit Mord und Todschlag eskaliert weil Männer und Jungens nicht so viel Hilfe und Unterstützung erhalten wie Frauen und Mädchen ?

    Ja sorry, Frauen sind auch nicht immer die reinsten Engel.

    Meine Meinung dazu.