Das große Auge: Die Sternwarte im Gartenhäuschen

Es ist kein Zauber mehr. Seitdem es Smartphones gibt, sind Schnappschüsse mit der Handykamera für jeden in Reichweite. Wer aber Fotos von Objekten machen möchte, die etwas weiter entfernt sind, der braucht schon besseres Equipment. Besonders dann, wenn es sich bei den Objekten um Sterne und Sonnensysteme handelt. Ein Hergenrather, der in Eupen lebt, hat sich besonders viel Mühe gemacht.

Sternwarte im Gartenhäuschen

Sternwarte im Gartenhäuschen (Bild: Manuel Zimmermann)

Das ist kein normales Gartenhaus. Hier geht es um größere Dinge, viel größere. Die unendlichen Weiten des Universums. Und fast genauso unendlich ist Herbert Kohls Faszination für das Weltall. „Die Welt ist nicht nur die Erde, sondern das Universum. Die Weiten darin sind beeindruckend für mich“, schwärmt Herbert Kohl. „Das Licht vom Mond braucht zu uns eine Sekunde, das Licht von der Sonne acht Minuten. Den Andromedarnebel kann man mit bloßem Auge sehen. Das Licht braucht aber 2,5 Millionen Lichtjahre, um unsere Netzhaut zu erreichen. Das ist Wahnsinn und immer noch nah, im Verhältnis zum Universum.“

Schon als Jugendlicher hat er sich für den Sternenhimmel interessiert und mit dem Teleskop beobachtet. Mit dem Interesse ist im Laufe des Jahrzehnte auch das Material größer geworden. Denn der Hobbyfotograf wollte nicht nur schauen, sondern auch Bilder vom Weltall machen.

Die kleine Sternwarte im Garten ist nicht über Nacht entstanden, sondern in jahrelanger Weiterentwicklung. „So ein Bild braucht mehrere Nächte. Auch die Bearbeitung braucht mehrere Stunden“, erklärt Kohl. „Wenn man die geschaffen hat, ist man stolz. Es macht großen Spaß, die Bilder zu zeigen, weil sie keiner so sieht. Das ist für mich ein Ansporn.“

Pixelgenau muss die Kamera im Newton-Teleskop den Himmel begleiten. Denn so ein Weltraumfoto ist bei der kleinsten Ungenauigkeit verwackelt und unbrauchbar.

Auch wenn das Teleskop im Vergleich zu den nationalen und internationalen Forschungszentren klein anmutet, sollte man die Hobbyastronomen nicht unterschätzen. Auch sie ermöglichen einen aufklärenden Blick in den Weltraum. „Kometen werden zum Beispiel am häufigsten von Amateuren entdeckt“, weiß Kohl. „Viele Amateuer-Astronomen beobachten auch Astroiden und berechnen, ob diese auf die Erde stürzen könnten. Manche Hobby-Astronomen machen nur diese eine Sache.

In Ostbelgien ist er aber vermutlich der einzige Astrofotograf. Bislang hat er noch nie von einem Hobby-Kollegen gehört. Wenn es ihn doch gibt, und sei es ein zukünftiger Sternengucker, dann darf er oder sie sich gerne bei ihm melden. Denn nicht nur im Weltall, auch im Gartenhaus von Herbert Kohl gibt es Spannendes zu entdecken.

Bild: Manuel Zimmermann/BRF

Bild: Manuel Zimmermann/BRF

Manuel Zimmermann

3 Kommentare
  1. Dieter Leonard

    Fantastisch !

  2. David Mertes

    Das ist mal richtig cool, tatsächlich habe ich mich schon mit dem Thema beschäftigt und mich daran versucht, allerdings ist es wie schon gesagt m Beitrag gesagt wurde sehr Zeitintensiv und die Ausrüstung ist nicht zu unterschätzen. Daher habe ich es leider aufgegeben.

    Wünsche in jedem Fall viel Spaß dabei, sieht auf jeden Fall sehr beeindruckend aus.

  3. Georg Kremer

    Ein phantastisches Hobby und ein ebenso gelungener Beitrag!