Walhorn: Leerstehendes Jugendheim wird zur Kindertagesstätte

Eine junge Bande krabbelnder Kleinkinder wird in Zukunft das leerstehende Gebäude auf dem Karolingerplatz in Walhorn mit Leben erfüllen. Das ermöglicht der Beschluss des Lontzener Gemeinderats von vergangener Woche. Geplant ist die Einrichtung einer sogenannten Co-Tagesmütterstruktur im ehemaligen Jugendheim.

Karolingerplatz in Walhorn (Bild: Dogan Malicki/BRF)

Karolingerplatz in Walhorn (Bild: Dogan Malicki/BRF)

Die Besonderheit: Die Gemeinde stellt den zukünftigen Tagesmüttern die Räumlichkeiten umsonst zur Verfügung.

Im Masterplan für Kinderbetreuung hält die Deutschsprachige Gemeinschaft fest, dass der Bedarf nach Kinderbetreuungsplätzen in der DG bis 2025 um rund 150 Plätze steigen wird. Eine Möglichkeit, diesem Problem entgegenzuwirken, ist das Einrichten von Co-Tagesmütterstrukturen.

Tagesmütter bündeln Arbeitskräfte

Bei einer Co-Tagesmütterstruktur können bis zu drei selbstständige Tagesmütter ihre Arbeitskräfte bündeln. „Seit Kurzem besteht die Möglichkeit der Ausübung der Tätigkeit als Co-Tagesmutter sowohl für selbstständige als auch konventionierte Tagesmütter“, erklärt die Lontzener Familienschöffin und Projekt-Initiatorin Evelyn Jadin.

„Die Betreuung durch zwei oder drei Tagesmütter hat viele Vorteile. Die Tagesmütter betreuen zwar ihre eigene Kinder-Gruppe. Dennoch können die Tagesmütter zum Beispiel die Räumlichkeiten und Materialien teilen oder sich über pädagogische Konzepte und Ideen austauschen.“

Platz für 18 Kleinkinder

Die Räumlichkeiten im Herzen Walhorns werden Platz für rund 18 Kleinkinder bieten. Betreut werden die Kinder von insgesamt drei Tagesmüttern. Für Evelyn Jadin, selbst Mutter einer jungen Tochter, ist das Projekt eine Herzensangelegenheit.

„In erster Linie möchte ich mit der Schaffung dieses Angebotes jungen und zukünftigen Eltern den Druck nehmen. Denn einen Betreuungsplatz für seinen kleinen Spatz zu finden, ist alles andere als einfach und kann wirklich belastend sein. Diese Erfahrung habe ich selbst vor zwei Jahren machen müssen.“

Nicht nur für Kinder aus Gemeinde Lontzen

Das Betreuungsangebot soll jedenfalls nicht nur auf Kinder aus der Gemeinde Lontzen begrenzt werden. Auch die umliegenden Dörfer sollen von den neuen Betreuungsplätzen profitieren.

Auch wenn die Renovierungsarbeiten bereits begonnen haben: Noch ist unklar, wer die Kleinkinder in Zukunft betreuen wird. Selbstständige und konventionierte Tagesmütter können sich auf die Stelle bewerben.

Bewerbungsfrist bis Anfang November

Schöffin Jadin erklärt, dass man sich nur als Zweier- oder Dreierteam bewerben könne: „Wichtig sei die Chemie unter den Tagesmüttern, die muss einfach passen.“ Darüber hinaus müssen die Bewerber auch ein pädagogisches Konzept vorlegen, so Jadin weiter.

Projektanträge können bis zum 2. November bei der Gemeinde Lontzen eingereicht werden. Nähere Informationen sind auf der Internetseite der Gemeinde zu finden. Starten wird das Betreuungsangebot spätestens am 31. März kommenden Jahres.

Dogan Malicki