Vier-Tage-Woche Thema beim Herbstkongress der SP

Beim Herbstkongress der SP Ostbelgien stand am Wochenende das Thema der Arbeitszeitverkürzung im Fokus. Unter anderem wurde die Vier-Tage-Woche thematisiert.

Herbstkongress der SP Ostbelgien (Bild: SP Ostbelgien)

Herbstkongress der SP Ostbelgien (Bild: SP Ostbelgien)

SP-Vizepräsidentin Linda Zwartbol erinnerte an die Position der ostbelgischen Sozialdemokraten und Sozialisten und erklärte, die Arbeitszeitreduzierung sei schon immer ein Kampf, den es sich zu kämpfen lohne.

Die 32-Stunden-Woche bei gleichbleibendem Lohn müsse das Ziel für die Zukunft sein, um Krankheiten wie Burn-Out vorzubeugen, dem Fachkräftemangel auf langer Sicht entgegenzuwirken und Arbeitsplätze trotz Digitalisierung zu sichern, so Zwartbol.

Die SP Ostbelgien setze sich in diesem Kontext nicht für eine einfache Umverteilung der Arbeitszeit auf vier Tage, sondern für eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich ein, heißt es in einer Pressemitteilung.

mitt/lo

6 Kommentare
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    32 Stunden bei vollem Lohnausgeich. Meinen die das ernst ? Wer soll das bezahlen ? Und wie soll das bezahlt werden ? Davon steht nichts hier.

    Anstatt zu träumen, sollte sich die SP realen Problemen widmen, wie soziale Gerechtigkeit (vor allem in den eigenen Reihen) und gerechte Besteuerung.

    Die Sp war mal die Partei der kleinen Leute. Ist mittlerweile eine Partei einer akademisch gebildeten Elite. Der Bezug zu den eigenen Wurzeln ist verloren gegangen.

  2. Jean-Pierre Wetzels

    Herr Scholzen,

    32 Stunden statt 38 bei gleichbleibendem Lohn. Ja, das meinen wir ernst. Uns ist bewusst, dass das utopisch scheinen mag. Ich habe selbst in der Vergangenheit Zweifel zur Umsetzbarkeit gehabt. Liest man sich ein wenig ein, stellt man aber schnell fest, dass die Idee gar nicht so utopisch ist. In der Vergangenheit hat es bereits Arbeiszeitverkürzungen gegeben. Wie jede große Veränderung, müssen selbstverständlich auch bei dieser großen Veränderung einige Faktoren stimmen und entsprechende Begleitmaßnahmen getroffen werden. Die hier auszuführen, würde den Rahmen sprengen.

    Ich finde es interessant, dass man in ihren Augen keine großen Veränderungen anstreben darf, während man an anderen kurz-, mittel- und langfristigen Projekten arbeitet. Ich erinnere hier gerne auch an unsere „sechs Herzensangelegenheiten“.

    Den Vorwurf, dass die SP „eine Partei einer akademisch gebildeten Elite“ sei kann ich nicht ganz nachvollziehen. Falls Sie sich dabei auf die Mandatare beziehen, habe ich mich dazu bereits an anderer Stelle geäußert.

  3. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werter Herr Wetzels.

    Danke für die Antwort.

    Sie meinen also, die Sp wäre keine Partei einer akademisch gebildeten Elite.Dann erklären Sie mir doch bitte, warum in den Kabinetten, in den Regierungen und Parlamenten ausschließlich Akademiker sind.Oder irre ich mich ?

    Wieviel Nicht-Akademiker sind zB in den Kabinetten der DG ?

    Wieso wurde jahrelang kein 1.Mai, der wichtigste Feiertag der Sozialisten, gefeiert ? Eine Arroganz sondergleichen.

    In meinen Augen ist die Sp unglaubwürdig geworden aus oben genannten Gründen.Leider.Deshalb nutzen die schönsten Ideen und Vorstellungen nichts.

    Um wieder glaubwürdig zu werden, müsste sich die Sp bei allen Arbeitnehmer:innen der DG für die abgeschaffte 1.Mai-Feier entschuldigen und diese wieder einführen. Dann ein Programm auflegen, um Arbeiter, Handwerker, Nicht-Akademiker gezielt aufzubauen für Parlamente, Regierungen, Kabinette.

    Und solange das nicht passiert, lohnt es sich nicht für mich und meinesgleichen, sich politisch in einer Partei zu engagieren, weil man von vornherein keine Chance bekommt.

  4. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werter Herr Wetzels

    Als Sp-Mitglied wurden meine Vorschläge ignoriert, sabotiert, blockiert.Drüber diskutiert wurde nicht in irgendeinem Gremium.Ich bin sogar darauf angesprochen worden, dass das machen von Vorschlägen keinen Sinn hat.Dass nur die Vorschläge der Eupener Zentrale von Wert sind.Ich gehe nicht in eine Partei, um zu allem Ja und Amen zu sagen ohne Diskussion, sondern um praktische Vorschläge für Problemlösungen zu diskutieren.Wenn das nicht mehr geht, gibt es ein Problem im demokratischen Verständnis.

    Das Fass zum Überlaufen gebracht hat,war in meinen Augen die Abschaffung der 1.Mai-Feier und des Neujahrsempfang
    (Da hatte jeder frei und konnte teilnehmen) und die Einführung des politischen Aschermittwochs (da hat nicht jeder frei).

    Die Sp hat sich dem neoliberalen Zeitgeist sklavisch untergeordnet genau wie New Labor in Großbritannien, die SPD in Deutschland.Wird deswegen auch nicht mehr gewählt von den kleinen Leuten.

  5. Peter Schallenberg

    Eine im Grunde nachdenkenswerter Vorschlag! Wenn da nur nicht die Realität im Wege stehen würde. Wer soll denn die liegenbleibende Arbeit machen? Oder soll damit mehr Personal eingestellt werden?

    Bei meinem Brötchengeber würde eine Umsetzung so aussehen, dass das gleiche Arbeitspensum dann eben in 32 stadt 37,5 Wochenstunden zu leisten ist. Auch würde aus Kostengründen niemand für die rein rechnerische Arbeit aus 5,5 Wochenstunden eingestellt.

    In der Folge wird sich für mich der Termindruck spürbar erhöhen, ein schlechter Tausch gegen einen freien Tag mehr!

  6. Andre Schmidt

    Bisher ist es ja auch so, dass wenn man z.B. Elternurlaub oder so nimmt und nur noch 80% statt 100% arbeitet, die Arbeit nicht abnimmt. Man muss es einfach mit der weniger zur Verfügung stehenden Zeit schaffen. Ich glaube nicht, dass die 4-Tage Woche dies ändern würde. Eine Aktion gegen Burn-out ist das jedenfalls nicht.
    Dieses Problem könnte man aber lösen, wenn die Arbeit für den Arbeitgeber billiger würde. So könnten mehr Personen eingestellt werden.

    32 statt 38 Stunden bei gleichem Gehalt. Hört sich gut an. Ich fürchte jedoch, dass es später eher 0 Stunden bei keinem Gehalt werden wird, da die Arbeit in Belgien so noch teurer würde. Große Firmen werden auswandern.