Die Gemeinde Amel übernimmt ab 2022 das Entleeren der Kleinkläranlagen

Ab dem kommenden Jahr müssen alle Haushalte in der Wallonischen Region Abwassersteuer zahlen. Im Gegenzug übernimmt die Gemeinde Amel auf ihrem Gebiet die Kosten für das Entleeren der anerkannten Kleinkläranlagen.

Der Ameler Gemeinderat tagte diesmal in der Halle "Zum Tünnes" in Deidenberg (Bild: Stephan Pesch/BRF).

Der Ameler Gemeinderat tagte diesmal in der Halle "Zum Tünnes" in Deidenberg (Bild: Stephan Pesch/BRF).

Amel ist eine von vier Gemeinden in der Wallonischen Region, die ihr Abwasser selbst verwalten. Auch für sie gelten natürlich die Bestimmungen des Wassergesetzbuches.

Bislang waren anerkannte Kleinkläranlagen, die bis zu einem gewissen Datum in Betrieb genommen worden waren, von der Abwassersteuer befreit. Auch sie müssen die Abgabe nun entrichten.

Die Gemeinde zieht die Steuer ein. Im Gegenzug ist sie verpflichtet, die konformen oder anerkannten Anlagen alle 18 Monate kontrollieren zu lassen, den überschüssigen Klärschlamm entnehmen und entsorgen zu lassen. Je nach Kläranlage steht eine Entleerung alle zwei Jahre an – oder aber nur alle neun Jahre, wie Umweltschöffe Stephan Wiesemes erklärte.

Die Gemeinde Amel zählt mittlerweile rund tausend anerkannte Kleinkläranlagen. Sie rechnet damit, dass im Schnitt etwa 200 bis 250 Anlagen pro Jahr entleert werden müssen.

Der Gemeinderat hat nun einstimmig das Lastenheft verabschiedet, damit für die kommenden drei Jahre ein Dienstleister gesucht werden kann, der das Entleeren der Kläranlagen im Auftrag der Gemeinde übernimmt.

Zwei Büros im Dorfhaus Schoppen

Im Dorfhaus von Schoppen richtet die Gemeinde Amel auf der zweiten Etage im Rahmen der Ländlichen Entwicklung zwei Dorfbüros ein. Die Arbeiten sollen nach Angaben von Schöffin Anna Pauels teils in Eigenregie der Gemeinde, teils durch Unternehmen erfolgen. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 55.500 Euro (ohne Mehrwertsteuer).

Auf der zweiten Etage des Dorfhauses in Schoppen lässt die Gemeinde Amel zwei Dorfbüros einrichten (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Auf der zweiten Etage des Dorfhauses in Schoppen lässt die Gemeinde Amel zwei Dorfbüros einrichten (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Die Gemeinde Amel hatte das ganze dreistöckige Gebäude gekauft. Das Parterre und die erste Etage werden von der VoG Dorfinteressen Schoppen genutzt.

Holzverkauf am 1. Dezember

Beim Holzverkauf am 1. Dezember will die Gemeinde Amel circa 14.000 Festmeter anbieten. Das kündigte Forstschöffe Patrick Heyen an. Bürgermeister Erik Wiesemes ergänzte, dass nach dem Winter der Verkauf von weiteren 6000 Festmetern Holz geplant sei. Die Gemeinde warte die Preisentwicklung ab.

Der Gemeinderat billigte mit den Stimmen der Mehrheit die Haushaltspläne der verschiedenen Kirchenfabriken. Die vier Mitglieder der Opposition enthielten sich der Stimme – nicht etwa, weil sie nicht mit der Erstellung der Haushaltspläne einverstanden gewesen wären, wie Berthold Müller erklärte, sondern weil die angekündigte Aussprache mit den Vertretern der Kirchenfabriken und dem Bischofsvikar noch nicht stattgefunden habe.

Zu Beginn der Sitzung legte der Gemeinderat eine Schweigeminute ein im Gedenken an den kürzlich verstorbenen Bischof Aloys Jousten, der in Eibertingen geboren ist und zum Ehrenbürger der Gemeinde Amel ernannt worden war.

Stephan Pesch

6 Kommentare
  1. Mario Mausen

    Die Frage bleibt bestehen… warum muss ich Abwassersteuer bezahlen, wenn ich eine eigene, moderne Versickerungsanlage habe und nicht am Kanal angeschlossen bin? Ich bezahle also eine Steuer für etwas, was ich gar nicht besitze!!!!!!

  2. Rainer Manz

    @Mario Mausen, ja so sieht es aus. Das ist Diebstahl der Gemeinde und sollte von der Staatsanwaltschaft mal unter die Lupe genommen werden. Was würde unser Bürgermeister wohl dazu sagen, wenn ein Schreiner 2 neue Türen im Gemeindehaus einsetzt und zusätzlich noch 100 qm Parkett berechnet den er nie verlegt hat? Wann wehren sich die „Ameler“ endlich gegen dieses „Verbrechen“?

  3. Bernd Keller

    Deutsche Verhältnisse…
    Meine Senioren zahlen Strassenbeleuchtungsabgabe (ungewollt), Dachflächenniederschlagsabwassergebühr (das meiste geht in den Garten/Tanks/Teich), Flächenversieglungsgebühr (offenes Pflaster in Sand),etc.
    In RLP müssen einige Leute ihr Haus verkaufen, da die Kostenbeteiligung an der ungefragten Strassenneugestaltung teils 5-Stellig ist.

    Wie wäre es mit Laubflugsteuer, Beschattungsabgabe, Baumhöhenzuschlag oder Fassadensonneneinstahlungspauschale…

  4. Alessandro Vega

    Vielleicht sollten die jenigen die hier wieder reißerisch ihre geistige Flitzekake zum besten geben sich für 2 Sekunden informieren.

    Die Abwassersteuer kommt nicht von der Gemeinde sondern wird durch die Wallonische Region erhoben und aufgezwungen. Die Gemeinde macht es schon richtig indem es das Geld darin investiert, dass die Kläranlagen ohne weitere Kosten in Betrieb gehalten werden.

  5. Stephan Wiesemes

    Die Gemeinde Amel ist komplett individuelle Klärzone, heißt das geklärte Wasser muss vor Ort versickern, nur wenn die Bodenstruktur es nicht erlaubt kann ein Ableiten in Kanal, Graben oder Bachlauf vom GK genehmigt werden.
    Die Abwassersteuer hat nichts mit Kanalanschluß bzw Kanalsteuer (gibt es in Amel nicht) zu tun.
    Neue konforme Kläranlagen waren von dieser Steuer befreit, da man davon ausging das die Besitzer sich an die vom Gesetz vorgeschriebene Betriebsgenehmigung halten (Wartung, Unterhaltsvertrag, Entleerung)
    Es hat sich aber herausgestellt das 95% dies nicht machten, somit die Klärung nicht erfolgte. Das Abwasser war somit eine große Gefahr für unser Grundwasser bzw unsere Bachläufe.
    Das neue Wassergesetzbuch sieht jetzt vor das die wallonische Abwassergesellschaft diese von den Besitzern nicht eingehaltenen Bedingungen übernimmt und finanziert das jetzt durch ” die Abwassergebühr für Alle “.
    Da wir in Amel nicht an die SPGE angeschlossen sind können wir es selber verwalten, müssen laut Gesetz aber diese Steuer einziehen.
    In der Hoffnung das die Mittel ausreichen gibt es nur in der Gemeinde Amel folgende Gegenleistungen pro konformer Kläranlage
    1. Die komplette Übernahme des alle 18 Monate durchzufuhrenden Unterhalts, finanziell (143€) und verwaltungstechnisch.
    2. Aufgrund des Unterhaltsberichtes Entleeren der Anlage :±200€
    3. Schlammentsorgung ±4m3 /Anlage à 70€ :280€
    Das Geld wird somit in den Umwelt bzw Wasserschutz investiert.
    Wenn man dafür öffentlich als Verbrecher dargestellt wird sagt dies Einiges über den Zustand unserer Gesellschaft aus.

  6. Dieter Leonard

    Sie haben vollkommen Recht, Herr Wiesemes.

    Es bedarf gar keiner polarisierenden Themen wie Corona mehr, um diese gesellschaftlichen Abgründe zu identifizieren.
    Statt immer nur die Schuld für gesellschaftliche Missstände bei der Politik zu suchen, sollten sich manche Zeitgenossen mal an die eigene Nase fassen und sich fragen, welches ihr Beitrag ist.

    Manchmal würde es reichen, sich zu informieren, bevor man Kommentare raushaut, die mehr über die Verfassung der Kommentatoren aussagt, als über vermeintlich unfähige politische Verantwortungsträger.