Nach den Bundestagswahlen: Hubert vom Venn zieht Fazit für „Die Partei“

"Der Klügere kippt nach" oder schlicht und einfach "Doof": Mit diesen Wahlplakaten hat die Satire-Partei namens "Die Partei" bei den deutschen Bundestagswahlen mitgemischt. Zur Partei gehört auch Kabarettist Hubert vom Venn aus Aachen.

Wahlplakat von "Die Partei" am 10.9. in Templin (Bild: John MacDougall/AFP.)

Laschet als 'Minion' - Wahlplakat von "Die Partei" am 10.9. in Templin (Bild: John MacDougall/AFP.)

„Ich traue dem Braten natürlich wie immer nicht, weil ich ein paar Mal die Erfahrung gemacht habe, dass alle reden, es hin und her geht – und am Ende kommt dann doch wieder eine große Koalition heraus. Ich hoffe es in diesem Falle mal nicht“, erklärt Hubert vom Venn zum Ausgang der Wahlen in Deutschland.

Er ist zufrieden mit dem Abschneiden bei den Wahlen: „Wir sind eine Satire-Partei, die sich vor vielen Jahren gegründet hat. Die Erfolge laufen doch schon so zwischen zwei und drei Prozent immer hin und her. Keiner von uns hat angenommen, dass wir in den Bundestag einrücken – wenigstens nicht von denen, die dem realen Flügel angehören.“

Zur Kritik, es wäre ein inhaltsloser Wahlkampf gewesen, sagt Hubert vom Venn: „Ich glaube, Wahlkampf ist immer inhaltslos und deshalb haben wir versucht, die Themen nicht unbedingt ins Lächerliche zu ziehen, sondern den Wahlkampf auf eine Ebene zu heben, wo die Leute wenigstens schmunzeln konnten. Also ich habe, seitdem ich lebe und das doch schon eine längere Zeit, noch nie einen Wahlkampf erlebt, wo ich gesagt habe: Da steht auch mal etwas Tolles auf dem Plakat!“

Die Slogans erklärt Hubert vom Venn als Parodien anderer Plakate, es sei aber immer ein tieferer Grund dahinter. „Unser spektakulärstes Plakat war wohl ‚Nazis töten.‘ – das haben die meisten Menschen bewusst oder unbewusst falsch verstanden und haben das als eine Aufforderung zum Töten genommen.“

„Dabei stand da gar kein Ausrufezeichen, sondern nur ein Punkt. Und wer so ein bisschen in der deutschen Sprache bewandert ist, weiß, dass ein Punkt eine Aussage ist. Wir haben also nur gesagt, dass Nazis töten und wir haben nicht die Aufforderung gemacht ‚Tötet Nazis!‘.“

Welchen Beitrag kann eine Satirepartei überhaupt zum Wahlkampf liefern? Es ist nicht nur Unterhaltung, da steckt auch Ernst hinter, unterstreicht vom Venn. „Wir wollen mit unseren Aussagen und unseren Plakaten auf Themen hinweisen, die in der Gesellschaft irgendwie brennen.“

„Wenn Sie unser Programm verfolgen, ist die Grundaussage ‚Haha, sehr lustig‘. Aber wenn Sie dann das Programm genauer lesen oder über die Themen etwas nachdenken, dann sagen sie ‚Oh, die Jungs haben ja doch recht‘.“

Marlène Andrée Gas

Ein Kommentar
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Gefällt mir. Immer eine gute Sache, die Postenjäger auf die Schippe zu nehmen.