„Auf den Spuren der Steine“: Skulpturenweg entsteht in Walhorn

Drei Steinbrüche prägen die Umgebung und die Geschichte von Walhorn. In der Nähe des alten Steinbruchs Rotsch stellen sieben internationale Bildhauer großformatige Blausteinskulpturen her. Sie werden Teil eines Europäischen Skulpturenpfades sein und zwischen dem Dorfzentrum und dem alten Steinbruch aufgestellt.

Internationale Bildhauer stellen in der Nähe des alten Steinbruchs Rotsch großformatige Blausteinskulpturen her (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Internationale Bildhauer stellen in der Nähe des alten Steinbruchs Rotsch großformatige Blausteinskulpturen her (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Es ist laut und es staubt auf dem Gelände des Steinmetzbetriebs von Sandro Dudenhausen. Beim ersten Bilhauersymposium am Steinbruch Rotsch in Walhorn bearbeiten die Bildhauer Felsblöcke aus Blaustein. Mit ihren Figuren legen sie den Grundstein für den Walhorner Skulpturenweg „Auf den Spuren der Steine“.

Für Steinmetz und Bildhauer Sandro Dudenhausen erfüllt sich ein Traum. „Der Ursprungsgedanke war der des Skulpturenwegs Europa, zu dem ich ein Stück mit beitragen wollte“, erzählt Dudenhausen. „Darüber sind wir eigentlich auf den Gedanken gekommen, dass dieses Gelände optimal dafür wäre, einen Skulpturenweg auch hier vor Ort zu erschaffen. Dementsprechend werden diese Skulpturen hier in einem Rund vom Steinbruch aus zum Dorf Walhorn führen und damit auch die Spur der Steine symbolisieren.“

Auf Initiative der Vereinigung „Art moves Europe“ wird der Skulpturenwanderweg durch zahlreiche europäische Länder führen. Neben den großformatigen Werken aus Walhorn werden Skulpturen aus Litauen, Schweden, Deutschland, Italien und Luxemburg aufgestellt.

Mit seinem Wunsch, sich dem Europäischen Projekt anzuschließen, rannte der Bildhauer bei der Gemeinde Lontzen offene Türen ein. „Als Schöffe bin ich dadurch involviert, dass die Gemeinde Lontzen Viertelprojekte unterstützt. Das heißt, wenn Menschen Ideen haben, die wir gut finden, dann sollen wir so unbürokratisch wie möglich diese Dinge unterstützen. Deswegen haben wir natürlich als Gemeinde Interesse, so etwas zu unterstützen“, sagt José Grommes.

„Die Idee ‚Visionen für Europa‘ passt auch wie die Faust aufs Auge, weil wir sind hier im Herzen Europas, ganz einfach die Zusammenarbeit, schon allein die verschiedenen Stecker, die die Leute hier benutzen, da merken wir schon, wo die Grenzen von Europa sind. Da ist es sehr wichtig, dass man dieses Thema aufgreift“, findet der Tourismusschöffe.

Frauen sind in der Bildhauerei eher selten tätig. Eine von ihnen ist Daniela Clever aus Dortmund. Ihren Lebensunterhalt verdient sie mit der Herstellung von Grabmalen. In Walhorn lässt sie ihrer kreativen Ader freien Lauf lassen.

„Das ist eine Brücke, die wird gebildet aus zwei Menschen, einem Mann und einer Frau“, beschreibt sie ihre Skulptur. „Das soll so ein bisschen das Brückenbauen zueinander und miteinander symbolisieren, das Gräben überwinden.“

Bis zum 2. Oktober bringen die Bildhauer ihre Steinblöcke nach den eigenen Vorstellungen in Form. Gerne lassen sie sich bei der Arbeit über die Schulter schauen und bringen den Menschen ihre Kunst näher. Denn auch das gehört zu ihrer Vision für Europa.

Bildhauerin Daniela Clever (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Chantal Scheuren