„Stromfresser“: Wasserwerk Wolfsbusch bekommt Photovoltaikanlage

Das neue Wasserwerk am Wolfsbusch soll noch vor Jahresende eine Photovoltaikanlage erhalten. Das hat der Gemeinderat Amel einstimmig beschlossen.

Das Wasserwerk Wolfsbusch (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Das Wasserwerk Wolfsbusch (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Amels Energieschöffe Patrick Heyen rechnete vor, dass in dem Wasserwerk circa 105.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht werden. Bürgermeister Erik Wiesemes sprach von einem „Stromfresser“.

Da lohnt sich die Selbstversorgung über eine Photovoltaikanlage – allerdings, wie in diesem Fall, mit einer Abdeckung von 70 Prozent des jährlichen Verbrauchs. Da der überschüssige Strom nur schlecht bezahlt werde, wäre eine vollständige Abdeckung des Verbrauchs unrentabler, so Heyen. Er stützte sich auf eine Beratung durch die Energiegenossenschaft Courant d’Air. So aber rechne sich die Anlage mit einem geschätzten Kostenpreis von 45.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) innerhalb von neun Jahren.

Grüne Zertifikate wurden bereits bewilligt, sie müssen Ende Dezember aktiviert sein. Die Anlage soll eh „so schnell wie möglich“ installiert werden, wie Erik Wiesemes erklärte. Die Erfahrung mit Photovoltaikanlagen auf Schulen habe gezeigt, dass die Lieferung zügig erfolgen könne.

Trinkwasserleitungen Eibertingen

Wenn in Eibertingen die Regionalstraße N676 erneuert wird, sollen auch die Trinkwasserleitungen neu verlegt werden. Das ist zwar erst etwas für kommendes Jahr. Der Öffentliche Dienst der Wallonie (Straßendirektion Verviers) will das Projekt aber jetzt schon ausschreiben.

Der Ameler Gemeinderat genehmigte die Kostenschätzung von 429.340,37 Euro (ohne MwSt.) für das Verlegen der Trinkwasserleitungen. Berthold Müller erinnerte an die Auflage, sich auch die Nutzung von recyceltem Material als Option anbieten zu lassen. Das steht laut Bauschöffe Marcel Thomé ohnehin im Lastenheft.

Kläranlagenmanagement über Cloud

Die Gemeinde Amel ist eine von vier Gemeinden in der Wallonischen Region, die sich nicht der wallonischen Abwassergesellschaft SPGE angeschlossen haben und in der Abwasserentsorgung eigenständig bleiben wollen. Außerdem sind das Manhay, Erezée und Stoumont. Mit letzterer ist Amel jetzt einig geworden, was die Datenverwaltung der individuellen Kläranlagen betrifft.

Nachdem alle früheren Versuche, ein Programm nach den Vorstellungen der beiden Gemeinden zu kaufen, scheiterten, wurde Umweltschöffe Stephan Wiesemes bei der Software-Firma VertiGIS in München fündig. Amel und Stoumont greifen nun auf ein Lizenzmodell einer ProOffice-Plattform zurück. Die Daten werden in der Cloud gespeichert. Erezée und Manhay hätten sich noch nicht in diese Richtung entschieden, was Amel aber nicht weiter kümmern muss.

Dotation an Hilfeleistungszone steigt

An die Hilfeleistungszone DG muss die Gemeinde Amel fürs kommende Jahr anteilsmäßig deutlich mehr zahlen als zuletzt: 206.032 Euro (die Gesamtdotation aller neun Gemeinden beträgt 2.594.873 Euro. Bürgermeister Erik Wiesemes räumte aber ein, dass die Dotation in den vergangenen Jahren nie angepasst worden sei.

Nun solle ein finanzieller Rahmen geschaffen werden, um den wachsenden Anforderungen von Seiten des Föderalstaates gerecht werden zu können – vor allem durch die Aufstockung des beruflichen Personals in der Hilfeleistungszone.

Der Ameler Gemeinderat tagte diesmal übrigens wieder in der Schützenhalle in Medell.

Stephan Pesch

2 Kommentare
  1. Guido Scholzen

    Ohne grüne Zertifikate lohnt sich das nicht, sonst hätte man es schon längst gemacht. Von sinnvoller Marktwirtschaft kann wohl keine Rede sein.
    Warum wird nicht gleich korrekt gesagt „die Wallonische Region bezuschusst ab jetzt die Stromrechnung“?
    Auf die Material- und Energieverschwendung dieser Photovoltaik-Anlage hätte man aus nachhaltigen Gründen besser verzichtet.

  2. Joachim Wahl

    Schon komisch, diese Wortwahl „Stromfresser“. Sind E- Fahrräder, E-Autos oder Mobiltelefone, Strassenbeleuchtungen und Herz-Lungen-Maschinen keine Stromfresser? Nein, hier wird wieder Werbung für den moralisch überlegenen Ökogutmenschen gemacht.