Kirmes in Ostbelgien: Hygienekonzepte immer nur so gut, wie sie befolgt werden

Sommerzeit, das bedeutet für viele in Ostbelgien auch Kirmeszeit. Mittlerweile hat auch schon die ein oder andere Kirmes in der DG trotz Corona stattgefunden, einige stehen noch bevor. Anfang August ist deshalb der Moment, einmal Zwischenbilanz zu ziehen, wie die Kirmesfeste in den letzten Wochen abgelaufen sind, zum Beispiel in Walhorn, wo die Kirmes gerade erst zu Ende gegangen ist.

Walhorner Kirmes (Bild: Alain Aldenhoff)

Walhorner Kirmes (Bild: Alain Aldenhoff)

Die Veranstalter der Kirmes in Walhorn waren sehr zufrieden mit der Kirmes und auch mit der Einhaltung der Corona-Regeln. Hier und da mussten die Veranstalter zwar den ein oder anderen Besucher an die Abstandsregel und Maskenpflicht erinnern, aber im Allgemeinen seien die Besucher verständnisvoll gewesen, erklärte Alain Aldenhoff vom Komitee in Walhorn.

Die Polizei musste also nicht einschreiten, zumindest nicht wegen der Corona-Regeln. Aber es gab dann doch einen Vorfall in der Nacht zum Samstag: Da haben Jugendliche Autoscooter geklaut und sind damit durchs Dorf gefahren. Die Polizei konnte die Jugendlichen stellen, aber die sind sehr glimpflich aus der Sache rausgekommen. Der Besitzer der Autoscooter hat nämlich auf eine Anzeige verzichtet, und hat die Entschuldigung der Jugendlichen – in Form eines Bierkastens – angenommen.

Neben Fahrgeschäften und Ausschank waren auch die üblichen Kirmestraditionen in Walhorn möglich, zum Beispiel das Vogelschießen vom Schützenverein. Und es ist sogar eine Tradition hinzugekommen: ein Mülltonnenrennen, bei dem die Teilnehmer tatsächlich in Mülltonnen eine Abfahrt runter düsen.

Kirmes in Raeren und Büllingen

Raeren und Büllingen werden ihre Kirmes kommendes Wochenende feiern. Auch hier gilt immer noch das Horeca-Protokoll, also Abstand halten, kein Ausschank an der Theke und Sperrstunde um 1 Uhr. Tanzen ist verboten. In Raeren wird am Samstag zwar ein DJ für Musik sorgen, aber die Leute müssen sitzen bleiben. Pro Biertisch sind jeweils acht Personen erlaubt.

Eine kleine Ausnahme wird es in Büllingen geben. Wie Bürgermeister Friedhelm Wirtz bestätigte, darf der traditionelle Lancier-Tanz am Sonntagnachmittag auch ohne Maske stattfinden. Ansonsten gilt aber auch bei der Büllinger Kirmes das Horeca-Protokoll.

Um das Fest möglichst klein zu halten, wird es in Büllingen auch keine Fahrgeschäfte geben. In Raeren hingegen sind die üblichen Fahrgeschäfte fürs Wochenende angemeldet.

Kirmes in Bütgenbach

In der Gemeinde Bütgenbach hat bislang nur in Nidrum die Kirmes stattgefunden. Bürgermeister Daniel Franzen sagte, es sei eine kleine Dorfkirmes gewesen. Beschwerden habe es nicht gegeben. Und auch die Corona-Zahlen sind dort momentan niedrig – mit insgesamt zwei positiven Fällen (Quelle: Ostbelgienlive).

Wir erinnern uns: Letztes Jahr waren die Zahlen in Bütgenbach nach den Kirmesfeiern in die Höhe geschossen. Ausschlaggebend waren vor allem die Feste in Weywertz und Bütgenbach im Oktober. Bis dahin werde aber noch ein Konzertierungsausschuss stattfinden, sagt Bürgermeister Daniel Franzen. Das Hygienekonzept steht dementsprechend noch nicht fest. Und egal, wie gut ein Konzept ist, grundlegend ist natürlich immer, dass sich die Menschen auch daran halten.

Raffaela Schaus