Lontzen verbietet Einsatz von Rasenmäher-Roboter zu bestimmten Zeiten

Anfang Juli wird in der Gemeinde Lontzen eine vorläufige Verordnung eingeführt, die einigen Igeln das Leben retten könnte. Sie verbietet, vollautomatische Rasenmäher zwischen 20 Uhr abends und 8 Uhr morgens mähen zu lassen. Das hat der Lontzener Gemeinderat am Montagabend entschieden.

Mäh-Roboter - eine Gefahr für Igel (Bild: © Bildagentur PantherMedia / mahod84)

Mäh-Roboter - eine Gefahr für Igel (Bild: © Bildagentur PantherMedia / mahod84)

Mit dieser Maßnahme möchte Umweltschöffe Yannick Heuschen (Ecolo) der zunehmenden Verstümmelung von Igeln entgegenwirken. Ein Verstoß gegen die Verordnung kann mit einer Strafe in Höhe von rund 250 Euro geahndet werden.

Auch die Oppositionspartei Union beklagte das zunehmende Leid der Igel, kritisierte jedoch scharf die Vorgehensweise. Sandra Houben (Union) beklagte, dass die Verbots-Strategie nicht der richtige Weg sei und auch Roger Franssen (Union) äußerte seinen Unmut und sprach von einem Alleingang. Seiner Meinung nach hätte es mindestens einen gemeinsamen Ausschuss zu diesem Thema geben müssen.

Umweltschöffe Heuschen argumentierte, dass der Gemeinderat nun eine Sommerpause einlege und daher eine schnelle Maßnahme im Sinne der Igel treffen musste.

Neues Gemeinderatsmitglied

Annick Maurage (Union) wird temporär Vanessa Hagelstein (Union) als Gemeinderatsmitglied vertreten, da sich Hagelstein momentan im Mutterschaftsurlaub befindet. Wie jedes Ratsmitglied musste auch Maurage einen Eid auf die Verfassung ablegen.

Haushaltsanpassung

Die Gemeinde genehmigte die erste Haushaltsanpassung für das Geschäftsjahr 2021 und sieht 9.271.000 Euro Einnahmen und 10.728.000 Euro Ausgaben vor. Auch wenn die Zahlen laut Finanzschöffe José Grommes (Energie) auf den ersten Blick erschreckend wirken, steht die Gemeinde finanziell gut da, denn das erfasste Einnahme- und Ausgabeverhältnis ist auf den Wechsel des Buchhaltungssystems zurückzuführen.

Der Oppositionspolitiker Roger Franssen (Union) kritisierte, dass noch zu viele Projekte unvollendet seien, wie z. B. der neue Bauhof der Gemeinde oder das fehlende Konzept für die Babywindel-Prämie. Der Haushaltsanpassung fehlten Dynamik, Enthusiasmus und Visionen, so Franssen.

Sonderzuschuss für Vereine

Die Gemeinde Lontzen erhält von der Deutschsprachigen Gemeinschaft insgesamt 50 Euro pro aktives Vereinsmitglied, um der finanziellen Belastung für Vereine entgegenzuwirken. 2019 verzeichnete die Gemeinde insgesamt 1.657 aktive Vereinsmitglieder. Daraus resultiert der Anspruch auf eine Summe von rund 82.850 Euro, die an die jeweiligen Vereine ausgezahlt werden. Die meisten Mitglieder haben der FC Union Walhorn mit 225 und der KSC Lontzen mit 183 Personen.

Neuer Anreiz für Gemeindepersonal

Personalmitglieder der Gemeinde Lontzen, die für den Weg vom Wohnort zum Arbeitsplatz und zurück ihr Fahrrad benutzen, haben ein Anrecht auf eine Entschädigung von 0,145 Euro pro zurückgelegtem Kilometer. Dadurch soll das Fahrrad als Fortbewegungsmittel attraktiver werden.

Haushalt des ÖSHZ

Die Rechnungsablage des ÖSHZ Lontzen verzeichnet für das Rechnungsjahr 2020 einen Überschuss in Höhe von 448.670 Euro. Ratsmitglied und ÖSHZ-Präsident Karl-Heinz Braun (Ecolo) sagte, dass die Einnahmen explodiert seien und dieser Überschuss unter anderem auf die im Haushaltsplan festgelegte Finanzierung zurückzuführen sei.

Letztlich sei das kein Problem, da das Geld der Gemeinde zur Verfügung stehe. Dennoch plant Braun, den zukünftigen Überschuss des ÖSHZ zwischen 100.000 Euro und 150.000 Euro pro Jahr einzupendeln.

Dogan Malicki

4 Kommentare
  1. Georg Kremer

    Betr. Nächtliches Einsatzverbot für Mähroboter: Eine exzellente Entscheidung der Gemeinde Lontzen. Hoffentlich werden viele andere Gemeinden diesem Beispiel folgen.

  2. Francis Wechseler

    Ich schließe mich dem Kommentar von Herrn Kremer an. Die Gemeinde Lontzen ist ein Vorbild und der Herr Heuschen hat seinen Titel als Umweltschöffe verdient. Diese Verordnung ist die einzige richtige, denn wenn zu lange gewartet wird, wie es immer üblich ist, dann wird es keine Igel mehr geben!

  3. Egon Scholzen

    Wir haben ja auch keine größeren Sorgen…

  4. Pierre Völl

    Und wie ist es denn mit dem klassischen Rasenmähen am Sonntag?