Jugendtreffs bieten kostenlose Fahrbegleitung für Führerscheinanwärter

Um Jugendlichen aus sozial schwächeren Familien beim Erwerb des Führerscheins zu helfen, haben die Jugendtreffs in Eupen, Herbesthal und Eynatten ein Projekt initiiert.

Lizenz (Bild: Jonas Hamers/Belga)

Illustrationsbild: Jonas Hamers/Belga

Den Führerschein zu machen, wenn man 17 oder 18 ist, ist für viele Jugendliche das Normalste der Welt. Dabei kosten Fahrstunden viel Geld – und überhaupt muss man erstmal die Theorieprüfung schaffen. Die kostet zwar weniger, dafür aber viele Nerven. Nicht immer reicht ein einziger Anlauf.

Die Jugendtreffs in Eupen, Herbesthal und Eynatten haben festgestellt, dass es für einige Teenager fast unmöglich ist, den Führerschein aus eigener Kraft zu schaffen – sei es finanziell, logistisch oder beides. Deshalb haben sie sich zusammengetan und bieten ab nächster Woche kostenlose Praxisstunden an. Gemeinsam stellen sie ein Auto und ehrenamtliche Begleitfahrer zur Verfügung, mit denen die Führerscheinanwärter auf Lizenz fahren können. Das Projekt startet nächsten Dienstag, 1. Juni.

Koordinator Werner Kalff vom Jugendtreff Inside in Eynatten erklärt, an wen sich das Angebot richtet: „Es soll jetzt nicht der Jugendliche sein, wo Mama und Papa zwei Autos in der Garage haben und wo die Eltern auch Zeit hätten mit dem Jugendlichen zu fahren, sondern es richtet sich an Jugendliche von Alleinerziehenden oder Menschen, die nicht mal ein Auto haben und die Möglichkeiten finanziell nicht haben.“

Sechs ehrenamtliche Begleitfahrer haben sich bereits angeboten. Aber je nachdem, wie groß die Resonanz auf das Projekt ist, braucht es noch viel mehr Begleitfahrer, denn „man muss wissen, als ehrenamtlicher Fahrbegleiter darf ich nur einen Jugendlichen pro Jahr begleiten“, erklärt Kalff.

Als Fahrbegleiter muss man außerdem seit mindestens acht Jahren in Besitz des Führerscheins sein und seit fünf Jahren unfallfrei. „Dann ist man als Fahrbegleiter gesetzlich konform. Und man muss noch einen kleinen Online-Test machen, der auf deutsch 13,07 Euro kostet und auf französisch 12,90 Euro.“

Das Auto wird von den Jugendtreffs gestellt, sie bezahlen auch die Versicherung, die Spritkosten müssen aber von den Fahrschülern übernommen werden, denn „wir reden doch von 1.500 Kilometern, die in einer gewissen Zeit absolviert werden müssen“, so Kalff.

Wer sich für das Angebot der Jugendtreffs im Norden der DG interessiert oder sich als ehrenamtlicher Begleitfahrer anbieten möchte, der kann sich per Mail (jt.inside@rdj.be) beim Jugendtreff Eynatten melden oder telefonisch bei Koordinator Werner Kalff (0498/105603).

jp/mg

Ein Kommentar
  1. Frank Mandel

    Schönes Schubladendenken und volle Kraft voraus! Im Vorhinein schon Jugendliche ausschließen und das Projekt zum Randgruppenprojekt stigmatisieren. Die offene Jugendarbeit von heute? Es ist doch egal aus welchen Schichten Jugendliche Unterstützung in Anspruch nehmen möchten. Soziale Arbeit als Notnagel ist seitdem soziale Arbeit wissenschaftlichen Standard erreicht hat ein „geht gar nicht“ und veganen Verkehrsunterricht gibt es auch nicht. Freie Fahr Unterstützung für alle Jugendliche ohne marxistische Einstellung der Sozialarbeiter! Offene Jugendhilfe grenzt nicht aus.