Tourismus-Welt in Ostbelgien fit machen

Das Reisen wurde in der Corona-Pandemie stark eingeschränkt. Aber auch nach Corona müssen sich die ostbelgischen Gastbetriebe auf neue Reisetrends einstellen. Die Qualitätsinitiative der Deutschsprachigen Gemeinschaft kann dabei eine Unterstützung sein.

Hotel (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / w3design)PantherMedia B80212700

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / w3design

Die Vorfreude auf den nächsten Urlaub motiviert bei der Reiseplanung. Los geht es für die meisten im Internet. Die Suche nach der passenden Unterkunft ist schon Teil des Reiseerlebnisses, sagt Fritz Dickamp. Der Geschäftsführer von LIKE Hospitality Consulting berät Hotellerie- und Tourismus-Unternehmen.

„Sie suchen ein Hotel, eine Übernachtungsmöglichkeit, ein Apartment oder was auch immer, von mir aus auch einen Campingplatz, online. Diese Suchprozesse finden in den meisten Fällen komplett online statt. Der Mystery Check 92% ist der einzige seiner Art, der nicht nur die Inhouse Experience checkt, also das, was der Gast vor Ort erlebt, sondern auch das, was der Gast vorher und nachher erlebt, also bevor er anreist und nachdem er wieder fährt“, erklärt Dickamp.

Der Mystery Checker bucht sich anonym in den Gastbetrieb ein. Er prüft den Buchungsvorgang, den Internet-Auftritt, die Beherbergung vor Ort und den Gästekontakt nach dem Aufenthalt.

Das Konzept passe gut in die Zeit des Neustarts, „weil eben die Betriebe lange zu waren zum Teil“, so Dickamp. „Um diesen Restart optimal zu gestalten, hilft es, sich nochmal externe Hilfe bzw. eine externe Meinung einzuholen, was die Gäste vielleicht jetzt auch neu fordern. Wir haben die Kriterien auch etwas an die Corona-Zeit angepasst, worauf Gäste jetzt besonders achten, sowohl beim Buchen als auch, wenn sie vor Ort sind.“

Beratung und Workshop

Etwa zehn ostbelgische Betriebe dürfen sich innerhalb eines Jahres einem Mystery Check mit individueller Beratung unterziehen. Die Anmeldung erfolgt über ostbelgientourismus.be.

Die Eigenbeteiligung der Anbieter von Ferien-Unterkünften liegt bei 370 Euro und umfasst zudem eine individuelle Beratung. „Zu einem sehr kleinen Teil tragen die Kosten die Betriebe, der überwiegende Teil des Mystery Checks für einen Betrieb wird von der Regierung getragen. In diesem Mystery Check ist im Nachhinein auch eine Betriebsberatung integriert.“

In den letzten anderthalb Jahren war die Tourismusbranche im Ausnahmezustand. Neue Trends haben sich entwickelt und um diesen zu begegnen, wird ein kostenloser Workshop für die haupt- und nebenberuflichen Unterkunftsbetriebe angeboten.

„Auf der Grundlage der Erfahrungen aus den zehn Projekten in einem Jahr wird es am Ende des Jahres immer einen Workshop geben, wo wir die Dinge ansprechen und es dann darum geht, alle auf den neuesten Stand zu bringen und zu schauen, dass die Qualitätsinitiative, wie sie offiziell beim Ministerium heißt, auch allen zugute kommt – auch denjenigen, die möglicherweise nicht in dem Jahr in den Genuss eines Mystery Checks gekommen sind. Jeder kann teilnehmen“, so Dickamp.

Regionales Reisen wieder in

Von Fernreisen wird immer noch abgeraten, und Urlaub im Inland findet unter gewissen Einschränkungen statt. Ostbelgien hat als Naherholungsregion jedoch Aufwind bekommen. „Das regionale Reisen ist wieder in. Viele Gäste haben gemerkt, dass es in ihrem Umkreis von 150 oder 200 Kilometern sehr schöne Destinationen und lukrative Angebote gibt, um ein paar Urlaubstage dort zu verbringen“, sagt Dickamp. „Und ich glaube, es ist sehr wichtig, dass diese Regionalität auch digital weitergetragen wird und dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird.“

Fritz Dickamp kennt das Hotelgewerbe. Er geht davon aus, dass die Menschen den Komfort der kurzen Anreise und die gepflegte Unterbringung auch über die Pandemie hinaus schätzen werden.

Chantal Scheuren