Grünes Licht für Außengastronomie am 8. Mai: Reaktionen aus Ostbelgien

Ab dem 8. Mai darf die Außengastronomie wieder öffnen - unter bestimmten Auflagen. Das hat der Konzertierungsausschuss am Freitag bekannt gegeben. Im Horeca-Sektor stößt die Ankündigung auf unterschiedliche Reaktionen.

Die Terrasse am Atelier Eupen (Bild: Michaela Brück/BRF)

Die Terrasse am Atelier Eupen (Bild: Michaela Brück/BRF)

„Wir werden nicht am 8. Mai aufmachen, auch nicht am 1. Mai, sondern im Juni, sobald man uns grünes Licht gibt“, sagt Axel Maassen. Er führt das Restaurant Casino in Eynatten. Aufgrund der Lage an der Hauptstraße und der nur sehr kleinen Außenfläche sieht er von einer Öffnung des Terrassenbetriebs im Mai ab.

Axel Maassen beschränkt sich vorerst auf das Außer-Haus-Menu, das er einmal pro Woche anbietet, und übt sich in Geduld. „Ich kann schon die Beschlüsse nachvollziehen. Aus den Zahlen geht hervor, dass noch viele im Krankenhaus liegen.“

„Wir werden auch noch gut unterstützt. Ich habe das Glück, dass wir Eigentum haben. Die Leute, die im Horeca Miete zahlen müssen, tun mir sehr leid. Denen wünschte ich auch, dass es am 1. Mai losgeht statt am 8. Mai. Aber sie sollten noch etwas Geduld haben. Nach sieben Monaten Wartezeit kommt es auf eine Woche auch nicht mehr an.“

In Geduld üben sich auch Marc Nüchtern und Stefan Heinen vom Atelier in Eupen. Ob bzw. in welcher Form sie ab dem 8. Mai Außen-Gastronomie anbieten, steht noch nicht fest. Anfragen von Kunden gibt es aber schon.

Bei Marc Nüchtern sind bereits einige Reservierungswünsche für Mai eingegangen. „Aber die wollten sofort mit 14 oder 20 Personen kommen. Jetzt reduzieren wir auf Vierer-Tische, dann wird es schwieriger.“

„Die Karte wird auch nicht so groß sein. Wir wissen ja auch nicht, wie das Wetter wird. Und wenn wir Ware da haben, muss sie natürlich auch verarbeitet werden“, erklärt Marc Nüchtern.

Schon mal ein guter Anfang

Acht Monate im Lockdown – das zehrt an den Nerven und an der Kasse. Die letzte staatliche Unterstützung hat der Betrieb am 24. Dezember von der DG erhalten. Die Gelder der Wallonischen Region stehen noch aus. Jetzt hofft Marc Nüchtern auf neue DG-Hilfen, um das Loch zu überbrücken.

„Natürlich ist die Situation schon sehr schwer, fast am Limit. Viel länger kann es nicht mehr gehen. Dann wissen wir nicht mehr weiter. Das Catering deckt noch nicht einmal unsere laufenden Kosten jeden Monat. Die Unkosten sind einfach viel zu groß.“

Dennoch wollen die beiden Geschäftspartner nicht aufgeben. Stefan Heinen versucht, dem 8. Mai positiv entgegen zu sehen. „Es ist mal ein Anfang. Das Personal kann wieder starten, und mit Perspektive auf den Juni wäre das schon mal ein guter Anfang. Aber ab Juni wäre es schon toll, wenn wir wieder unsere kleinen Feste machen könnten. Auch innen, denn davon leben wir nun mal.“

Marc Nüchtern und Stefan Heinen auf der Terrasse des "Atelier Eupen" (Bild: Michaela Brück/BRF)

Marc Nüchtern und Stefan Heinen auf der Terrasse des „Atelier Eupen“ (Bild: Michaela Brück/BRF)

Michaela Brück