Carlo Lejeune verzichtet auf Doktortitel

Carlo Lejeune verzichtet auf seinen Doktortitel. Das schreibt der aus der Gemeinde Büllingen stammende Historiker in einer Pressemitteilung.

Carlo Lejeune (Archivbild: BRF)

Carlo Lejeune (Archivbild: BRF)

Er habe dem Präsidenten der Universität Trier mitgeteilt, dass er den Doktortitel nicht mehr führen werde.

Letztes Jahr waren Plagiatsvorwürfe in Bezug auf seine Doktorarbeit bekannt geworden. Diese hatte er 1991 an der Universität Trier eingereicht. Lejeune soll Passagen der Einleitung übernommen haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe war Lejeune von seiner Funktion als Leiter des Zentrums für Ostbelgische Geschichte zurückgetreten.

Am Dienstag schreibt Lejeune, er habe in seiner Dissertation nicht in allen Bereichen die notwendige wissenschaftliche Sorgfalt an den Tag gelegt. Ein Abschluss der Prüfung an der Uni Trier sei noch auf Monate nicht absehbar. Deshalb wolle er nun selber einen Schlussstrich ziehen und sich neu orientieren. An seiner Leidenschaft für die Geschichtsarbeit werde das aber nichts ändern, so Lejeune.

Der Historiker fügt noch hinzu, dass er aus dem Doktortitel nie einen materiellen Vorteil gezogen habe, weder beruflich noch privat.

mitt/vk

2 Kommentare
  1. Carlo Lejeune

    Meine Stellungnahme darf auch jeder im Wortlaut lesen.
    „Im November 2020 warf ein ostbelgisches Online-Medium mir vor, in meiner Dissertation stellenweise plagiiert zu haben. Dabei bezog es sich auf eine Anzeige, die im Frühjahr 2019 bei der Universität Trier als bezahlter Auftrag eines Dritten eingereicht wurde.

    Ich stelle fest: Aus der Zuerkennung des Doktorgrades habe ich nie einen materiellen Vorteil gezogen: weder beruflich noch privat. Ich habe als Lehrer gearbeitet und meine regionalgeschichtlichen Projekte zwei Jahrzehnte lang nebenberuflich umgesetzt und nicht unter Verwendung des Doktortitels publiziert. Da das Zentrum für Ostbelgische Geschichte (ZOG) als Zentrum für historisch-politische Bildungsarbeit gegründet wurde, wurde weder zum damaligen Zeitpunkt noch in der aktuellen Stellenausschreibung eine Promotion verlangt. Ich habe meine Stärke nie in der konzeptionellen wissenschaftlichen Arbeit gesehen, sondern darin, die zeitgeschichtlichen Erfahrungen der Menschen aus Ostbelgien aufzuarbeiten und zu beschreiben.
    In meiner Dissertation aus dem Jahr 1991 habe ich nicht in allen Bereichen die notwendige wissenschaftliche Sorgfalt an den Tag gelegt. Dennoch ist ein Abschluss der Prüfung an der Universität Trier auch zwei Jahre später noch auf Monate hin nicht absehbar. Aus diesem Grund möchte ich nun selber einen Schlussstrich ziehen und mich wieder neu orientieren. Ich habe dem Präsidenten der Universität mitgeteilt, dass ich den Titel nicht mehr führen werde. An meiner Leidenschaft für die Geschichtsarbeit wird das aber nichts ändern.“

  2. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Mögen andere es ihm gleichtun. Denn solche Titel haben nur dekorativen Charakter. Sind ohne Aussagekraft.