Ingo Schumacher erkrankt zweimal an Corona

Zahlreiche Menschen sind im letzten Jahr an Covid erkrankt. Einige trifft es sogar zweimal, so wie Ingo Schumacher. Der Familienvater aus Berg ist vorerkrankt und hat seine beiden Corona-Erkrankungen ganz unterschiedlich erlebt.

Bild: Chantal Scheuren/BRF

Ingo Schumacher (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Die Sonne scheint in das Wohnzimmer der Familie Schumacher-Palm in Berg. Fröhliche Gesichter schauen von den Bildern an der Wand. Doch das, was Vater Ingo Schumacher erzählt, ist ernst. Der 49-Jährige ist mehrfach an Covid erkrankt. „Das nimmt einem die Lungenkapazität und das heißt die Atemkapazität“, erzählt er. „Man wird schwach und bettlägerig, liegt nur noch im Bett – egal ob das nun im Krankenhaus ist.“

In der ersten Welle im März erlebte der 49-Jährige einen schweren Verlauf. Die Schmerzen beim Ein- und Ausatmen seien schlimm gewesen, der Blutdruck viel zu hoch und die Kopfschmerzen unerträglich. „Ich bin damals auf Anraten der Ärzte nicht ins Krankenhaus gegangen. Dieses Covid-19 war damals noch mehr tabuisiert. Das durfte man kaum aussprechen damals. Ich habe meins hier zu Hause gelebt, erlebt. Das hat sich über mehrere Monate hingezogen.“

Ingo Schumacher ist vorerkrankt und gilt damit als Risikopatient. Doch auch Gesunde könne es schlimm treffen. Von der zweiten Erkrankung hat er sich bis heute nicht erholt. „Seitdem, also seit Weihnachten, habe ich diesen Sauerstoff. Den brauche ich vor allem nachts, dann sinkt mein Sauerstoffgehalt im Blut ziemlich tief. Übertags, wenn ich viel reden muss, würde man mich jetzt ohne Sauerstoff kaum noch hören. Jede Anstrengung – ob das Reden ist, ein paar Schritte gehen oder eine Kniebeuge machen – verlangt viel Sauerstoff.“ Alltägliche Aktivitäten würden damit unmöglich.

Für Menschen, die das nicht selbst erleben, sei es schwer nachvollziehbar. Mithilfe seiner Familie steht Ingo Schumacher das alles durch. „Allgemein schaue ich auf jeden Fall positiv in die Zukunft, auch wenn es schwerfällt. Was mir sehr viel Halt gibt, ist meine Familie. Meine Zwillinge und meine Frau stehen bei mir an erster Stelle. Für meine Familie will und muss ich da sein.“

Der studierte Psychologe hofft, aus der Krankheit herauszukommen und sagt, dazu brauche es Perspektiven. „Das heißt, dass ich Perspektiven habe und dass ich daran glaube, dass die auch noch zu verwirklichen sind. Derjenige, der keine Perspektiven, keine Ziele mehr hat, wird es mit dieser Pandemie – ich rede jetzt nicht von Normalität – schwer haben, ein befreites Leben, einen gewissen Spaß am Leben zu finden.“

Sein persönliches Vorhaben besteht darin, irgendwann ein Buch über sein Leben zu schreiben. Ob es eine einfache Biographie oder eine Trilogie wird, das weiß er noch nicht. Denn er hat gelernt: Das Leben bietet viele Überraschungen.

Chantal Scheuren

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