Suizidgefahr: An wen kann man sich wenden?

Wo kann man Rat suchen, wenn Suizid-Gedanken auftreten? Oder wenn man bei Freunden oder Verwandten solche Gedanken vermutet? Ein möglicher Ansprechpartner ist das Beratungs- und Therapiezentrum (BTZ).

Frau weint (Illustrationsbild: PantherMedia )

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / stokkete

Der Tod der jungen Friseurin Alysson aus Lüttich hat für viel Aufsehen gesorgt. Sie nahm sich das Leben, weil sie gleich zu Beginn ihrer Selbstständigkeit durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Aber nicht nur finanzielle Probleme, sondern auch eine Lebenskrise oder chronische Schmerzen können Menschen dazu bringen, dass sie keinen anderen Ausweg mehr sehen.

„Dass Menschen in Belastungssituationen denken, dass sie durch den Tod aus dieser Situation herauskommen, passiert häufiger, als man denkt. Dabei geht es oft nicht darum, nicht mehr leben zu wollen, sondern darum, dass man so nicht mehr weiterleben will“, erklärt Achim Nahl, der therapeutische Leiter des BTZ. „Ein Problem ist nur, dass man in unserer Gesellschaft nicht über solche Gedanken sprechen darf.“

„Dabei ist Sprechen der wichtigste Aspekt der Vorbeugung. Das ist gerade der Punkt, an dem die Hilfeleister ansetzen: Anzubieten, darüber zu sprechen, um Erleichterung zu ermöglichen.“ Je länger man solche Gefühle mit sich herumtrage – ob nun aus Scham oder um andere nicht zu belasten – desto stärker werde das Gefühl der Ausweglosigkeit, sagt Achim Nahl.

Sein Rat: „Wenn Suizid-Gedanken stärker und häufiger werden, sollten diese Personen so schnell wie möglich das Gespräch suchen: einerseits mit Vertrauenspersonen aus dem Umfeld, andererseits professionelle Hilfe. Dann kann man sich beispielsweise an das Beratungs- und Therapiezentrum wenden.“

Den Angehören empfiehlt Achim Nahl: „Zuhören und vorsichtig darauf hinweisen, dass vielleicht noch ein paar andere Aspekte vorhanden sind – positive Aspekte, auf die die Person sich verlassen kann, um diesen Tunnelblick ein wenig abzulenken.“

Wenn aber eine Kurzschlussreaktion nicht mehr auszuschließen ist, „muss die Person sich in Sicherheit bringen oder in Sicherheit gebracht werden: in die Notaufnahme eines Krankenhauses.“

Neben dem Beratungs- und Therapiezentrum (BTZ) gibt es auch andere Ansprechpartner. Wenn man jemanden zum Reden braucht, kann man beispielsweise auch die Telefonhilfe anrufen unter der Nummer 108.

js/sr/km

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Ein Kommentar
  1. Frank Mandel

    Freunde, gute Nachbarn, Menschen die einem nahe stehen sind eigentlich immer da und haben auch keine Öffnungszeiten.
    Dieser Rat sollte hier gut stehen.
    Scharm Gefühl außer Acht lassen und das Gespräch suchen.
    Es gibt mehr Menschen die einem wohl gesonnen und zu hören, als man oft denkt.
    Der erste Schritt zählt..

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