Belgische Äpfel und Birnen aus fairem Handel

Große Obstmengen werden von weit her angeflogen oder mit dem Schiff gebracht. Faircoop ist der Meinung, dass der lange Transport nicht sein muss. In einer Online-Pressekonferenz hat die Genossenschaft am Donnerstag ihre fairen belgischen Birnen und Äpfel vorgestellt.

Äpfel und Birnen von Faircoop jetzt im Handel erhältlich (Bild: Faircoop)

Bild: Faircoop

Die Herstellung von Produkten in Belgien ist teuer. Hiesige Betriebe sind der Konkurrenz aus anderen Ländern oft nicht gewachsen. Vor gut zehn Jahren war der Milchpreis so im Keller, dass Landwirte ihre Milch weggeschüttet haben.

In einer ähnlich verzweifelten Situation sind aktuell die Obstbauern. Einige von ihnen haben daher den Kontakt zu Faircoop gesucht, erklärt der Präsident der Genossenschaft, Erwin Schöpges. „Die Obstbauern sind auf uns zugekommen. Dann haben wir länger als ein Jahr darüber diskutiert, wie wir dieses Projekt gemeinsam starten können. Es hat viele Versammlungen, viele Diskussionen gegeben. Wir mussten Verarbeiter und Bauern finden. Das macht man nicht innerhalb von ein paar Wochen. Und heute können wir natürlich allemal gemeinsam stolz sein.“

Fairebel ist eine belgische Marke und garantiert, dass alle, die das Obst herstellen, verarbeiten und vermarkten, korrekt bezahlt werden. Es ist ein emotionaler Moment, als Erwin Schöpges und der Obstproduzent Xavier Laduron aus Visé die ersten fairen belgischen Äpfel und Birnen in der Hand halten. „Für mich als Präsident der Genossenschaft ist es schon wieder ein historischer Tag“, freut sich Erwin Schöpges.

„Wir haben Fairebel während zehn Jahren als Milchmarke publik gemacht. Jetzt machen wir einen weiteren Schritt in die Zukunft, indem wir Äpfel und Birnen auf den Markt bringen. Für uns ist das wieder eine Erweiterung. Und wir haben von Anfang an gesagt, wir möchten diesen Weg gemeinsam mit anderen Sektoren beschreiten“, betont Schöpges.

Kurze Wege, fair gehandelt und optimale Qualität, das garantiert der Landwirt aus Amel den Verbrauchern. Dabei sei es nur eine Frage der Zeit, bis andere Erzeuger in die Gruppe des fairen Handels aufgenommen werden. „Fairebel soll die faire Marke in der Landwirtschaft in Zukunft sein. Mehr fair gehandelte Produkte auf dem Markt, das ist auch das Ziel der Genossenschaft für eine fairere Welt in Zukunft.“

Schöpges appelliert an die Verbraucher, etwas mehr für diese Produkte auszugeben und auf Dumpingwaren zu verzichten. Nur so könne der faire Handel langfristig bestehen. „Wir hoffen natürlich, dass der Konsument, genau wie er unsere Milchprodukte, die Milch, den Kakao, die Butter und den Käse kauft, auch die Früchtebauern aus Belgien unterstützt.“

Und wer weiß, vielleicht kann man im nächsten Jahr schon Fleisch von Fairebel kaufen. Erwin Schöpges steht einer Zusammenarbeit mit fleischerzeugenden Betrieben jedenfalls offen gegenüber.

Chantal Scheuren