Ehemaliger Unterrichtsminister Wilfred Schröder verstorben

Der ehemalige Unterrichtsminister der Deutschsprachigen Gemeinschaft Wilfred Schröder ist tot. Der Ameler CSP-Politiker verstarb nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren.

Wilfred Schröder und Fred Evers

Wilfred Schröder und Fred Evers (Bild: PDG_Archiv)

Schröder war von 1995 bis 1999 Minister für Unterricht, Kultur und Denkmalschutz. In den beiden Legislaturperioden davor (1990-1995) und danach (1999-2004) gehörte er dem Rat der Deutschsprachigen Gemeinschaft (RDG) als Mitglied an.

Vor seinem Eintritt in die Christlich-Soziale Partei (CSP) hatte Wilfred Schröder einmal auf der Liste der Christlich-Unabhängigen Wählergemeinschaft (CUW) für die Provinz kandidiert.

Für die CSP leitete er die Lokalsektion Amel. Von 2000 bis 2006 gehörte er für die gemischte Fraktion „Hof von Amel“ dem Gemeinderat an – in der Opposition. Danach zog er sich aus der Politik zurück.

Privat engagierte er sich im Fußball für seinen Heimatverein KFC Grün-Weiß Amel, zuerst als Spieler, später über viele Jahre als Präsident.

Engagiert und heimatverbunden

Für die CSP hoben Jérôme Franssen und Pascal Arimont bei Wilfred Schröder „die starke Heimatverbundenheit und Verwurzelung in seiner Gemeinde“ hervor, die Quelle für sein Engagement gewesen seien. „Wir haben ihn als meinungsstarken, bodenständigen und zuverlässigen Menschen gekannt, der sich vor Engagement nie gescheut hat.“

Das habe sich zunächst in seinem Heimatdorf gezeigt, u.a. beim KFC Amel, sowie in der Kommunalpolitik als Gemeinderatsmitglied und als Präsident der Ameler CSP-Lokalsektion.

„Als Gemeinschaftsminister zeichnete er sich durch eine ungemeine Dossierkenntnis aus, die ihn zu einem wahren Experten in Unterrichtsfragen machte“, heißt es im Nachruf der CSP weiter. „In für das DG-Unterrichtswesen finanziell schwierigen Zeiten konnte er dadurch trotz Sparzwängen viele weitreichende Entwicklungen anstoßen. Nicht zuletzt im Infrastrukturbereich wurden unter seiner Verantwortung viele Projekte verwirklicht.“

Verdienste auch um die Kultur

Unbestritten sind die Verdienste Wilfred Schröders im Bereich der bildenden Kunst der Region.

Als Kulturminister setzte er die von seinem Amtsvorgänger Bernd Gentges eingeleitete Förderung des Internationalen Kunstzenrums Ostbelgien (IKOB) unbeirrt fort, so dass zwölf Dörfer in Eifel und Ardennen 1997 sogar zu einem grenzüberschreitenden Schauplatz neuer Kunst werden konnten. An dem Projekt „Volle Scheunen“ nahmen damals insgesamt 13 Künstler von internationalem Format teil.

Für das IKOB sollte dieses vielbeachtete Kulturprojekt den endgültigen Durchbruch in der Region und die Anerkennung auf internationaler Ebene bedeuten.

Als Kulturminister ermöglichte Wilfred Schröder nicht zuletzt auch die Durchführung von regelmässigen Kunst-Ausstellungen im neuen BRF-Gebäude am Eupener Kehrweg.

Weichen für die Zukunft gestellt

Amels Bügermeister Erik Wiesemes würdigte Wilfred Schröder als „engagierten Menschen, sowohl in der Politik (DG, Gemeinde) als auch auf Vereinsebene“. Über Jahrzehnte habe  Schröder das öffentliche Leben in der Gemeinde Amel und der DG geprägt. „Er war ein allseits bekannter und geschätzter Mensch“, so Wiesemes.

Dabei habe Wilfred Schröder sich nie gescheut, Verantwortung zu tragen und Entscheidungen zu treffen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Ein Beispiel sei die Infrastruktur des KFC Amel, die Mitte der 1990er Jahre unter maßgeblicher Beteiligung des damaligen Vereinspräsidenten entstanden sei. „Er hat somit die Basis geschaffen für eine tolle Jugendarbeit und einen erfolgreichen Amateurfußball in der Gemeinde Amel.“

48 Jahre Präsident des KFC Amel

Der KFC Grün-Weiß Amel bezeichnete Wilfred Schröder als „einen der größten Eckpfeiler unseres Vereins“. Er war 1958 Gründungsmitglied des Fußballclubs.

Als Spieler musste er seine Karriere mit 27 Jahren verletzungsbedingt beenden. Danach begleitete er die Erste Mannschaft als Delegierter bis 1991.

Als Präsident stand er von 1969 bis 2017 sage und schreibe 48 Jahre an der Spitze des Vereins. Seit März 2017 war er dessen Ehrenpräsident.

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