Kein Küschespektakel: „Erst die Pandemie in den Griff kriegen, bevor wir an Karneval denken können“

Der 11.11. ist für viele Karnevalisten ein fester Termin im Kalender. An diesem Datum wird vielerorts die Karnevalssaison eröffnet, auch in Kelmis. Dort kommen immer zahlreiche Karnevalisten zusammen, um gemeinsam die Karnevalssaison zu eröffnen. Dieses Jahr ist aber alles anders.

Kelmiser Küsch

Kelmiser Küsch - dieses Jahr am 11.11. alleine auf dem Platz (Bild: Julien Claessen/BRF)

Das „Küschespektakel“ am 11.11. ist in Kelmis fester Bestandteil der Tradition. Seinen Namen hat die Veranstaltung vom „Küsch“. So heißt das Schwein, das als Statur im Zentrum von Kelmis steht. Es ist das Wahrzeichen des Kelmiser Karnevals.

„Ich glaube es gibt nicht mehr viele Leute hier in Ostbelgien, die das Küschespektakel nicht kennen“, sagt Robert Goebbels, vielen besser bekannt als ‚Pinsel‘. Er ist Präsident vom Küschespektakel-Komitee. „Es fängt normalerweise um 15 Uhr mit einem Sammelzug an, wo die Karnevalsgruppen und KeNeHeMo-Vereine sich zusammenfinden. Dann wird der Zug abgenommen vom neuen KeNeHeMo-Herrscher am Gemeindehaus.“

„Anschließend gehen wir zum Festzelt auf dem Koul-Gelände, wo dann noch eine kleine Ansprache durch den Prinzen stattfindet. Und dann steigt dort die große Party zur Karnevalseröffnung.“ Jedes Jahr feiern dort rund 1.600 Besucher bei freiem Eintritt. Wenn der folgende Tag auf ein Wochenende fällt, feiern sogar bis zu 2.000 Karnevalisten.

320.000 Euro für den guten Zweck

Rund 145 Helfer sind an dem Fest beteiligt. Vom Zeltaufbau bis zum Kellner helfen alle freiwillig mit. Denn das Ganze dient einem guten Zweck. Der Gewinn fließt als Spende in diverse gemeinnützige Projekte und Organisationen in der Region, unter anderem die Behindertentagesstätte in Hergenrath. „Die liegt uns sehr am Herzen, weil wir dort von Anfang an haben helfen können. Um die ersten Pläne zu organisieren, mussten sie selber Geld aufbringen, und da haben wir beisteuern können. Und da sind wir ganz stolz drauf.“

Das Küschespektakel gibt es schon seit 33 Jahren. Es hätte dieses Jahr also sein närrisches Jubiläum gefeiert. In den vergangenen 32 Jahren hat das Spektakel die stolze Summe von rund 320.000 Euro für den guten Zweck erwirtschaftet.

Blick auf 2021 gerichtet

Dieses Jahr muss leider eine coronabedingte Pause eingelegt werden. „Man kann es nicht verantworten, so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Erstens darf man es nicht, und zweitens wäre es auch total unverantwortlich. Wir müssen jetzt zuerst einmal gucken, dass wir die Pandemie in den Griff bekommen, ehe wir an Karneval denken können.“

Im nächsten Jahr soll es dann definitiv weitergehen, wenn die Umstände es erlauben. Das Komitee steckt schon mitten in den Vorbereitungen für die nächste Ausgabe. „Es laufen schon Pläne seitens des Vorstands vom Küschespektakel. Einige Änderungen hatten wir eigentlich dieses Jahr vor, zum 33-Jährigen. Theken werden anders aufgestellt, ein anderes Ambiente gemacht.“

„Also wir rüsten uns, dass wir wieder richtig durchstarten können, wenn wir wieder feiern können. Mit neuem Ambiente und viel Stimmung auf dem Küschespektakel“, so Robert Goebbels.

Grégory Dalbert