Bütgenbach: Das Trinkwasser sorgt wieder für Diskussion

Die Trinkwasserversorgung ist Dauerthema im Bütgenbacher Gemeinderat. Diesmal ging es darum, ein Leitungsproblem zu beheben, und um die Frage, wie es dazu kommen konnte.

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Die Trinkwasserversorgung war wieder Thema im Bütgenbacher Gemeinderat (Bild: Stephan Pesch/BRF).

Knackpunkt ist der sogenannte Hochpunkt Nummer fünf der Verbindungsleitung „Regenberg/Schlangenvenn“.

Die Leitung ist zu klein, sodass ein „Flaschenhalseffekt“ entsteht, wie Wasserschöffe Charles Servaty (FBL) erklärte. Nun soll parallel dazu eine neue, größere Leitung verlegt werden, die auch das Wasser künftiger Bohrungen aufnehmen kann.

Wer hat den Schwarzen Peter?

Für die Opposition sprach Hermann-Josef Pauels (FDG) von Fehlplanung. Er mochte niemandem die Schuld dafür ankreiden, nannte aber neben Gemeinde und Studienbüro ausdrücklich auch die bezuschussende Gesellschaft für Wasserwirtschaft SPGE.

Servaty wollte den Vorwurf der „Fehlplanung“ nicht stehen lassen. In der Tat seien die Vorgaben der SPGE so strikt gewesen, dass es nicht anders gegangen sei.

Bürgermeister Daniel Franzen (FBL) ergänzte, die Probleme hätten sich erst nach der Inbetriebnahme herausgestellt.

Die Opposition wollte dem Gemeindekollegium nach den Worten von Elmar Heindrichs (FDG) auch keinen direkten Vorwurf machen. Sie bedauerte aber, dass die Leitung so schnell ersetzt werden müsse.

Schließlich, so Hermann-Josef-Pauels, kämen nicht nur die 65.000 Euro Beteiligung der Gemeinde aus Steuergeldern, sondern auch die 135.000 Euro an Zuschuss der SPGE. Die Opposition enthielt sich darum der Stimme.

Gemeinderat Bütgenbach (Foto: Stephan Pesch, BRF)

Höheres Budget für Nachteerungen

Die Gemeinde Bütgenbach hat im laufenden Jahr mehr Geld für den Straßenunterhalt. Bei der Haushaltsanpassung plante der Gemeinderat 150.000 Euro zusätzlich ein.

Nach den Worten von Bauschöffe Stéphan Noël (ZGG) sollen Wege nachgeteert werden, „die noch nicht in so schlechtem Zustand sind“.

Die Opposition begrüßte diese vorausschauende Vorgehensweise. Die anderen kostenaufwendigeren Straßen dürften aber nicht vergessen werden, sagte Elmar Heindrichs. Der Ursprungshaushalt von 300.000 Euro für diesen Posten sei jedenfalls viel zu niedrig gewesen.

Kirmes in Weywertz und Bütgenbach kann kommen

In der Fragestunde wollte Jean-Luc Velz (FDG) wissen, wie es angesichts von Corona um die noch ausstehende Kirmes in Weywertz und in Bütgenbach-Berg bestellt sei. Bürgermeister Daniel Franzen sagte, dass er mit den Wirten und Saalbetreibern in Kontakt sei, damit die nötigen Auflagen eingehalten werden können.

Was die Schausteller und Kirmesbuden betrifft, hätten einige ihr Kommen schon zugesichert. Andere seien eher vorsichtig und sähen das Jahr als „gelaufen“ an. Jedenfalls müssten diese Veranstaltungen sehr gut vorbereitet werden, so der Bürgermeister.

Stephan Pesch

3 Kommentare
  1. Joachim Wahl

    Herr Pauels hat (teilweise) recht. Es ist eine Fehlplanung des Studienbüros. Es obliegt nicht der Gemeinde, Auslegungen auf Berechnungsfehler hin zu untersuchen, da auch kaum der fachliche Hintergrund dafür vorhanden ist.
    Ein Planer jedoch muss im Voraus berechnen, wie sich Drücke und Fliessgeschwindigkeiten in Rohrsystemen verhalten und wie Querschnitte auszulegen sind. Diese Berechnung hätte gezeigt, dass durch zu geringe Querschnitte Fliessgeschwindigkeiten ansteigen, der Druck aber abnimmt und durch Kavitation Dampfblasenentwicklung entstehen läßt.
    Alles andere ist „learning-by-doing“.

  2. Edgar Fink

    Sehr geehrter Herr Wahl,
    korrekt, Fachleute sind da um zu beraten.
    Ich nehme an, dass das Studienbüro die politisch-Verantwortlichen sehrwohl frühzeitig auf die Problematik hingewiesen hat (Das GE ist da schon etwas detaillierter in seiner Berichterstattung vom heutigen Tag).
    Die zukünftigen technischen Probleme waren also zumindest auch dem Schöffen (und anderen?) bereits vor der ersten Beschlussfassung in dieser Angelegenheit genauestens bekannt.
    Was nun, wenn Politiker diese Erkenntnisse nicht nutzen und ein Projekt trotzdem einfach durchwinken und dadurch stillschweigend genehmigen? Ist es in Ihren Augen dann auch nur Fehlplanung?

  3. Joachim Wahl

    Hallo Herr Fink, wenn das so gewesen ist, wie Sie formulieren, wäre das grob fahrlässig. Es ist auch schwer vorstellbar, dass die SPGE Leitungsquerschnitte vorgibt, da diese immer anlagenspezifisch auszulegen sind. Leider ist die Liste der „politischen Fehlentscheidungen“ nahezu endlos. Und jeden Tag wird sie länger. Zum Glück „übernimmt“ der Bürger die Konsequenzen.