Neue Überwachungskameras in Kelmis

Überwachungskameras spalten die Gemüter. Wo liegt die Grenze zwischen Privatsphäre und Sicherheit? In Kelmis werden in den nächsten Jahren einige neue Kameras angebracht, als Ersatz und zur Ausweitung der jetzigen Überwachung.

Auch am Kirchplatz sollen die Überwachungskameras erneuert werden (Bild: Robin Emonts/BRF)

Auch am Kirchplatz sollen die Überwachungskameras erneuert werden (Bild: Robin Emonts/BRF)

Videoüberwachung in den Straßen ist kein neues Thema. In vielen Gemeinden der Region hat man sich in den letzten Jahren darüber Gedanken gemacht. In Kelmis gibt es bereits Kameras, aber die jetzigen sind veraltet, qualitativ niedrig und für den Kommissariatsleiter in Kelmis, Fréderic Herzet, nicht immer eine Hilfe.

„Sie sind nicht live einsehbar, wir können den Kamerawinkel nicht verstellen, wir können nicht ranzoomen und dergleichen“, erklärt Herzet. „Und wenn wir eine Aufnahme davon brauchen, müssen wir Techniker kommen lassen. Die begeben sich zu dem Kamerasystem, laden das Videomaterial runter und dann erst können wir das auswerten.“ Also sollen neue her, die durchgehend live bedient werden können und die bei weitem mehr Möglichkeiten bieten.

Der Plan steht bereits. Die Rede ist von knapp 19 Kameras, so der Bürgermeister der Gemeinde Kelmis, Luc Frank. „Wir haben beschlossen, Kameras an sechs verschiedenen Standorten zu installieren. Diese Woche werden wir die Angebote eröffnen, damit wir wissen, wer den Zuschlag bekommen hat und die Kameras noch in der zweiten Jahreshälfte installiert werden können.“

Der Aufbau soll in zwei Phasen stattfinden. In einer ersten Phase sollen auf der Kreuzung Lütticher Straße – Kirchstraße eine 180-Grad-Kamera und eine Kamera zur Erkennung von Nummernschildern und Fahrzeugen angeschafft werden. Auf dem Koulgelände sollen die bestehenden Kameras ausgetauscht werden gegen modernere 360-Grad-Kameras und Kameras mit neuen Blickwinkeln am Rande des Platzes.

Außerdem soll auf dem Kirchplatz die jetzige Überwachung erneuert werden. Zunächst müsse aber noch der Kirchplatz selber erneuert werden, so Luc Frank. „Selbstverständlich werden die Kameras erst im Rahmen der Gestaltung des Kirchplatzes installiert. Momentan haben wir ja Kameras hier auf dem Platz, die aber suboptimal sind, aber wir werden sie für diese Zeit benutzen.“

Knapp 100.000 Euro soll die erste Phase die Gemeinde kosten. Der größte Kostenpunkt liegt aber in der Polizeidienststelle selber. „Wir brauchen große Server, die auch in der Lage sind, die Kapazität zu bieten, um über einen länger Zeitraum zu speichern. Und das Serversystem muss so stark sein, dass es auch für einen weiteren Ausbau stark genug ist.“

Ein erster Ausbau findet ja schon in der zweiten Phase 2021/2022 statt. Die Rede ist von Kameras an der Kreuzung Moresneterstraße, Patronagenstraße und am Kreisverkehr in Hergenrath – als Knotenpunkt im Zugangsverkehr nach Kelmis. Zu guter Letzt soll auch eine Kamera im Park in Kelmis stehen. Bester Standort für die Polizei wäre auf einem Mast in der Mitte einer Wiese mitten im Park. Es herrscht jedoch noch Diskussion, denn die Kameras sollen die Einwohner im Alltag eigentlich so wenig wie möglich stören.

Am Ende soll die Polizei davon profitieren, bei Straftaten zeitnah agieren zu können oder bei möglichen Konflikten sogar präventiv arbeiten zu können. Willkür im Umgang mit den Videos ist nicht erlaubt, jeder Gebrauch der Bilder muss auch gerechtfertigt werden.

Robin Emonts

4 Kommentare
  1. Anja Wotschke

    Und wann sollen die gemachten Aufnahmen denn wieder gelöscht werden? Denn unter der Aussage „können über einen längeren Zeitraum gespeichert werden“, das ist schon ein sehr dehnbarer Begriff und vielen Bürgern, gleich ob Einheimische oder Aussenstehenden, dürfte das nicht recht sein wenn Videoaufnahmen da von Dritten weiß Gott wie lange da irgendwo abgespeichert ist. Ua wie stehts denn da rechtlich mit dem Recht am eigenen Bild und seiner Privatsphäre wenn man da permanent überwacht wird.?

  2. Horst Emonts-pool

    In Malmedy war vor ein paar Jahren ein Juwelier laden überfallen worden. Trotz Kameras in der Stadt sind die Täter unbehelligt geflohen. Warum müssen Nummernschilder erkannt werden? Kann man denn nirgendwo mehr hin ohne überwacht zu werden? Und dann wird uns immer erzählt, wie schlimm die Sowjetunion war.

  3. Mostert Louis

    Wann wird de Kelmiser Bürger wach !!!! und beendet diese Diktatorische tun des Mannes der sich jetzt Bürgermeister nennt ? Er bedroht und und hält sich selbst für unnahbar, in Zeit des Lockdown ist er sogar mit seinem Schopper durch unsere Gemeinde geknattert. Aber demnächst sieht man es dann vielleicht Live mit den Kameras.
    Und selbst bei sich zu Hause gegen Verkehrsfluss Parken, bei sich vor der Haustüre ist doch sein Privatgrund laut seiner eigenen aussage !!!
    Schönes Vorbild für den Bürger,
    und ja, viel versprochen von Tür zu Tür und ein Paar dinge sind geschehen, aber schaut mal richtig bei welchen Bürgern vor der Tür ?? Vetternwirtschaft ??
    oder doch Kasperletheater ( Kopiert aus Grenz-Echo 2.09.2020 ) wie Jean Uebags schreibt ?

  4. Jean-Pierre DRESCHER

    Der selbe technische Fortschritt vor 80 Jahren und der Gestapo wäre arbeitslos geworden. Ebenso wie der Gelenmänncher der jedem dahergelaufenen Führer hinterher läuft.

    Einkaufen und Geld in der „kleinen Vervieser Kolonie“ lassen sind für mich und viele andere ab jetzt ein abgeschlossenes Kapitel einer schlechten Geschichte. Dann bleiben Mehrwertsteuer und der Rest des Geldes eben in Raeren wo man weltoffen, aufgeklärt und nicht ausländerfeindlich ist.