Jungunternehmer aus Amel erfindet Coolbank

Die Situation kennt wohl jeder: Man lädt Gäste zum Essen ein, diese bringen eine Flasche Wein mit. "Die muss wohl noch kurz in den Kühlschrank", heißt es dann häufig. Doch "kurz" reicht oft nicht aus, um Getränke ausreichend zu kühlen. Ein Jungunternehmer aus Amel möchte das Problem mit einer passenden Erfindung lösen.

Coolbank-Erfinder Jan Heck (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Coolbank-Erfinder Jan Heck (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Etwa wie ein Eiswürfel sieht der letzte Prototyp der „Coolbank“ aus. Coolbank – so nennt Jan Heck sein Produkt, das kühle Getränke innerhalb von Sekunden verspricht und nach dem Durchlaufprinzip funktioniert. „Alles, was ich oben rein kippe, kommt auch unten raus“, erklärt Jan Heck. „Wir kühlen aber in der Regel Wein, Wasser, Milch, Säfte und Getränke ohne Kohlensäure.“

Das Getränk läuft dann über einen zwei Meter langen Kanal an dem bis zu minus zwanzig Grad kalten Akku vorbei, der sich im Inneren der Coolbank befindet. Ist der Kühlakku noch unbenutzt, kühlt das Getränk um zehn Grad ab, erklärt Jan Heck, während er Apfelsaft in die Coolbank schüttet. „Insgesamt kühle ich vier Liter Getränk, mit einem Akku, im Durchschnitt um 8 Grad Celsius.“

Und der Praxistest zeigt: Das Getränk kommt nach wenigen Sekunden merklich kühler aus der Coolbank wieder raus. Ist der Akku einmal verbraucht, beziehungsweise die Kühlkapazität verloren gegangen, kann man einfach einen neuen Kühlakku einsetzen.

Jan Heck sieht sein Produkt als durchdacht an. Es ist transportabel, spart Platz im Kühlschrank und ist schnell zu bedienen. Doch nicht nur das: „Der Kanal, durch den die Flüssigkeit läuft, ist durch einen Silikonschlauch abgedichtet, den man einfach über diesen Kühlakku zieht“, erklärt er. „Wenn der Kühlakku entladen ist und ich ihn reinigen will, dann kann ich den Silikonschlauch einfach abnehmen und dann ist der ganze Kanal vasibel. Ich kann den komplett in die Spülmaschine legen. Und die Spülmaschine erreicht jeden Punkt in diesem Kanal, damit ist das immer vollkommen sauber und hygienisch.“

Eigentlich ist Jan Heck Geschäftsführer einer Heizungsfirma. Durch persönliche Erfahrungen ist er zum Produktentwickler geworden.

„Um wirklich schnell etwas zu kühlen, sprich in fünf Sekunden, wie die Coolbank das schafft, habe ich wirklich nix gefunden. Dann habe ich angefangen, mir Gedanken zu machen, wie das möglich ist und da ich hier eine ausgestattete Werkstatt habe und viele Möglichkeiten zu basteln, habe ich nach und nach die Coolbank entwickelt. Daraus ist dann eine Produktidee geworden“, erzählt der Erfinder. „Und nach zwei Jahren viel Entwicklerei sind wir dann zum fertigen Produkt gekommen.“

Die Coolbank von Jan Heck (Bild: Coolbank)

Bild: Coolbank

Zur Zeit wird das Projekt auf Kickstarter beworben. Unter anderem wegen Corona hat der Unternehmer sich für eine alternative Finanzierungsmethode entschieden und an die breite Masse gewendet. „Um den gängigen Finanzierungsweg von solchen Produkten zu umgehen, sprich Banken abzuklappern und Investoren zu suchen, die die relativ teure Entwicklung und Produktion vorfinanzieren, gibt es diese Crowdfunding-Plattformen, wo man sein Produkt bewirbt und die Leute versucht, davon zu überzeugen, so dass sie das Produkt bereits im Vorabkauf kaufen. Mit diesem eingesammelten Geld werden dann die nötigen Investitionen gemacht, um das Produkt auch herzustellen.“

Wird das Finanzierungsziel erreicht, werden die ersten Coolbanks im April 2021 geliefert. Aktuell hofft Jan Heck, dass eine breite Kundschaft auf sein Produkt und die Kickstarter-Kampagne aufmerksam wird. „Unser Produkt ist seit vier Tagen online. Wichtig sind die Investitionen in den ersten Tagen, das heißt wie viel Unterstützung man in den ersten Tagen sammelt, damit man bei Kickstarter auf der Startseite oder bei den verschiedenen Kategorien im oberen Bereich gelistet wird“, weiß Heck. „Das ist für die ein sehr wichtiger Indikator dafür, wie die Produkte bei den Leuten ankommen.“

Ist diese Reichweite einmal erreicht, sieht Jan Heck der weiteren Entwicklung der Coolbank positiv entgegen. Und dann stünde kühlen Getränken im nächsten Sommer nichts mehr im Wege.

Andreas Lejeune

Ein Kommentar
  1. Yves Tychon

    Mag sein, dass dieses Gerät eine Flüssigkeit in Nullkommanix herunterkühlen kann,
    doch welche Auswirkungen hat der Vorgang auf den Geschmack, besonders bei Wein?

    Vor einigen Monaten erschien in der Revue du Vin de France ein Vergleichstest diverser Kühlmethoden: Kühlschrank, Kühlmanschette und Eiseimer. In allen Fällen gab es geschmackliche Unterschiede. Die Nase vorn hatte der gute alte Eimer mit einer korrekten Mischung von Wasser und Eiswürfeln!
    Ansonsten: Wer dem Wein ein paar Monate oder Jahre im Keller gönnte, muss ja auch nicht auf der Zielgeraden die Temperatur forcieren.
    Köche knallen ihre Steaks auch nicht vom Kühlschrank in die Pfanne, sondern gewähren ihnen zuerst eine Phase bei Raumtemperatur.