Sommerferien in unserer Region: Rudolf und Rita Hans vermieten in Raeren „Landhauszimmer mit Charme“

Große Hotels sind in Ostbelgien eher rar gesät, dafür gibt es aber zahlreiche kleine Bed&Breakfast's, häufig betrieben von passionierten Quereinsteigern, so wie Rudolf und Rita Hans. Vor einigen Jahren haben sie sich in Raeren den Traum vom eigenen B&B erfüllt.

B&B von Rudolf & Rita Hans in Raeren (Bild: Melanie Ganser/BRF)

B&B von Rudolf & Rita Hans in Raeren (Bild: Melanie Ganser/BRF)

Als „Landhauszimmer mit Charme“ bezeichnen Rudolf und Rita Hans ihre beiden Zimmer – und versprechen damit nicht zu viel. Mich erwartet ein altes Bruchsteinhaus am Ende der Kreuzstraße in einer Sackgasse. Bei meiner Ankunft bearbeitet Rita Hans gerade das Blumenmeer im Vorgarten. Schon der erste Blick strahlt eine ländliche Gemütlichkeit aus.

Ein Schild an der Hausfassade weist auf das kleine B&B hin, das Rudolf und Rita Hans hier im Sommer 2013 eröffneten. „Die Idee stammt eigentlich aus der Situation, dass wir selber gerne Urlaub in kleinen Betrieben machen – ähnlichen wie dem, den wir jetzt selber betreiben. Wir finden es einfach nett, Gäste zu empfangen und konnten uns sehr gut vorstellen, dass in einem kleinen Rahmen zu machen“, sagt Rudolf Hans.

B&B von Rudolf & Rita Hans in Raeren (Bild: Melanie Ganser/BRF)

B&B von Rudolf & Rita Hans in Raeren (Bild: Melanie Ganser/BRF)

„Unser Gästebereich ist der ehemalige Stall des Hauses. Wir konnten uns nicht vorstellen, in diesem Teil zum Beispiel einen festen Mieter reinzusetzen. Wir wollten weiter unsere Freiheit haben, selbst bestimmen, wann und wie der Kontakt läuft – und das geht über den Gästebetrieb sehr gut.“

Für die Gäste gibt es einen separaten Eingang und auch einen eigenen Gastraum für das Frühstück. Die beiden Zimmer sind rustikal und modern zugleich. Holzbalken unterstreichen den alten Charakter des Hauses. Übernachtet haben hier schon Touristen aus aller Herren Länder: Überwiegend sind es Flamen, Wallonen, Deutsche oder Niederländer.

Internationales Publikum

Aber auch Thailänder, Südafrikaner oder auch Inder hat es schon nach Raeren verschlagen. „Die Inder waren eine kleine Gruppe von vier Personen, die Bekannte in Hauset hatten und auf Europa-Tour waren. Sie sind von bei uns aus in Richtung Paris, Brüssel und Köln gefahren. Dann sind sie weiter nach Südfrankreich, Spanien, Italien und Österreich und sind dort den klassischen Sehenswürdigkeiten nachgefahren.“

„Die Südafrikaner waren in Norddeutschland zu einer großen Ausstellung von Farnen, haben bei uns übernachtet und auch Farne aus unserem Garten mitgenommen. Und Amerikaner haben wir auch ein paar Mal hier gehabt, die zum Formel-1-Rennen in Spa-Francorchamps waren. 30 Kilometer waren für sie ein Katzensprung.“

Fahrradfreundlich

Den Großteil der Übernachtungsgäste machen aber die Fahrradtouristen aus. Dazu trägt vor allem der nahe gelegene Ravel-Weg bei. Das B&B ist auch mit dem Qualitätslabel „Bed+Bike“ für fahrradfreundliche Betriebe ausgezeichnet.

Der Tourismus im Inland boomt, ganz besonders in diesem Jahr – und das spürt auch das Ehepaar Hans. „Bisher war es in der Hauptsaison eigentlich so, dass 75 Prozent der Gäste Tagestouristen sind. Jetzt in der Corona-Zeit haben wir festgestellt, dass viele Leute etwas entspannter sind, sich mehr Zeit nehmen, oft zwei, drei oder gar vier Übernachtungen bei uns machen und die Region vor Ort etwas besser kennenlernen möchten, bevor sie weiterreisen.“

Die Nachfrage ist also groß, an Normalbetrieb ist aber trotzdem noch nicht zu denken. „Dieses Jahr ist es ein bisschen anders durch Corona. Wir von unserer Seite belegen die Zimmer nicht, um voll auszulasten, sondern wir schauen darauf, dass entweder Familien beide Zimmer mieten oder Freunde sich zusammentun und beide Zimmer mieten. Ansonsten versuche ich, immer nur ein Zimmer zu vermieten, um die Corona-Auflagen vom Staat zu verwirklichen, indem wir nicht zu viele Gäste hier vermischen, denn es ist alles relativ eng bei uns.“

Nächste Wochen fast ausgebucht

Rudolf Hans ist froh, dass er seit Mitte Juni wieder Gäste aufnehmen darf, aber er blickt auch beunruhigt in die Zukunft. „Wenn man sieht, dass die Infektionszahlen wieder drastisch ansteigen, mache ich mir große Sorgen, dass von Seiten des Staates wieder zurückgerudert wird. Die ersten Betriebe werden wohl die Horeca-Betriebe sein: ob Restaurants, Cafés, Wirtschaften oder Übernachtungsbetriebe. Wir werden dann wieder starke Einschränkungen kriegen oder gar ein komplettes Verbot, Gäste aufnehmen zu dürfen. Das wäre sehr schade.“

Doch daran will Rudolf Hans eigentlich nicht denken. Er freut sich lieber auf die nächsten Gäste. Und um die Auslastung muss er sich schonmal keine Sorgen machen. Der August ist jedenfalls schon bis auf wenige Tage ausgebucht.

Melanie Ganser

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