Sommerferien in unserer Region: Stephanshof – ein Paradies zum Teilen

Etwas verloren zwischen Faymonville, Ondenval, Iveldingen und Schoppen liegt der Stephanshof. Vor einigen Jahren wurden die teils heruntergekommenen Häuser noch als Geisterdorf bezeichnet, jetzt entfaltet die Ortschaft immer mehr ihr touristisches Potenzial.

Stephanshof in der Gemeinde Amel (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Stephanshof in der Gemeinde Amel (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Um das Jahr 1900 entstand der Stephanshof. Erik Wiesemes, Bürgermeister der Gemeinde Amel, kennt die Entstehungsgeschichte der Ortschaft genau: „In Ondenval gab es eine kinderreiche Familie, die hielten Ausschau nach neuen Einkommensmöglichkeiten. Die Menschen waren sehr arm und sie suchten nach neuem Land, nach Nahrungsmittelproduktion.“

„Und so ist es gekommen, dass diese Familie auf diese benachbarte Anhöhe – damals hieß es noch nicht Stephanshof – gezogen ist.“ Insgesamt fünf Häuser wurden errichtet und bildeten den Stephanshof, dessen Name von den ersten Bewohnern abgeleitet wurde. „Die erste Familie war die Familie Etienne Mathonet. Etienne, auf Deutsch Stephan. So gab es dann eben diese Namensgebung.“

Die Geschichte der überschaubaren Ortschaft hält auch das ein oder andere Kuriosum bereit. „Damals in den ersten Jahren gehörte der Stephanshof politisch zu Schoppen, beziehungsweise Amel, pfarrlich zu Ondenval. Die Kinder gingen aber entweder nach Iveldingen oder die meisten doch nach Faymonville zur Schule. Also man war hier oben sehr weltoffen eingestellt.“

Daneben gibt es auch noch einen eigenen Friedhof. Dieser entstand während der Ardennenoffensive, nachdem eine Verstorbener nicht in Ondenval begraben werden konnte. Insgesamt sieben Gräber umfasst der Friedhof und ist somit einer der kleinsten Friedhöfe der Region.

Doch die Geschichte des Stephanshofs endet nicht hier, denn seit einigen Jahren befindet sich die Ortschaft im Aufschwung, wie Erik Wiesemes betont. „Man kann wirklich sagen, aus diesem Geisterdorf ist innerhalb von einigen Jahren ein Vorzeigeobjekt im touristischen Bereich der Gemeinde Amel geschaffen worden. Wir haben bereits Leute aus Tervuren, die sich hier sesshaft gemacht haben. Ein weiterer Investor ist ebenfalls dabei, hier Geld zu investieren.“

Der Weg zur Ferienwohnung

Eben jenes Ehepaar aus Tervuren hat sich nun im Stephanshof niedergelassen und dort Ferienwohnungen eingerichtet. Der erste Kontakt war eher zufällig, wie Jacqueline Huyghe-De Muynck berichtet. „Wir kennen Schoppen schon seit Jahren. Wir haben 1998 eine Zweitwohnung gebaut für einen Freund hier, denn wir haben ein Bauunternehmen. Wir kamen ab und zu am Wochenende in diese Wohnung und so haben wir die Umgebung kennengelernt. Und dann haben wir gesagt ‚Oh, wir möchten später, wenn wir pensioniert sind, gerne hier hinkommen.'“

Und so kam das Ehepaar zum Stephanshof und beschloss, eines der fünf Häuser zu erwerben. „Wir kamen hierhin, dann hat mein Mann gesagt, von da oben an der Straße: ‚Oh ja, das ist mein Paradies, das wird es!'“

Und eben jenes Paradies, ruhig gelegen und umgeben von ganz viel Natur, wollte das Paar mit den Gästen einer Ferienwohnung teilen. „Wir haben uns die Zeit genommen, um alles kennen zu lernen, die Gebäude, die Umgebung und was wir daraus machen können. Und mein Mann hatte die Idee, hier Ferienwohnungen zu machen, weil wir finden es ist hier wirklich ein schönes Paradies und das möchten wir gerne teilen mit anderen Leuten.“

Den Umbau hat das Ehepaar alleine bewerkstelligt und versucht, alles so natürlich zu belassen wie nur möglich. „Wir haben auch die Materialien ausgesucht, so viel wie möglich biologisch, ökologisch, damit es hier passt. Wir wohnen hier mitten in der Natur, wir haben sehr viel Respekt vor der Natur, also haben wir versucht, der Natur noch mehr Respekt zu bieten.“ Und so ist die ohnehin schon abwechslungsreiche Geschichte des Stephanshofs um ein weiteres Kapitel reicher.

Andreas Lejeune

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