Masken made in Belgium: Weimat fühlt sich in seiner Innovation ausgebremst

Durch den Kauf von Produkten "made in Belgium" wird die lokale Wirtschaft gefördert und Arbeitsplätze bleiben erhalten. Zum Leidwesen der Firma Weimat ist das aber noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen. Das Familienunternehmen hat einen neuen Mundnasenschutz namens Lean Mask entwickelt, wurde in den öffentlichen Ausschreibungen des Föderalstaates aber nicht angefragt und bedauert das sehr.

Bild: Chantal Scheuren/BRF

Maskenproduktion bei der Firma Weimat (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Das Tragen von Schutzmasken wird wärmstens empfohlen. Doch Maske ist nicht gleich Maske. Die Firma Weimat produziert chirurgische Masken in Eupen und hat bisher 10.000 Stück verkauft. „Wir produzieren nachhaltige Masken aus einem TPE-Material. Nur der Filter wird weggeworfen. Der Filter ist 50×50 mm groß und entspricht der FFP2-Norm“, erklärt Geschäftsführer Alexander Weiss.

Der auswechselbare Filter ist zertifiziert. Die Zertifizierung der Maske scheint jedoch ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. „In Belgien gibt es keine Unternehmen, die für die Zertifizierung zugelassen sind. Man muss über Deutschland oder Frankreich gehen, wo die Zertifizierung auch sehr komplex ist. Man bekommt keine Informationen, warum die Maske eventuell nicht die perfekten Werte erreicht.“

Die Maske ist einfach zu handhaben. Sie kann im Vergleich zu Einweg- und Stoffmasken punkten, denn der Schweiß kann ganz einfach abgewischt werden und zieht nicht ein, wie das bei einer Stoffmaske der Fall wäre.

Bei einer Bestellmenge von 20 Stück kostet eine Maske zehn Euro. Der Anschaffungspreis amortisiert sich bei regelmäßigem Tragen innerhalb kurzer Zeit. „Wenn man es mit einer normalen chirurgischen Maske vergleicht, die im Moment einen Euro kostet, dann schmeißen eine Krankenschwester oder ein Arzt jeden Tag zwei Euro weg. Dann ist die Maske innerhalb von fünf Tagen bezahlt. Unser Filter kostet momentan noch 20 Cent. Desto höher die Stückzahlen werden, umso mehr wird sich der Preis anpassen.“

Angesichts der Saga um die vom Föderalstaat bestellten und für mangelhaft befundenen Masken kann der Weimat-Geschäftsführer nur den Kopf schütteln. „Hätte der belgische Staat fünf Millionen Masken bei uns bestellt, hätte ich sicher den gleichen Preis machen können wie für die Masken, die bestellt wurden und die die Bevölkerung nicht brauchen kann.“

Der Unternehmer hat seine Möglichkeiten ausgeschöpft und richtet einen Appell an die Politik: „dass die auch publik machen, wie viel Müll man [mit den Einwegmasken] macht und dass wir eine nachhaltige Lösung haben. Made in Belgium, alles von A bis Z intern gefertigt.“ Auch bei der Zertifizierung wünscht sich Weiss Unterstützung.

Alexander Weiss ist von seinem Produkt überzeugt und verfügt über die Kapazitäten, um die Produktion auf mindestens 100.000 Stück pro Woche hochzufahren.

Chantal Scheuren

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