Bütgenbach: Wasserversorgung sorgt wiedermal für Diskussionsstoff

Im Bütgenbacher Gemeinderat hat die Wasserversorgung am Donnerstagabend wieder einmal für Diskussionsstoff gesorgt. Auslöser war das Lastenheft für einen Not-Transport von Trinkwasser.

Abstandsregeln im Gemeinderat in Bütgenbach (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Gemeinderat in Bütgenbach: Die Sitzplätze wurden auseinander gestellt, um genügend Abstand zu gewährleisten (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Bei dem Auftrag der Gemeinde geht es darum, ein Unternehmen zu finden, das Wasser von Monschau nach Elsenborn transportiert, falls es im Sommer zur Wassernot kommen sollte. Auf diese Art der Notversorgung musste die Gemeinde Bütgenbach in den Jahren zuvor schon zurückgreifen.

Eben deshalb sei es wichtig, die Bevölkerung frühzeitig zu sensibilisieren, so die Opposition. Einen entsprechenden Aufruf, Wasser zu sparen, hatte die Gemeinde am Donnerstag veröffentlicht: Zu kurzfristig für die Oppositions-Fraktion FDG.

Bevölkerung sensibilisieren

Der zuständige Schöffe Charles Servaty räumte ein, dass sich Versorgungsprobleme schon im Mai abzeichneten. Oppositionsmitglied Hermann Pauels wollte daraufhin wissen, warum nicht sofort gehandelt wurde. Eine konkrete Antwort lieferte nicht Charles Servaty, sondern Schöffe Stéphan Noël: Im Mai hätte es noch keinen Sinn gemacht, Wasser zu sparen, da die Speicherkapazitäten ausgeschöpft waren.

Auf die Wasser-Transporte aus Deutschland will die Gemeinde Bütgenbach noch drei Jahre zurückgreifen können – wenn es denn zu Notfällen kommt. Bis dahin sollen aber langfristige Maßnahmen – wie Bohrungen – umgesetzt werden, so Noël weiter. Hermann Pauels von der Opposition machte ebenfalls darauf aufmerksam, dass die trockenen Sommer wohl keine Ausnahmesituation, sondern mittlerweile Normalzustände sind, auf die man sich in Zukunft einstellen sollte.

Ein Unternehmen für die Wassertransporte zu finden, sollte kein Problem sein, merkte Charles Servaty am Anfang der Diskussion an. Im letzten Jahr hätten sich viele Unternehmen für den Auftrag beworben. Im Juli 2019 hatte die Gemeinde sechs kleinere Transporte durchführen lassen, um eine akute Wassernot zu verhindern.

Bürgermeister Daniel Franzen nutzte die Gelegenheit, um nochmal auf einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufmerksam zu machen. Er merkte zudem an, dass die öffentlichen Wasserentnahmestellen nur für die Tierversorgung gedacht sind.

Wasserpreis ändert sich nicht

Für weniger Zündstoff im Gemeinderat sorgte die Ankündigung des Schöffen Servaty, dass der Wasserpreis 2021 bei 2,6091 Euro pro Kubikmeter bleiben wird. Die Opposition deutete aber auch hier an, dass sie mit den Projekten der Mehrheit in puncto Wasserversorgung nicht einverstanden ist.

Marliese Ritter-Argembeaux (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Marliese Ritter-Argembeaux (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Neues Ratsmitglied

Neues Ratsmitglied der Minderheitsfraktion „Für deine Gemeinde“  ist Marliese Ritter-Argembeaux. Sie rückt für Tony Brüsselmans nach, der diese Woche seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Prämien für Horeca und Tourismus

Thema im Gemeinderat war auch eine Prämie, die die Deutschsprachige Gemeinschaft im Horeca- und Toursimusgewerbe investieren möchte. Die DG sieht ein Gesamtbudget von drei Millionen Euro vor. Die Auszahlung an die verschiedenen Betriebe erfolgt aber über die Gemeinden. Insgesamt gehen 377.000 Euro an Betriebe in der Gemeinde Bütgenbach. Schöffin Nadia Sarlette kritisierte, dass die Prämie Verwirrung und Ungerechtigkeit stiften könnte, da das System verschiedene Summen für verschiedene Arten von Betrieben vorsieht. Ausbaden werde das dann vermutlich die Gemeindeverwaltung, da sie ja der direkte Ansprechpartner für die Bevölkerung ist. Bis zum 15. Juli können Betriebe ihre Anträge bei der Gemeinde einreichen.

Raffaela Schaus

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