Atommüllendlager: Mini-Demo am Grenzübergang Köpfchen

Die Aachener Atomkraftgruppe "AKW Nee" hat am Samstag gegen die Endlagerung von Atommüll auf belgischem Gebiet demonstriert. Es fanden sich aber nur wenige Atomkraftgegner mit Plakaten und Bannern am Grenzübergang Köpfchen ein.

Mini-Demo am Grenzübergang Köpfchen gegen die Atommüllendlagerung (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Martina Haase, Klaus Eber und Sylvia Pötschke sind die Initiatoren der Demo (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Am Samstag haben einige Atomkraftgegner am Grenzübergang Köpfchen protestiert. Anlass war, dass die für Atommüll zuständige belgische Behörde Ondraf einen geeigneten Standort für die Lagerung von Atommüll sucht. Im Gespräch ist beispielsweise das Stavelot-Massiv. Die fünf Eifel-Gemeinden wehren sich in einer Resolution gegen die Endlagerung von Atommüll auf ihrem Gebiet oder in der Nähe.

Doch warum engagiert sich die Aachener Atomkraftgruppe gegen die Endlagerung von Atommüll in Belgien? Für Martina Haase von „AKW Nee Gruppe Aachen“ ist das kein Widerspruch. „Man muss es in Aachen oder auch weiter rein in Deutschland immer wieder bewusst machen, dass wir hier eine Euregio haben und zusammenarbeiten. Das war auch bei den früheren Anti-Atomkraft-Aktionen ein sehr wichtiger Punkt.“

„Wir haben immer in drei Sprachen gesagt: Strahlung kennt keine Grenzen und unser Widerstand auch nicht. Ich bin letztes Jahr, als wir die Aktion parallel vor der Engie-Zentrale in Brüssel und vor der Engie-Filiale in Köln organisiert haben, sehr viel in der Euregio unterwegs gewesen, weil ich sehr wichtig finde, dass die Leute merken, dass wir das gemeinsam machen.“

Martina Haase kritisiert, dass die Konsultation der Bürger ausschließlich online durchgeführt wird und befürchtet, dass eine unpopuläre Entscheidung im Schatten der Corona-Krise durchgedrückt werden soll.

cs/km

7 Kommentare
  1. Gerald Pesch

    Die würden besser vor den Castoren in Jülich demonstrieren gehen. Dort lagern ohne atomrechtliche Genehmigung eine Menge Castoren mit den Hinterlassenschaften des Forschungsreaktors Jülich. Daran haben auch diverse Grünen NRW Regierungen genau NICHTS geändert. Also, liebe Deutsche Atomgegner, zuerst vor der eigenen Türe kehren, da liegt genug Dreck….

  2. Andre Schmidt

    Und der Kohlestaub der bei Ostwind hierüber weht… Das Problem könnte auch gleich mitbehandelt werden.

  3. Wahl, Joachim

    Moment, die haben Angst vor Strahlung! Ja, dann muss man protestieren. Dann aber auch vor dem Aachener Klinikum. Dort werden Tumore bestrahlt, um den Patienten zu heilen.

  4. Volker Schober

    Wer die Initiatoren dieser Demo kennt, weiß, dass diese ebenso gegen die Castoren in Jülich als auch gegen die fortgesetzte Landschafts- und Klimazerstörung durch den fortgesetzten Braunkohletagbau demonstriert haben.
    Der Atommüll, der aus Atomkraftwerken raus kommt, ist schon ein anderes Kaliber als die für medizinische Zwecke verwendeten radioaktiven Isotope.

  5. Udo Buchholz

    Die AKW-Nee-Gruppe Aachen engagiert sich seit Jahrzehnten für eine Energieversorgung ohne Atomstrom und gegen die Atommüllproduktion im In- und Ausland. Und gerade in Jülich hat die Gruppe immer wieder vor den Gefahren der dortigen Atomanlagen gewarnt. Die Gruppe hat zudem auch immer wieder den Protest gegen die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage in Gronau (Kreis Borken, NRW) unterstützt. In Gronau wird Natururan u. a. für den Einsatz in belgischen AKW vorbereitet. Gerade die AKW-Nee-Gruppe Aachen blickt weit über den Tellerrand und engagiert sich grenzüberschreitend. Dafür herzlichen Dank.
    Udo Buchholz, Nachbar der Gronauer Urananreicherungsanlage und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

  6. Guido Scholzen

    Diese wohlstandsverwöhnten Gutmenschen demonstrieren vor allem eines: ihr eigenes Nichtwissen an der Demontage unserer Energieversorgung.

    Wenn das letzte Kernkraftwerk und das letzte Kohlekraftwerk vom Netz ist, dann aber auch erst dann werden diese Ideologen merken, dass die Energiewende dafür gesorgt hat, dass es keine Grundlastfähigkeit mehr gibt und deshalb sind die Lichter ausgegangen.

    Aber da die das nicht wissen,….
    Nee, es hat keinen Sinn, denen was Sinnvolles zu erklären.

  7. Jean-Pierre DRESCHER

    Wegen ein paar Träumern oder Besserwissern aus Deutschland sind sicher nicht alle Deutschen mit rassistischen Parolen vorzuverurteilen.

    Vielleicht waren diese Akteure besserwisserisch, vielleicht Individualisten oder besorgte Bürger. Wie auch immer. Ohne die letzten noch nicht abgerissenen Kohlekraftwerke in Deutschland mit der modernsten Umwelttechnologie der Welt geht bei uns in der DG und in ganz Europa sofort das Licht aus, so viel ist sicher.

    Herr Scholzen, ich kann Ihnen da nur beipflichten beim Thema Grundlast und Netzfrequenz.