Ein Geschenk für Ostbelgien: Das Zentrum für ostbelgische Geschichte will zum Nachdenken anregen

Das kennt sicher jeder, wenn er zu einem Geburtstag eingeladen ist: Was nehme ich mit, was schenke ich? Es soll ja möglichst persönlich sein. Genau das hat sich auch das Zentrum für ostbelgische Geschichte gedacht. Anlässlich der hundertjährigen Zugehörigkeit des Gebietes zu Belgien darf sich jeder Gedanken machen, was er mit dieser Geschichte verbindet - und wie sich das in einem "Geschenk für Ostbelgien" ausdrücken ließe.

Die erste ostbelgische Pfadfindergruppe in 1934 (Bild: privat)

Werner Mießen aus Eupen schenkt Ostbelgien zum "Hundertjährigen" eine alte Fotografie der ersten ostbelgischen Pfadfindergruppe aus dem Jahr 1934 (Bild: privat)

Das, was man mit Ostbelgien verbindet, hört sich sehr vielfältig an. Und genau das will das Zentrum für ostbelgische Geschichte (ZOG) mit seiner Aktion zur hundertjährigen Zugehörigkeit dieses Gebietes zu Belgien herausfinden, sagt der Historiker Vitus Sproten: „An was denkt man, wenn man diese Region im Kopf hat? Was verbinden die Menschen mit Ostbelgien, was bringt sie zum Nachdenken, wenn sie an Ostbelgien denken? Was verbinden sie Positives mit Ostbelgien? Und was wollen sie dieser Region zurückgeben? Oder was wollen sie der Region geben, was zum Nachdenken anregt.“

Wie die Beispiele einiger etwas bekannterer Ostbelgier aus den verschiedensten Bereichen zeigen, können auch die Geschenke für Ostbelgien unterschiedlichster Natur sein: „Das kann ein Musikstück sein, ein Video, eine Zeichnung, ein Gedicht – da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.“

Auch wenn die Initiative vom Zentrum für ostbelgische Geschichte ausgeht, muss es sich dabei nicht zwangsläufig um Dinge handeln, die man im privaten Archiv oder auf dem Dachboden gefunden hat:“Über historische Gegenstände würden wir uns genauso freuen wie über aktuelle Geschenke. Wenn jemand in einem Gedicht die hundert Jahre Geschichte Revue passieren lässt oder vielleicht auch die letzten 30 Jahre ist das genau so gut wie eine historische Quelle.“

Damit möglichst Viele daran teilhaben können, werden die Geschenke öffentlich präsentiert – durch das ZOG selbst auf seiner Webseite geschichte.be, aber auch durch Veröffentlichungen im GrenzEcho und im BRF, erklärt Carlo Lejeune: „Wir haben die Möglichkeit, dass ausgewählte Geschenke in den nächsten Wochen veröffentlicht werden beim BRF und beim GrenzEcho. Wir können garantieren, dass alle Geschenke, die unseren Ansprüchen genügen, auf unserem Portal veröffentlicht werden. Einfach eine Mail an info@geschichte.be schicken, wir werden es dann einstellen und die Leute können schauen, was alles zusammengekommen ist.“

Es ist eine virtuelle Ausstellung zum Jubiläum, das offiziell im September gefeiert werden soll – je nachdem wie sich die Gesamtsituation entwickelt. Bis wann sollte man das „Geschenk für Ostbelgien“ besorgt haben: „Es geht ja um ein symbolisches Geschenk und eine innere Bindung. Da kann es gut sein, dass einem im Moment nichts einfällt. Aber es bleibt Zeit. Selbst wenn im September noch etwas kommt, werden wir es auf jeden Fall ins Portal setzen.“

Das Zentrum für ostbelgische Geschichte ruft dazu auf, sich Gedanken darüber zu machen, was man Ostbelgien zum „Hundertjährigen“ schenken könnte.

Stephan Pesch