Mk Plast entwickelt Schutzkleidung für Friseure und Pflegepersonal

In der Corona-Zeit leiden zahlreiche Betriebe und Branchen ohne eigenes Verschulden. Anderen Branchen eröffnet die ungekannte Situation neue Möglichkeiten. Strenge Hygienevorgaben haben zur Folge, dass mehr Schutzkleidung zum Einsatz kommt - und das nicht nur im Pflegebereich. Ein Betrieb, der umstellen musste und das erfolgreich getan hat, ist der Folienhersteller Mk Plast in Kalterherberg.

Bild: Chantal Scheuren/BRF

Geschäftsführer Bernhard Dickmann und Produkthersteller Marius Dickmann (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Etiketten, Abfallsäcke und Spezialfolien – all das stellt Mk Plast in Kalterherberg her. Das Unternehmen hat die akute Phase der Corona-Krise genutzt und produziert nun auch Schutzkleidung. So schafft die Firma es, die gesunkene Nachfrage der Auto- und Stahlindustrie auszugleichen.

„Wir haben teilweise reduziert, weil auch die Produktionen unserer Kunden zurückgefahren worden sind, aber insgesamt haben wir die gleichen Kunden wie vorher und wir konnten durch unsere neue Produktakquise neue Kunden hinzugewinnen“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Dickmann.

Der Folienhersteller setzt auf Schutzschürzen und -ponchos, die im Pflegesektor und von Friseuren genutzt werden. Mit Hilfe der Bütgenbacher Firma Mecabride hat Mk Plast maschinell umgerüstet und einen Prototypen für Schutzkittel entwickelt. „Die Firma Mecabride aus Bütgenbach war uns ein hilfreicher Partner“, betont Dickmann. „Mecabride arbeitet schon an verschiedenen Stellen in unserem Betrieb. Immer wieder haben wir Einsätze für diese Firma und wir haben gute Erfahrungen gemacht. Und somit kam die Kooperation sehr schnell zustande.“

Bisher sind fünf Paletten mit Friseurponchos rausgegangen. In den nächsten ein bis zwei Monaten werden pro Woche 250.000 Ponchos den Betrieb verlassen. „Das ist auf den steigenden Bedarf zurückzuführen“, weiß Produkthersteller Marius Dickmann. „Die Lieferketten aus China sind zusammengebrochen und aufgrund der hohen Nachfrage schaffen wir es zurzeit, unsere Sachen sehr gut zu vermarkten.“

Mk Plast produziert zu 70 Prozent für die Lebensmittelindustrie. Das ist ein Glück für den Unternehmer, der in der Corona-Zeit niemanden in Kurzarbeit schicken muss.

Unter der Woche laufen die Maschinen. Am Wochenende tüfteln Bernhard Dickmann und Sohn Marius am einem neuen Produkt herum. „Als wir die Schutzschürze in Krankenhäusern vorgestellt haben, wurde immer wieder gesagt ‚Wir brauchen einen Kittel‘. Ein Kittel hat direkt integrierte Arme und einen Vollschutz für den vorderen Körperbereich. Und dieses Produkt schien uns erstmal in weiter Ferne, weil wir dazu keine Möglichkeit gesehen haben“, erzählt der Geschäftsführer. „Dann ist die Idee in unseren Köpfen gewachsen, für das Produkt ein besonderes Schweißverfahren zu entwickeln, um es maschinell durch und durch herstellen zu können.“

Die Unternehmer haben sich auch in puncto Umweltschutz Gedanken gemacht. Entgegen der landläufigen Meinung verbrennt die Folie ohne Rückstände, wenn sie vom Restmüll getrennt wird und die Entsorgungskette bis zum Ende durchläuft. „Die Produkte bestehen aus Polyethylen und sind bei richtiger Entsorgung zu hundert Prozent recycelbar“, sagt Marius Dickmann.

Mit der Schürze und dem Poncho habe man die Kunden in der Corona-Zeit überzeugt. In puncto Schutzkittel stehe Mk Plast kurz vor dem Durchbruch. Marius und Bernhard Dickmann hoffen, dass die Schutzkleidung auch nach der Corona-Krise Absatz finden wird.

Chantal Scheuren

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150