Familienglück wider Willen: Eichhörnchen Noisette hält seine Ersatzeltern auf Trab

Familie Jost aus Malmedy ist vor einigen Wochen ein junges Eichhörnchen zugelaufen. Seitdem wohnt das kleine Tierchen mit der Familie und versüßt ihnen regelrecht die Quarantäne-Zeit.

„Noisette“ heißt der neue Familienzuwachs von den Josts aus Malmedy. Beim Spielen im Garten ist das Eichhörnchen einfach dem Hund der Familie ins Haus gefolgt. „Das Eichhörnchen hat sich uns im Garten bis circa zwei Meter genähert, hat dann aber weiter mit dem Hund gespielt und ist dann einfach die Treppe hoch ins Haus gelaufen“, erzählt David Jost.

„Das war schon sehr beeindruckend. Man sieht ja nicht alle Tage Eichhörnchen, die Menschen zulaufen und mit Hunden spielen. Ich hab dann vermutet, dass es vielleicht seine Mutter verloren hat und deshalb Trost bei Menschen sucht.“

Zweifellos war Noisettes Drang nach Schutz und Nahrung größer als der Instinkt, Menschen fernzubleiben. „Anfangs mussten wir es alle vier Stunden mit ganz kleinen Körnern füttern und ihm die Flasche mit spezieller Muttermilch geben“, berichtet der Ersatzpapa. „Nach einer Woche ungefähr hat es dann aufgehört, die Flasche zu nehmen und trinkt jetzt selbstständig Wasser.“

Freiheit

Das aufgedrehte Tierchen lebt bereits seit einigen Wochen bei der Familie und beansprucht eine ganze Menge Zeit. Aber es versüßt ihr auch den Alltag. „Wenn es innen ist oder spontan reinkommt, dann läuft es immer sofort zu uns Menschen ohne jegliche Angst“, freut sich Jost.

Reinkommen ist hier das Stichwort. Noisette bewegt sich nämlich komplett frei und hat wohl selbst entschieden, dass das Haus der Josts ein sicherer Ort ist. „Es hat immer die Möglichkeit raus zu gehen. Draußen im Garten klettert es dann auf Bäume, macht seine kleinen Runden und spielt. Und wenn es ihm passt, kommt es dann wieder rein. Wenn es also eines Tages seine eigene Wege gehen will, kann es das ganz einfach machen.“

Ausnahme

Wichtig zu betonen: Noisette ist eine absolute Ausnahme. In der Regel ist es ausdrücklich verboten, ein wildes Tier bei sich aufzunehmen. Doch das kleine Eichhörnchen hat sich seiner Ersatzfamilie regelrecht aufgedrängt.

Für alle anderen Fälle gilt: Beim Fund eines verletzten oder unterversorgten Wildtieres immer direkt die lokale Pflegestation kontaktieren. Verantwortlicher der örtlichen Aves-Station ist Berthold Thomahsen (Handynr.: 0471 19 31 67).

vedia/sd

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