Reiten in Zeiten von Corona: Tiere versorgen, aber Gefahren meiden

Pferdebesitzer, die ihre Tiere in einem Reitstall untergebracht haben, dürfen ihre Pferde auch während der Corona-Zeit versorgen. Allerdings müssen Reitstall und Pferdebesitzer die Besuchszeiten absprechen, damit der Kontakt mit anderen Personen vermieden werden kann. Ausritte und Springreiten sind wegen des Verletzungsrisikos nicht erlaubt. Auch Reitunterricht ist verboten.

Im Reitstall Equicenter Leufgen in Herresbach (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Ein bisschen Bewegung ist erlaubt - allerdings müssen sich Pferdebesitzer abwechseln (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Im Reitstall Equicenter Leufgen in Herresbach ist während der Osterferien normalerweise großer Zulauf. Doch Reitstunden oder langes Ausreiten war einmal. Um die Krankenhäuser nicht zusätzlich zu belasten, sollen Verletzungsrisiken vermieden werden – auch beim Reiten, erklärt die Equicenter-Geschäftsführerin Ramona Leufgen. „Es hat sich wirklich sehr viel geändert. Es ist viel ruhiger. Normalerweise ist ab Schulschluss sehr viel los, manchmal auch bis neun Uhr abends. Das fällt momentan nunmal weg.“

„Die Einstaller kommen zwar ihre Pferde selber reiten, aber halt nur begrenzt. Jeder darf eine Stunde reiten, damit auch jeder dran kommt“, erklärt Ramona Leufgen. „Die meisten Pferde sind im Training und gewohnt, ihr Sportprogramm abzuhalten. Es ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere nicht gut, wenn sie nur herumstehen oder nur eine Stunde heraus dürfen. Das lastet die Pferde nicht aus.“

Deshalb ist jeder Tag genau geplant, damit jeder sein Pferd besuchen kann. Auch Laura gehört zu den Reitern, die ihr eigenes Pferd im Stall stehen haben. Die 22-Jährige reitet schon seit vielen Jahren, beherrscht Dressur und hat Erfahrung mit Springturnieren. Die finden momentan nicht statt.

Sich um ihre Stute Callas kümmern, sie pflegen und bewegen, ist trotzdem wichtig. „Der größte Unterschied ist, dass wir weniger Zeit haben. Vorher haben wir drei bis vier Stunden hier verbracht. Jetzt ist es eine Stunde, damit wir uns nicht zu nahe kommen und jeder die Chance hat, sich um sein Pferd zu kümmern“, erklärt die Pferdebesitzerin.

Reitunterricht verboten

Doch nicht alle Pferde können zurzeit geritten werden. Manche müssen sich mit einem Ausgang auf die Wiese zufrieden geben. Allen voran wegen der momentan verbotenen Reitstunden. Auch hier drohen saftige Geldstrafen. Was erlaubt ist und was nicht, darüber hat Ramona Leufgen sich bei der LEWB erkundigt, der Wallonischen Reitliga. Und daran hält sich das Equicenter auch strikt.

Aber wie vielerorts fehlen dadurch die Einnahmen. „Die gibt es im Moment leider gar nicht. Ich kann für mich als Geschäftsführerin ein Ersatzeinkommen beantragen. Aber zu den Betrieben, die Fördermaßnahmen bekommen, gehören wir leider nicht.“ Die Kosten für Futter, Hufschmied und Tierarzt laufen aber weiter. „Genau deswegen hoffen wir, dass die Maßnahmen nicht mehr allzu lang eingehalten werden müssen und wir bald wieder loslegen können.“

Aufgaben gegen die Langeweile

Auch in der Corona-Zeit wird der Kontakt untereinander aufrechterhalten – über den digitalen Weg. „Wir haben eine Whatsapp-Gruppe mit unseren Reitschülern oder deren Eltern. Jede Woche veröffentlichen wir eine Maßnahme gegen Langeweile: Sie bekommen jedesmal eine Aufgabe“, beschreibt Ramona Leufgen.

„Diese Woche müssen sie ein Pferd basteln aus Klopapierröllchen und Bilder schicken. Samstagmorgen veröffentliche ich die auf Facebook, wo man bis Montag abstimmen kann. Das schönste gewinnt dann einen kleinen Preis.“

Es ist also wie überall, die Leute werden kreativ im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Eins steht fest: Reiter und Pferde freuen sich gleichermaßen, wenn sie das Wetter wieder bei einem ausgiebigen Ritt genießen können.

Im Reitstall Equicenter Leufgen in Herresbach (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Bild: Raffaela Schaus/BRF

Raffaela Schaus

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