Psychologinnen bieten offenes Ohr und Ratschläge

Psychologinnen aus der Region haben sich zusammengeschlossen, um ihre Mitmenschen in diesen schwierigen Zeiten durch eine kostenlose telefonische Beratung zu unterstützen. "Wir hören zu und geben den einen oder anderen Ratschlag", erklärt Anne Kever.

Anruf über Whatsapp

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / kaowenhua

Die Ungewissheit und die soziale Isolation, die der Ausbruch des Coronavirus mit sich gebracht haben, lösen bei manchen Stress und Ängste aus, was sich auf unterschiedliche Weise äußern kann: durch Schlafstörungen, erhöhte Reizbarkeit, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten. Psychologinnen aus der Region bieten ihre Unterstützung im Umgang mit dieser Ausnahmesituation an.

Dazu zählt auch Anne Kever, die sich beruflich in den USA aufhält, aber per Whatsapp zu erreichen ist. „Die Initiative stammt von einer Kollegin, mit der ich gemeinsam ein Doktorat in Neu-Löwen absolviert habe, und die mittlerweile sehr erfolgreich als klinische Psychologin arbeitet.“

„Sie hat gemerkt, dass viele ihrer Patienten und auch die Menschen in ihrem Umfeld momentan mit großen Ängsten zu kämpfen haben, was natürlich total verständlich ist – durch die Ungewissheit und die ganzen Veränderungen in unserem Alltag, die die Corona-Krise mit sich gebracht hat.“

„Sie hat mich kontaktiert, um zu fragen, ob ich Lust und Zeit hätte, diesen Service für die Menschen im deutschsprachigen Raum anzubieten. Da habe ich nicht gezögert und direkt zugesagt, weil ich denke, dass es ein wichtiges Projekt ist.“

Anne Kever ist mittwochs zwischen 18 und 20 Uhr belgischer Zeit per Whatsapp unter der Nummer +1 929 204 54 72 zu erreichen. Audrey Rubin (0486 18 74 54, Mo-Mi-Fr zwischen 18 und 19 Uhr) und Mélanie Brion (0498 34 50 73, Fr zwischen 10 und 12 Uhr) erteilen Ratschläge auf Französisch. Inzwischen sind weitere Psychologen in das Projekt eingestiegen.

„Wir bieten ein offenes Ohr, versuchen, empathisch zuzuhören und den einen oder anderen Ratschlag zu geben, um besser mit der Situation umzugehen. Ich starte ja gerade erst, aber meine Kolleginnen im französischsprachigen Raum haben schon jede Menge Anrufe bekommen. Die Nachfrage scheint sehr groß zu sein.“

Die Fragen drehen sich in erster Linie um das Virus selber, angesprochen werden aber auch beispielsweise Konflikte, die durch die Isolation in der Familie hervorgerufen werden. „Es geht aber auch um existentielle Ängste. Wir wissen ja, dass das Ganze auch ökonomische Folgen haben wird. Viele Menschen haben Angst, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren oder ihr Geschäft schließen müssen“, erklärt Anne Kever.

Der Tipp der Psychologin für alle: Schafft euch Ablenkung! „Es ist wichtig, Momente zu kreieren, in denen man einen kleinen Erfolg hat, in denen man etwas Schönes zu Hause mit seinen Kindern unternimmt oder eine Aktivität macht, die man lange vor sich hingeschoben hat. Das ist wichtig: Ganz konkret Aktivitäten suchen, um sich abzulenken.“

js/lo/km

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