Verlängerung der Jagdzeiten unter ostbelgischen Jägern umstritten

Die Regierung der Wallonischen Region diskutiert über eine Verlängerung der Jagdzeiten. Landwirtschaftsminister Willy Borsus möchte die Wildschäden reduzieren und die Afrikanische Schweinepest bekämpfen. Eine Ausdehnung der Treib- und Drückjagdperioden ist unter hiesigen Jägern umstritten.

Hochsitz auf dem Hohen Venn (Bild: Michaela Brück/BRF)

Bild: Michaela Brück/BRF

Für Simon Krings ist die Jagd mehr als ein Hobby: Sie ist eine Lebenseinstellung. Er ist Jäger und im Vorstand des Jägervereins Hochbelgien-Büllingen. „Die Jagd auf Wildschweine ist auf der Pirsch und vom Ansitz aus im ganzen Jahr erlaubt“, erklärt Krings. „Das heißt, abends oder morgens vom Hochsitz aus oder zu Fuß. Ab Oktober darf man Wildschweine auch mit Bewegungsjagden bejagen.“

Bei den Bewegungsjagden werden die Wildtiere durch mehrere Jäger, teilweise auch mit Hunden, in Bewegung versetzt. Zu dieser Jagdform gehören die Treib- und Drückjagden. Simon Krings ist dagegen, Bewegungsjagden bis Ende Mai zu erlauben. „Viele Bachen bringen schon im März und April ihre Jungen zur Welt. Daher ist es für mich unrealistisch und moralisch verwerflich, noch bis in den Mai, wenn sie ihre Jungen haben, auf Wildschweine zu jagen.“

Im französischsprachigen Landesteil setze man häufig auf die klassische Treibjagd, bei der das Wild mit Hunden gehetzt wird. In der Eifel und im Norden der DG sei diese Jagdform unüblich. „Bei uns gibt es schon den Unterschied, dass in Ostbelgien mehr vom Hochsitz, auf der Pirsch oder mit Ansitz-Drückjagden gejagt wird“, erklärt Simon Krings. „Das ist wildschonender, da das Wild nicht so viel gejagt wird.“

Umweltverbände kritisieren, dass anderen Waldnutzern der Zugang untersagt wird. Eine Waldsperrung ist allerdings nicht bei allen Jagdformen notwendig, weiß Krings. „In unserer Gegend kommt es selten vor, dass Wälder gesperrt werden. Da wir Drückjagden organisieren, sitzen die Jäger meistens auf erhöhten Posten. Deshalb ist eine größere Sicherheit gewährt als auf einer Treibjagd. Es besteht auch kaum eine Gefahr für Wanderer oder Spaziergänger. In der Wallonie werden mehr Treibjagden organisiert und die Jäger werden teilweise an Straßen abgestellt. Das beinhaltet eine gewisse Gefahr für andere Bürger.“

In den meisten ostbelgischen Gemeinde- und Staatswäldern ist die Bewegungsjagd an Sonn- und Feiertagen per Lastenheft verboten. So bleiben die Waldwege auch am Wochenende zugänglich und es komme selten zu Konflikten mit andern Nutzern.

Der Vorwurf, dass die Jägerschaft schuld an den hohen Wildbeständen und großen Wildschäden sei, lässt Simon Krings so nicht stehen. „Die großen Probleme mit den Wildschweinpopulationen, die sich innerhalb von 30 Jahren fast verdreifacht haben, kommen meines Erachtens mehr durch die landwirtschaftliche Gestaltung. Es gibt immer mehr Mais- und Haferflächen, wo das Wild ohne Ende Nahrung und Deckung findet. Außerdem haben wir immer schwächere Winter, so dass die Wildschweine fast alle durchkommen und mehr Futter finden. Dadurch vermehren sich die Schweine mehr, als wir sie reduzieren können.“

Eine Ausdehnung der Treib- und Drückjagden bis Ende Mai kann die Probleme in den Augen des Jägers nicht lösen. Hier müsse an anderer Stelle angesetzt werden.

Chantal Scheuren

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3 Kommentare
  1. Marc Wiesen

    Der Herr Borsus ist ja auch gelernter Jurist. Woher will die Pfeiffe was von diesem Thema verstehen. Typisch Politik. Da kommen Leute zu Posten von denen sie keine Ahnung haben

  2. Schmitz Wilfried

    Es wäre vielleicht besser, die Wildschweine wieder nachts zu bejagen, als die Jagdzeiten zu verlängern

  3. Spartz Romain

    Ich würde vorschlagen Fütterrung erlauben, und an den Fütterungen das schiessen erlauben und das Tag und Nacht.

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