75. Jahrestag der Befreiung: Eifeler Schüler reisen nach Auschwitz

Am Montag jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das Lager der deutschen Nationalsozialisten im besetzten Polen. Das Lager ist heute eine Gedenkstätte, die auch von vielen Schulklassen besucht wird. Am Donnerstag wird eine Gruppe von Eifeler Schülern zusammen mit dem St.Vither Bürgermeister Herbert Grommes nach Auschwitz reisen.

Bild: Lena Orban/BRF

Konzentrationslager Auschwitz (Bild: Lena Orban/BRF)

Herbert Grommes hat das Vernichtungslager Auschwitz schon einmal besucht, vor 20 Jahren: „Das war ein sehr schwieriges Erlebnis, das ging schon an die Substanz. Dort kommen schon Fragen auf, wenn man sieht, mit welchem Alter, vor allem Kinder, da vernichtet wurden. Das geht unter die Haut, das tut weh.“

Dem St.Vither Bürgermeister ist es ein Anliegen, dass auch jüngere Menschen sich von dem Grauen des Nazi-Regimes ein Bild machen können. Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 75. Jahrestag der Ardennen-Offensive hat die Stadt St.Vith deshalb eine Reise zum ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten in Auschwitz-Birkenau geplant.

Man wolle nicht nur an die Kriegshandlungen auf dem Schlachtfeld erinnern, so Grommes: „Wir wollten zeigen, dass es auch noch eine andere Ebene gibt: die systematische Zerstörung von Menschenleben, von Menschen, die anders sind oder anders denken. Wir wollten über die Geschehnisse hinaus, diesen wichtigen Aspekt mit in unsere Überlegungen einbringen: Welche Lehren können wir aus der Ardennenschlacht ziehen und aus einem Regime, das menschenverachtend zerstört hat.“

Zusammen mit Bürgermeister Grommes und zwei Mitgliedern des St.Vither Stadtrates werden vier Jugendliche aus der Eifel am Donnerstag nach Auschwitz reisen: Schüler der Bischöflichen Schule, des Athenäums, des Maria-Goretti-Instituts und des BIB in Büllingen.

In Zusammenarbeit mit den Geschichtslehrern wurden die Teilnehmer ausgewählt, die stellvertretend für ihre Mitschüler zu Zeugen von Auschwitz werden sollen. „Auschwitz soll ein Begriff bleiben oder werden“, so erklärt Herbert Grommes das Ziel des Besuchs: „Es war eine der schlimmsten Auswüchse des Nazi-Regimes. Wir müssen das vor Ort sehen. Die Schulen werden das in den Klassen dann nachbearbeiten. Es soll eine Bewusstseinsbildung stattfinden, was Frieden, Freiheit und Demokratie bedeuten und, dass es sich lohnt, für diese Werte einzustehen.

Unter fachkundiger Leitung wird die kleine St.Vither Gruppe am Freitag durch die Gedenkstätte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau geführt. Die Kontakte nach Polen wurden bei einem Besuch in der Partnerstadt Kerpen gelegt. Auschwitz ist ebenfalls Partnerstadt von Kerpen.

Nach ihrer Rückkehr werden die Jugendlichen von ihrem Besuch in Auschwitz Zeugnis ablegen. Am 14. Februar findet im St.Vither Triangel eine Podiumsdiskussion statt, bei der sich die Schüler mit Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges austauschen. Es wird zugleich die Abschlussveranstaltung der Gedenkfeierlichkeiten zu 75 Jahre Ardennenoffensive sein.

Michaela Brück

8 Kommentare
  1. Alexander Hezel

    …und Herr Guido Scholzen spricht in Bezug auf diejenigen, die sich für das Klima einsetzen, immer noch von „Klima-Nazis“, ohne mit der Wimper zu zucken. Das traut er sich natürlich nur im Pöbelforum ostbelgiendirekt.be …

  2. Alexander Kerres

    War das jetzt nötig, Herr Hezel?
    So sehr ich Ihr Engagement hier auch schätze, bleiben wir doch lieber beim Thema. Im Artikel geht es nicht um die Scholzens. Und hier ist nicht ostbelgiendirekt.be.

  3. Mario Meis

    Ja, Herr Hezel, wer beleidigt denn da?
    Was hat das Thema mit den Scholzens zu tun?
    Thema verfehlt, würde es in der Schule heißen!

  4. Alexander Hezel

    Ihre Frage ist berechtigt, Herr Kerres, und ich habe lange überlegt, ob ich diesen Kommentar sende, denn ich bin mir der wenig zielführenden Impulsivität des Internets bewusst. Glauben Sie mir, ich habe meine Worte abgewägt.
    Dennoch bin ich der Überzeugung, dass es notwendig ist, einmal auf den Sprachgebrauch im Internet im Allgmeinen hinzuweisen und auf das spaltende Vokabular, das hier gehandhabt wird.
    Kurz gesagt: Man kann nicht eine industrielle NS-Massentötungsmaschinerie mit engagierten Klimaschützern gleichsetzen. Vielen Leuten leuchtet das ein – aber viele halten das, was von Scholzen et al. oder anderen tagtäglich posaunt wird irgendwann für plausibel.
    Das schockierende ist nicht, darauf hinzuweisen, sondern sich dessen bewusst zu werden, dass all diese Rhetorik nicht normal ist, denn sie verschiebt Hemmschwellen, gesellschaftliche und menschliche Werte und führt dazu, dass auf Worte Taten folgen – der steigende und zum Teil gewalttätige Antisemitismus, Rassismus und Populismus zeugt davon. Lehren der Geschichte & „le bruit des bottes“…

  5. Alexander Kerres

    Herr Hezel,
    ich stimme Ihnen in Ihrer Analyse ja auch zu, denke aber, dass ein „einige Leser“ oder „eine bestimmte Gruppe von Lesern“ völlig ausgereicht hätte. Sich hier an einzelnen Kommentatoren, die sich hier noch nicht einmal zu Wort gemeldet haben, abzuarbeiten, macht wenig Sinn und ist doch eher schlecher Stil.

  6. Marcel scholzen eimerscheid

    Herr Hezel. Ich lasse mir keinen Maulkorb verpassen. Von niemandem.

    Ich hoffe nur eines, dass sich sowas wie die Shoah nie wiederholen wird.

  7. Wahl, Joachim

    Sehr geehrter Herr Hezel, für die NS-Verbrechen gibt es keinerlei Entschuldigung. Es ist allerdings befremdlich, wie Sie die Brücke zu Ihren geliebten „Klimaschützern“ schlagen. Ihnen scheint nicht aufzufallen, wie von diesen „Engagierten“, „Andersdenkende“ verunglimpft werden. Da kann schon mal die Todesstrafe für Klimaleugner gefordert werden. Oder die Verbannung aus der demokratischen Relevanzzone. Nein, Sie schustern sich Ihre Wahrheit so zurecht, wie es Ihnen am besten passt. Aberglaube, Recentiments, Besserwisserei der Klimaapostel und eine Überheblichkeit, die einzige Wahrheit für sich zu beanspruchen, sind ebenfalls gesellschaftszersetzend und genauso verabscheuungswürdig.

  8. BRF-Webredaktion

    Da hier nicht mehr über das eigentliche Thema diskutiert wird, schließen wir hiermit die Kommentarfunktion!
    Mit freundlichen Grüßen
    BRF-Webredaktion