St. Viths Bürgermeister Herbert Grommes liebt den Disput im positiven Sinn

Herbert Grommes regiert seit einem Jahr die Gemeinde St. Vith. An Steuererhöhungen denkt der Bürgermeister nicht. Die finanzielle Lage sei gut und man habe 2019 sogar Steuern gesenkt. Im Stadtrat kam es schon einige Male zum Schlagabtausch. Im BRF-Gespräch erklärt der Bürgermeister, dass das für ihn zur Demokratie gehört.

Herbert Grommes, Bürgermeister von St. Vith (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Herbert Grommes, Bürgermeister von St. Vith (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

„Im Allgemeinen ist es wirklich eine hochinteressante und hochspannende Arbeit. Es sind sehr viele Neuerungen in Kraft getreten. Schöffe zu sein, ist eine Sache. Bürgermeister zu sein, ist eine ganz andere“, sagt Bürgermeister Herbert Grommes. „Die Opposition hat eine Rolle zu spielen: Sie soll kritisieren und herausfinden, wo eventuell Schwachpunkte sind. Ich liebe den Disput im positiven Sinne des Wortes. Die Auseinandersetzung und der Schlagabtausch gehören zum demokratischen Ablauf.“

Die finanzielle Lage der Gemeinde St. Vith sei sehr gut. „Die Hauptsteuern sind seit 1976 bzw. 1988 nicht mehr erhöht worden. Zu Beginn des letzten Jahres haben wir als erstes Wahlversprechen die kleinen Wirtschaftssteuern drastisch gesenkt, damit St. Vith auch morgen noch attraktiv bleibt.“

Eine Steuererhöhung ist für Grommes derzeit kein Thema. „Die Einnahmen aus dem Holzverkauf waren 2019 die niedrigsten in den letzten dreißig Jahren. Wir müssen dennoch zusehen, dass wichtige Investitionen getätigt werden.“ Der Bürgermeister hofft, dass die Einnahmen aus dem Holzverkauf in den nächsten Jahren wieder anziehen werden. Die Gemeinde habe Rücklagen und werde wohl noch ein bis zwei Jahre finanziell gut dastehen, so Grommes.

Im Jahr 2020 steht eine Vielzahl an Projekten an, die mit der Unterstützung anderer Instanzen realisiert werden sollen. An der Ortsdurchfahrt in Emmels wird die Fahrbahn komplett erneuert und die Bleialfer Straße wird erneuert.

Es gibt auch gemeindeinterne Projekte: die Fertigstellung Obersdorf-Breitfeld, den Bau der Lagerhalle für den Bauhof, ein Straßenbauprojekt am Ascheider Wall, Parkplätze am Triangel und an der Major-Long-Straße. Mit Kosten in Höhe von einer Million Euro wird die Erneuerung der Wasserleitung Richtung Lommersweiler und Breitfeld ein sehr kostspieliges Projekt. Herbert Grommes hofft, dass 2020 konkrete Schritte in puncto Internetverbindung der Ortschaften Setz, Heuem, Atzerath und Neidingen erfolgen.

Dorfkomitees gibt es in fast allen Orten der Gemeinde. „Das ist für uns Politiker interessant. Die Dorfkomitees kennen die Situation, können Überlegungen anstellen und beispielsweise einen Konsens im Dorf erzielen, was prioritär gemacht werden soll. So können wir mit den Bürgern diskutieren und versuchen, die Maßnahmen so schnell wie möglich umzusetzen.“

Herbert Grommes bittet um Verständnis, dass man nicht überall sofort sein könne. Man bleibe aber am Ball. „Durch die Dorfkomitees werden die Bewohner in die Entwicklung ihres Dorfes oder ihrer Stadt mit einbezogen. Nicht nur einmal, wenn Wahlkampf ist, sondern während der ganzen Zeit der Legislaturperiode“, sagt Herbert Grommes.

Die Parkplatzsituation in der St. Vither Innenstadt soll 2020 neu unter die Lupe genommen werden. „Wir sind ein Einzelhandelszentrum und der Einzelhandel in St. Vith lebt davon, dass die Leute so nahe wie möglich mit ihrem Wagen an die Geschäfte herankommen können.“ Ein anderes Mobilitätsproblem besteht in der Klosterstraße. Auch dort habe man Initiativen ergriffen, um festzustellen, wie das Problem angegangen werden kann.

Herbert Grommes ist guter Dinge, dass die Ravelanbindung von Wallerode schnell in Angriff genommen werden kann. „Politisch wollen wir, dass Wallerode an den Ravel angebunden wird, ohne dass die Regionalstraße überquert werden muss. Die Gemeinde Amel ist dort am Zuge, weil die Anbindung über das Ameler Gemeindeterritorium verlaufen soll. Die Gemeinde Amel leistet super Arbeit und gibt quasi Schützenhilfe für ein Projekt für unsere Bevölkerung. Es finden Gespräche mit den Menschen statt, die dort Privatgelände besitzen.“

Chantal Scheuren

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